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Ist ausdauernd gleich winterhart?

(Katalog 2013, Seite 121)

Gedanken zur Lebensdauer einer Pflanze

Ist eine ausdauernde Pflanze denn nicht auch winterhart? Diese Frage wird immer wieder gestellt und die Kenntnis darüber erstreckt sich von absoluter Ahnungslosigkeit bis hin zu der festen Überzeugung, dass eine ausdauernde Pflanze ganz selbstverständlich ewig leben muss. Und zwar egal unter welchen Umständen. Punkt. Um eins vorweg zu nehmen: Grundsätzlich währt kein Leben ewig und unser Dasein hier ist auf einen bestimmten Lebenszyklus beschränkt; dies trifft auf alle Lebewesen zu, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze.

Eine winterharte Pflanze ist ausdauernd, da sie einen (und sogar viele) deutsche Winter übersteht. Jedoch ist nicht gleichzeitig jede ausdauernde Pflanze winterhart. Gute Beispiele hierzu sind fast alle Pflanzen, die aus warmen Klimazonen kommen, die zwar ausdauernd = mehrjährig sind, aber deren Temperaturansprüche wesentlich höher liegen als unsere Frost gewohnten Pflanzen aus Europa. In diesen warmen Regionen ist Frost ein Fremdwort und bringt alle Lebewesen allein beim Gedanken daran zum Bibbern.

Nun aber der Reihenfolge nach zur Lebensdauer einer Pflanze: Es gibt einjährige (annuelle) Pflanzen, bei uns mit einem A gekennzeichnet, die innerhalb eines Jahres wachsen und blühen, die „überwintern“ eventuell als Saatgut im Garten. Dies gilt ebenso für zweijährige (bienne) Pflanzen, bei uns mit der Kennzeichnung Bi. Im Normalfall wachsen diese im ersten Jahr und bilden im zweiten Jahr die Blüte. Gutes Beispiel: Fingerhut. Wenn die Pflanzen an Ort und Stelle zur Blüte und Samenreife kommen, kann es gar sein, dass sie sich mehrjährig dort ansiedeln. Ansonsten einfach Saatgut ernten und bei günstigen Bedingungen erneut aussäen.

Als nächstes gibt es Stauden (perenne) Pflanzen, bei uns gekennzeichnet mit P, die ausdauernd sind, dazu ziehen die oberirdischen Blätter im Winter ein und sterben ab, im Frühjahr treibt die Pflanze jedoch ganz zuverlässig erneut aus wie z.B. Giersch, Hexenkraut, Lerchensporn... Eine Ausnahme bilden hier die wintergrünen Stauden, bei denen man selbst unter dem Schnee noch grünes Laub finden kann. Beispiel: Sibirischer Winterportulak oder Günsel.

Ebenso mit P gekennzeichnet sind jedoch auch unsere ausdauernden Pflanzen aus wärmeren Klimazonen (wie schon oben erwähnt ), die uns mehrere Jahre erfreuen können und gerne in unserem deutschen Sommer draußen stehen dürfen, aber sobald das böse Wort Frost naht, schleunigst ins Haus geräumt werden müssen, da sie sonst bestenfalls unglücklich aussehen, schlimmstenfalls eingehen würden. Hierbei muss jedoch noch unterschieden werden in warme Überwinterungsplätze (mehr als 15°C), z.B. Chilis, einige Basilikumarten, oder Aloe. Kühle Überwinterung bei 5-12°C wie z.B. bei Citrus, Duftgeranien oder Fruchtsalbei. Und die kühle Überwinterung bei laublosen Pflanzen, die dann auch mit wenig bis keinem Licht auskommen, z.B. Ingwer.

So genannte halbfrostfeste Arten, bei uns mit HHP gekennzeichnet, halten einen leichten Frost bis -5°C aus, aber nur wenn sie schon das ganze Jahr über im Freien gestanden haben und daher genügend abgehärtet sind. Besser ist es jedoch diese Pflanzen in Kübeln oder Kästen zu halten und sie frostfrei und hell zu überwintern. Eine Ausnahme bilden hier die mediterranen Halbsträucher wie Lavendel, Salbei oder Rosmarin, denn sie sind ausgepflanzt oftmals winterhart, wenn der Standort einen guten

Wasserabzug gewährleistet, sie somit nicht vernässen können und bei Frost vor der starken Sonneneinstrahlung geschützt sind (z.B. durch eine Vliesabdeckung). Zuletzt sind noch Sträucher und Bäume zu nennen, Laub abwerfend oder auch immergrün, die im Regelfall einem deutschen Winter trotzen können, somit ausdauernd = winterhart sind, bei uns mit der Kennzeichnung HP versehen aber genaue Angaben bis wie viel Minusgrade sie denn „aushalten“ sind im Grunde sinnlos, da es noch viele andere Faktoren gibt, die die Überlebenschancen der Pflanzen im Winter steigern oder auch hemmen können.
Verträgt sie in günstigen Lagen einen harten Frost bedeutet es nicht automatisch, dass sich jede solche Pflanze immer und überall auch so verhält. Denn woher weiß man, dass dieser gute Standort der Pflanze genauso gut gefällt wie uns?

Zu diesen Faktoren gehören z.B. das Alter und die Vitalität der Pflanze, der Standort (Bodenbeschaffenheit und Wasserabzug bzw. -haltevermögen), Schnee als Last, der zum Schneebruch führt aber auch als Schutz vor Kälte im Wurzelbereich dienen kann...

Abschließend möchte ich sagen, dass es zwar allgemeingültige Aussagen und Erfahrungswerte wie zuvor beschrieben gibt, aber jede Pflanze letztendlich ein Individuum ist. Es ist daher ein Zusammenspiel von vielen Puzzleteilchen, die der Pflanze ein langes Leben beschert !

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