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Aus dem Tagebuch einer Quereinsteigerin Teil 2

(Katalog 2013, Seite 253)

Der nächste Tag ist schon gebucht, diesmal bei Brigitte, in der Kulturabteilung!
Zwei Tage später, morgens um 7 geht’s los. Der Kulturbereich umfasst hier in der Gärtnerei mitunter die Kunst des Räumens, die Musik des Gießwassers und die hohe Literatur diverser dadaistisch anmutender Pflegepläne. Letzteres ist gerade an Eva übergeben worden, mit der ich heute den Tag verbringen werde. Zu meinem Glück ist Eva bestens mit den Kürzeln vertraut und weiht mich in die Übersetzung der Formeln ein.
Wir beginnen mit dem Entspitzen und Schneiden verschiedener Pflanzen, stellen sie dann entweder zurück oder an neue Orte. Alles nach Plan: Tetris, Runde zwei! Eva scheint dieses Spiel zu lieben, im Stillen denke ich, dass sie bestimmt auch spielend Sudokus löst, für die mir persönlich absolut der Ehrgeiz fehlt. Manche der Pflanzen brauchen inzwischen mehr Platz um sich herum, andere wiederum dürfen Topf an Topf eng aneinander gekuschelt stehen. Auch hier gehört Zählen und Rechnen mit zum Programm. Meine Gehirnzellen weigern sich das alles aufzunehmen, es ist doch noch so früh ... ich bin froh, dass Eva alles im Griff hat! Zum Schluß alles wieder aufräumen, damit der nächste einen sauberen Platz vorfindet. Klappt fast immer, wenn ich Evas augenzwinkernden Kommentar dazu höre ...
Nach der Frühstückspause arbeiten wir draussen im Freiland weiter. Diverse Pflanzenpartien sollen geschnitten, gekrautet und gedüngt werden. Das Wetter ändert sich, es beginnt zu regnen. Wir flüchten mit einer Karre voller Pflanzen in einen der Tunnel.
So langsam begreife ich was es bedeutet, Tag für Tag bei jedem Wetter draussen zu arbeiten. Womöglich in ständigem Wechsel zwischen kalt und regnerisch draussen und warm und schwül im Gewächshaus. Puh! Ich fange an, meinen Bürostuhl zu lieben ...
Und weiter geht’s: Die Erde zum Auffüllen ist alle, also ziehe ich los um neue zu holen.
Eva hat’s echt drauf. Sobald der Regen etwas nachlässt, sprinten wir aus dem Tunnel ins Freiland um direkt an den Kisten vor Ort weiter zu arbeiten. Das erspart das kräftezehrende Kisten schleppen. Leider war diese Phase nur kurz, aber immerhin: Eine Partie kann abgehakt werden!
Im Tunnel ist es fast gemütlich, so ohne Wind und Regen. Inzwischen sind weitere Kolleginnen auf der Suche nach einem trockenen Plätzchen dazu gekommen und es werden vergnügliche Anekdoten zum Besten gegeben. Das Lachen wärmt - von innen und von außen. Andere Kollegen kommen und gehen, freundliches Grüßen von hier nach da oder von hüben nach drüben. Schön, so mittendrin zu sein.
Brigitte schaut auch immer wieder vorbei und erkundigt sich, wie’s denn so klappt mit der "Neuen" ;)
Nach der Mittagspause ein neuer Job für mich: Einige der wenigen Pflanzen, die nicht selbst in der Gärtnerei gezogen werden, sind angekommen und müssen noch gestickert werden, bevor sie ins Gelände gestellt werden können. Na, das kenn ich ja noch, vom Topfmaschinentag!
Bei einer Partie fehlen plötzlich Sticker, ob ich eben versuchen kann einige im Gärtnerei-Büro nachgedruckt zu bekommen? Kann ich. Im Büro treffe ich auf Tobias, der mir kurzerhand erklärt wie das Ganze funktioniert. Wieder was gelernt, ich bin begeistert!
Kurz danach fehlen wieder Sticker, diesmal übernehme ich freiwillig. Tobias ist im Gespräch, also versuch ich mein Glück allein und siehe da: Selber machen übt am besten, es funktioniert. Mein Freudenjauchzer entlockt Tobias ein erstauntes Grinsen, derweil ich mit flatternden Stickern den Pflänzchen entgegeneile.
Eine Besprechung mit Daniel beendet meinen Einsatz im Kulturbereich der Gärtnerei. Seufzend lasse ich mich auf den Stuhl fallen und spüre: Sitzen ist schön!

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