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Wer flattert wo?

(Katalog 2013, Seite 137)

Wir befinden uns gerade in einer kleinen, aber feinen Kolonie von Topfmeisen. In der Regel ist es eine Vierergruppe. Vorbei ziehende Einzelvögel werden fröhlich begrüßt und in einem kleinen Gezwitscher aufgehalten. Meistens bleiben 2 Altvögel fest an ihrem Topfplatz und verstecken junge Grünpflanzen, die sie vorher in Massen gesammelt haben, in kleinen schwarzen Nestern. Dieses tun sie unermüdlich. Ein weiterer Vogel, z.B. der Jungvogel, zeigt dem Küken dann die besten Plätze zur Aufbewahrung. Dabei nutzen sie Transportmittel, die der Natur farblich angepasst sind. Dieses Verhalten der schlauen, agilen Gesellen wird immer an die nächste Generation weiter gegeben um das Überleben der kleinen Population zu sichern. Auffällig ist der Tagesrhythmus, der immer um 7.00 Uhr beginnt. Zwischendurch werden 2 Pausen zur Erholung eingelegt und um 16.00 Uhr verlässt die Gruppe ihren Topfplatz geschlossen. Am Wochenende trennt sich die Kolonie – es ist noch nicht erforscht in welchem Gebiet sie sich dann aufhalten. Am Montag erscheinen sie wieder fröhlich tirilierend um ihrer Beschäftigung nachzugehen. Topfmeisen, kleine Pioniere für eine wachsende, grünere Zukunft. Gleich gegenüber treffen wir auf einen große Gruppe Packstelzen. Ewig laut, fröhlich verlassen sie ihren angestammten Platz so gut wie nie.
Ein seltsames Verhalten zeichnet sie aus. Ständig werden neue Nester in verschiedenen Größen gebaut und mit Pflanzen jeglicher Art, teils in mehreren Lagen, bestückt. Sorgfältig werden die Nester verschlossen, gekennzeichnet, gesammelt und in speziellen Boxen gelagert, bis sie 2 mal am Tag durch ein meist kanariengelb gefärbtes Vehikel entfernt werden. Routiniert geht ihre Tätigkeit über die Bühne. Auffällig ist hier besonders, dass immer wieder der älteste Leitvogel in der Truppe von allen Seiten laut gerufen wird. Beim genaueren Hinhören erkennt man ein klares Klaaahaaus. Dieser kümmert sich dann um alle Belange in der Kolonie. Auch die Packstelzen haben einen festen Zeitplan. Gegen 16.45 Uhr, oder leicht abweichend, schlägt das unermüdliche Tagesgezwitscher in ein Gekrächze, welches einem starken Husten gleicht, um. Plötzlich wirbelt die Gruppe extrem viel Staub auf. Ist es nur ein „Bad im Sand“, wie man es von anderen Vögeln kennt, oder ist es ein besonderes Zeichen von Gruppenzugehörigkeit? Dieses bleibt noch zu erforschen. In enger Symbiose mit den Packstelzen leben die Kommisioniererwachteln. Dieser Haufen ist der quirligste von allen.
Unermüdlich, wie von einer inneren Stimme angetrieben, rennen sie mit weit ausladenden „Bauchtaschen“ Runde um Runde auf festgelegten Bahnen, um die Packstelzen mit Pflanzen zu versorgen. Wege, die schon von sehr vielen Wachteln vor ihnen ausgetreten wurden. Man vermutet, dass vor langer Zeit diese Spezies verlernt hat, das Magnetfeld der Erde zu lesen, und somit wohl auf unabsehbare Zeit kein Weg aus dem „im Kreis laufen“ gegeben ist. Wenn es Schwierigkeiten gibt, bedienen sich auch die Kommisioniererwachteln durch ein kurzes, knappes Rufen des Leitvogels Klaaahaaus. Eventuell wurde diese Art der Unterstützung bei den Packstelzen abgeguckt. Eines haben Packstelzen und Kommisionierwachteln gemeinsam: das Gezwitscher wird im Laufe des Tages immer unsinniger! Alle 3 Kolonien sind Zugvögel, die im Spätsommer, bzw. Herbst ihr Brutgebiet verlassen, um im Frühjahr wieder einzutrudeln. Hierbei ist festzustellen, dass sich die Gruppen ändern. Nur wenige Altvögel schaffen den Weg zurück. Die Topfmeisen sind noch die stabilste Population. Viel neues Leben ist dann zu sehen und zu HÖREN! Alle leben wieder friedlich unter einem Dach und zwitschern fröhlich vor sich hin. Mögen wir ihnen noch lange bei ihren unterschiedlichen Tätigkeiten zuschauen dürfen.

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