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Lavendel - mein Lieblingsduft

(Katalog 2018, Seite 182)

Wenn ich andere Menschen frage, was sie mit dem Duft von Lavendel verbinden, kommt oft die Antwort „Oma!“. Das kommt meist so schnell und von Herzen, dass ich lächeln muss.

Auch bei mir weckt der Duft von Lavendel diffuse Kindheitserinnerungen an das Haus und das Schlafzimmer meiner Großeltern. Denn wie es früher üblich war, hingen in den Schränken überall kleine Büschel oder Duftsäckchen mit Lavendel, die die Motten von der Kleidung fernhalten sollten.

Ich glaube nicht, dass meiner Großmutter bewusst war, dass ihre Kittelschürzen, Kleider und Blusen immer einen leichten Hauch von Lavendel verströmten. Oder, dass sie wusste, dass der Duft des Lavendels im Schlafzimmer sehr beruhigend wirkte.

In mir weckt dieser Duft immer die Assoziation von Wärme und Geborgenheit und deswegen liebe ich den Lavendel auch in all seinen Formen, Farben und Duftnuancen.

Dieser frische, klare Duft hilft mir, mich zu zentrieren, wieder Kraft zu schöpfen und meine Gedanken zu ordnen - er hilft mir mehr als so manches Mittelchen, das ich in der Apotheke dafür finden könnte.

Mit meiner Vorliebe für diesen Duft stehe ich zum Glück nicht alleine da, auch wenn ich manchmal verwundert angeschaut werde, wenn ich mal wieder ins Schwärmen gerate.

Es scheiden sich beim Lavendel aber auch die Geister. Entweder man mag ihn, oder man mag ihn gar nicht. Persönlich kenne ich niemanden, der sagt, er mag ihn „ein bisschen“.

Vielleicht passt das aber auch gut zu seiner Ausstrahlung. Er ist keine Pflanze, die sich verbiegt und auch das Verholzen der Triebe zeugt von einer Erdverbundenheit und einem Streben der Sonne entgegen.

Doch nicht nur durch seinen Duft weiß der Lavendel zu überzeugen – auch seine eigenwillige Wuchsform, seine wunderbar klaren Farben und auch seinen Geschmack habe ich schätzen gelernt.

Längst sind die Zeiten vorbei, wo er lediglich als Duftsäckchen die Schränke der Menschen von innen kennengelernt hat, nein, sein Eroberungsfeldzug in die Küchen und Hausapotheken der Menschen ist kaum aufzuhalten. Gut so!

Lavendel im Garten

Obwohl Lavendel grundsätzlich eine (Mittelmeer-)Pflanze ist, die sehr viel Sonne benötigt, Staunässe nicht mag und für kühleres Klima weniger geeignet ist, kam sie bereits im Mittelalter über die Alpen auch nach Deutschland und erfreut sich hier wegen ihrer Schönheit und hervorragenden Eigenschaften einer großen und zunehmenden Beliebtheit.

Der betörende Duft, das Anlocken vieler Bienen, die Symbiose mit den heimischen Rosen, die wunderbare violette, blaue, rosa oder weiße Blütenfarbe, die Nutzung der Blüten und die Herstellung von Öl sind alles Argumente für sich, um diese wunderbare Pflanze im heimischen Garten anzupflanzen.

Der Standort

Lavendel kann im Garten – ausreichende klimatische Wärme vorausgesetzt – an vielen Standorten gesetzt werden: als kleine eigenständige Hecke, Randbepflanzung oder als Strauchhecke und in Steingärten. Besonders bewährt ist auch die Umfassung von Gärten und Zierbeeten mit Lavendel. Gerne wird er auch im Kräutergarten gepflanzt. Für kältere und frostgefährdete Regionen empfiehlt es sich, den Lavendel eher in die Nähe einer warmen Wand zu setzen oder aber ihn im Winter in Kübeln oder Töpfen in einen Wintergarten oder in ein Gewächshaus zu bringen.

Der Boden

Lavendel gedeiht in weniger nährstoffreichen, felsigen/steinigen und wasserdurchlässigen Böden. Die Pflanze mag grundsätzlich keine fetten Böden. Staunässe muss unbedingt vermieden werden. Schopflavendel (Lavandula Stoechas) liebt eher sandige, saure Böden, die Sorten ‚Echter Lavendel‘ (Angustifolia) und ‚Speicklavendel‘ (Latifolia) fühlen sich auf kalkhaltigen Böden wohl.

Der Schnitt

Warum schneiden? Für die optische Pflege, Formbringung und Verjüngung.

Wann schneiden? Nach dem letzten Frost und vor dem Austrieb – in Deutschland meist Ende März/Anfang April. Der zweite Schnitt vor dem Winter sollte zwischen Mitte Juli und Mitte August erfolgen.

Wie kurz schneiden? Im Frühjahr ca. 1/3 bis 2/3, im Sommer 1/3 bis zur Hälfte – jüngerer Lavendel kann kürzer geschnitten werden als ältere Pflanzen.

Welcher Schnitt? Den ganzen Strauch gleichmäßig einkürzen. Der klassische Kugelschnitt wird am häufigsten verwendet. Zu Erntezwecken schneidet man am besten 10 cm unterhalb der Blütenrispen

Verschneiden...

Es gibt drei typische Fehler:

  1. zu tief ins alte Holz
  2. zu später Schnitt im Sommer (der Lavendel kann dann nicht stark genug durchwachsen für den kommenden Winter)
  3. zu früher oder später Schnitt im Frühjahr

Kulinarik

Vielen Gerichten verleiht Lavendel eine ganz besondere Note, er sollte jedoch immer sparsam dosiert werden, sonst bekommt das Essen einen seifigen Beigeschmack.

Lavendel-Gelee
Kräuter-Risotto mit Lavendel
Lavendel-Stockbrot
Erdbeer-Lavendel-Süppchen

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