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        <name>Rühlemann&#039;s Kräuter und Duftpflanzen</name>
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    <title>Blog / Atom Feed</title>
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    <updated>2026-04-23T11:05:28+02:00</updated>
    
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            <title type="text">Kräutertrockner selber bauen</title>
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                 Zunächst werden die Latten zurechtgesägt und anschliessend geschmirgelt. Um das Ganze möglichst langlebig zu gestalten, sollte das Holz mit Leinöl (Leinölfirnis) gestrichen werden. Die Dachlatten zu einem Rechteck zusammenschrauben, das Leinentuch spannen und festtackern. 4 Füße zurechtsägen und drunterschrauben. Nun 4 Abstandhalter zusägen und auf die Ecken schrauben. Darauf nun ein weiteres Rechteck schrauben. Das Ganze kann um beliebig viele Etagen erweitert werden.  Kräutervorrat anlegen  Wenn der Sommer sich zu Ende neigt und der Herbst vor der Tür steht, ist es Zeit, einen Wintervorrat an Kräutern anzulegen. Viele Kräuter verlieren beim trocknen nur wenig an Geschmack, der Oregano entwickelt sogar erst durchs trocknen sein volles Aroma. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, sollte man die Pflanzen erst ernten, wenn sie trocken sind. Morgens haben sie am meisten Aroma, der perfekte Zeitpunkt zur Ernte. Der Ananassalbei ließ sich ebenfalls gut trocknen, die Blätter behielten ihr Aroma, die Blüten hingegen weniger. Die australische Zitronenmyrte hat sich ebenfalls bewährt, kann sowohl als Tee, als auch in der Küche verwendet werden.   Basilikum verliert für gewöhnlich beim trocknen viel an Aroma, das Wilde Purpur bildet hier eine Ausnahme, Blätter wie Blüten eignen sich hervorragend zum trocknen. Zum würzen von süssen oder salzigen Speisen oder als Tee, das wilde Purpur ist ein Multitalent. 
 von André Wieding und Florian Roosing 
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                            <updated>2021-04-23T07:30:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Kultiviertes Chaos</title>
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                 Planlos und wild gärtnern mit sich selbst versamenden Pflanzen von Silke Mauruschat 
 Was? Ja, was macht die Gärtnerin, wenn sie zu wenig Zeit für ihren Garten hat?  Verzweiflung und Frust machen sich da schnell breit. Die liebevoll geplanten und angelegten Beete werden schneller von unliebsamen Gräsern zurückerobert als sie schauen kann. Manche Lieblingsstauden mögen den zugewiesenen Standort doch nicht leiden und zeigen das deutlich - hässliche Lücken gähnen im Beet.   Am Zeitmangel lässt sich nicht drehen – Akzeptanz ist das Zauberwort. Deshalb beschließt die Gärtnerin eine neue, positive Sicht auf die Lage. Prachtstauden, die ständig nach Stütze, Dünger, Anbinden und Betüdeln schreien, mochte sie sowieso noch nie wirklich leiden.  Wie? Also lässt sie sich selbst versamende Pflanzen frei, beobachtet und lässt Mutter Natur mal Gartengestalterin spielen. Das ist auch gerade voll im&amp;nbsp; Trend – unter dem Namen BlackBoxGardening. Eigentlich ein alter Hut … denn jeder kennt bestimmt ein paar fleissige Gartenwanderer wie Fingerhut, Königskerze und Akelei.  Wann? Der Frühling ist ein guter Zeitpunkt sich willig versamende Stauden, Kräuter und Wildpflanzen im Garten einzubuddeln. Dann lässt man diese blühen und verblühen. Jetzt heißt es den inneren Putz- und Schnippelteufel zu bezähmen und die Samen schön ausreifen zu lassen.  Der Anblick vertrockneten Stengelgewirrs kann an trüben Novembertagen eine Herausforderung fürs Gemüt sein. Aber spätestens wenn alles bei Schnee und Raureif wie im Wintermärchen glitzert, ist das wieder vergessen. Im zeitigen Frühjahr kann das Gestrüpp dann ab und sogar kleingeschreddert  an Ort und Stelle mulchmäßig verteilt werden. Ansonsten ab auf den Kompost oder unter die Büsche damit.  Wind, Vögel, Ameisen und auch der Mensch helfen beim Verteilen der Samen fleißig mit. Ein besonderer Spaß ist es mit samenschwangeren Stengeln wedelnd durch den Garten zu wandeln um noch jungfräuliche Stellen zu besiedeln. Sollen die Nachbarn doch denken was sie wollen. Das ist die Wünschelrute für das blühende Gartenglück!  Beim Jäten heißt es dann erst einmal den Ball flach halten und nur ganz sicher unerwünschtes Kraut rauszureissen. Alle anderen fitzeligen Keimlinge werden beobachtet, bis sie identifiziert werden können. Für ganz Ungeduldige oder Unerfahrene: hier hilft auch eine kontrollierte Aussaat in Gefässen um die Jungspunde besser kennen- und unterscheiden zu lernen.  Wohin? Bei gefühlten tausend Nachtkerzen- oder Fingerhutbabys auf einer Stelle kann es natürlich auch mal zu viel werden. Hier wird ausgedünnt. Überschüssige Pflänzchen können natürlich auch an noch kahle Stellen im Garten umgepflanzt werden.  Wieso? Weshalb? Warum? Ist das jetzt so toll? Weil so ein Garten noch mehr bietet wie die gute alte Kinderüberraschung in Eiform:  1 Spannung und viel Spaß  Es sieht garantiert jedes Jahr anders aus. Blühenderweise entstehen immer wieder neue Farbkombinationen in den Beeten. Was stört, wird notfalls abgeschnitten und erfreut in der Vase das Auge.  Einige Gartennomaden wie Akelei, Fingerhut, Agastachen, Ringelblumen, Stockrosen, Mohn und Lupinen überraschen mit immer wieder anderen Blütenfarben.  Manche Pflanzen tauchen an den unmöglichsten Stellen auf. In Mauerritzen, direkt vor der Haustür, in Kübeln, Teichrandpflanzen auf dem „Trockenen“. Auch der Kompostplatz kann eine Fundgrube für verpflanzbare Sämlinge sein.  Die Wanderpflanzen suchen sich „ihren“ Standort an dem ihnen Boden, Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit gut in den Kram passen.  2 Genuß mit allen Sinnen Bei der üppig gedeihenden Fülle fällt auch reichlich kulinarisch und anderweitig verwertbares Material an:  - Duftiges für Tee und Liköre - Wildes für Green Smoothies - Knackiges für Salate - Würziges für Soßen, Aufstriche und Kräuterbutter - Essbare Blüten für Süßes und Pikantes - Bunt Blühendes für Sträuße und Kränze  3 Bonus - ein Beitrag für Natur und Umwelt (Artenvielfalt)*  Für die Natur ist so ein Garten ein Segen: Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlinge finden hier Nahrung und ein Refugium. Davon profitiert natürlich auch die Vogelwelt/die gefiederten Gartenbewohner. Diese vertilgen dann nebenbei manche ungern gesehenen Gäste wie z. B. Blattläuse. Hier wäscht eine Hand die andere.   Der Garten wird zum Asyl für in der freien Wildbahn selten gewordene einheimische Wildpflanzen. Wenn dann auch noch ein Schwalbenschwanz um die Wilden Möhren flattert stellen sich Glückshormone pur ein.  4 Noch mehr des Guten? - der Garten benötigt weniger (dringende) Pflege - Pflanzenschutzmittel waren gestern - Wässern und Düngen entfallen bzw. sind seltener nötig - das Sparschwein freut sich - die eingesparte Zeit wird im Liegestuhl gemütlich entspannt oder anderweitig genossen  Happyend Bei der Gärtnerin ist da im Lauf der Zeit ein buntes Volk zusammengekommen: Wildfänge, Ausgebüxte, Nomaden, Vagabunden, Frechdachse, Lückenbüsser, Überraschungsgäste und Findelkinder.  Um den Spaß zu erhöhen verstreut die Gärtnerin jedes Jahr den Inhalt von ein paar Samentütchen und freut sich auf die neuen Gartenbewohner. 
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            <title type="text">Bienengarten auf engstem Raum</title>
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                 (Katalog 2019, Seite 317) 
  Rezept als pdf-Datei öffnen  
 Möchten Sie unseren kleinen, fleißigen Honigsammlerinnen eine Freude machen? Aber leider haben Sie keinen Garten? Kein Problem! Auch bepflanzte Kübel und Kästen werden zu wahren Bienenmagneten, wenn man sie mit ein paar geeigneten Pflanzen bestückt. Und das Schöne ist: die Blütenpracht erfreut nicht nur den Honigmagen der Bienen, sondern ebenso unsere Augen! Ein schönes Beispiel dafür letztes Jahr im Freigelände unseres Direktverkaufs zu sehen. Herzgespann, Zwergsalbei und Kaskadenthymian haben sich so stark entwickelt, dass man kaum noch den Pflanzkasten sehen kann. 
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            <title type="text">Schneckengeflüster</title>
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                 (Katalog 2018, Seite 310) 
   Diese Stauden verderben gefräßigen Nacktschnecken den Appetit   
 
 Alant 
 Anisgoldrute (alle Goldruten) 
 Baldrian 
 Braunelle 
 Disteln 
 Dost 
 Duftsteinrich 
 Ehrenpreis (Veronica Arten) 
 Fetthenne 
 Fingerhut 
 Gamander, aufrecht 
 Gänseblümchen 
 Gänsefingerkraut 
 Goldlack, Schöterich 
 Goldmelisse 
 Goldmohn 
 Günsel, kriechender 
 Hauswurz 
 Johanniskraut 
 Karde 
 Katzenminzen 
 Knöteriche 
 Königskerzen 
 Labkraut 
 Mädesüß 
 Margerite 
 Mariengras 
 Mauerpfeffer 
 Moschusmalve 
 Mutterkraut 
 Nachtkerzen 
 Nelken 
 Ochsenzunge 
 Pechnelke 
 Pfennigkraut 
 Rainfarn 
 Römischer Bertram 
 Schafgarbe 
 Schlüsselblume 
 Silberwurz 
 Spornblume 
 Stockrosen 
 Tripmadam 
 Wiesenstorchschnabel 
 Wollziest 
 
   Auch bei folgenden essbaren Kräutern ist die Auswahl an Appetitzüglern für Nacktschnecken groß   
 
 Allium, Schnittlauch, Zwiebeln 
 Amaranth 
 Artemisien (Estragon, Wermut ...) 
 Artischocke 
 Bergbohnenkraut 
 Borretsch 
 Currykraut 
 Damaszenerkümmel 
 Estragon 
 Fenchel 
 Kamille 
 Kapuzinerkresse 
 Lavendel 
 Majoran 
 Minzen 
 Olivenkraut 
 Oregano 
 Pimpernelle 
 Rhabarber 
 Römischer Ampfer 
 Rosmarin 
 Salbei 
 Thymiane 
 Weinraute 
 Wermut 
 Wildrauke, ausdauernd 
 Ysop 
 Zitronenmelisse 
 Zypressenkräuter (Santolina) 
 
   Speziell für halbschattige Standorte   
 
 Akelei 
 Beinwell, Comfrey 
 Frauenmantel 
 Farne 
 Geißfuß, weißbunt 
 Jakobsleiter, kriechend 
 Kaukasische Geißraute 
 Nachtviolen 
 Ruprechtskraut 
 Sibirischer Tee (Bergenien) 
 Taglilien 
 Tellima 
 Trauben-Silberkerze 
 Walderdbeere 
 Wald-Geißbart 
 Waldmeister 
 Ziegenkraut 
 Zimbelkraut 
 Zypressenwolfsmilch 
 
   Delikate Leckerbissen für Schnecken, besonders die jungen Austriebe   
 
 Basilikum 
 Dill 
 Senf 
 Chilipflanzen 
 Astern 
 Jiagolan 
 Tagetes 
 nur im Jungstadium: Petersilie, Sellerie 
 
 Nachts gehen Schnecken auf Schlemmertour. Deshalb sollte möglichst nur morgens und nur direkt an der Pflanze gewässert werden. Schwache, kranke und besonders junge, zarte Pflanzen sind am anfälligsten für Schneckenfraß. 
   Der beste Schutz gegen Nacktschnecken   
 Den Artenreichtum im Garten fördern und möglichst viele verschiedene Kräuter, Gemüse und ein- und mehrjährige Blühpflanzen anbauen! Dabei sollte auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden. Auch biologische Präparate bitte nur sparsam einsetzen. 
 Um natürliche Freßfeinde wie Igel, Kröten, Blindschleichen und Käferarten zu fördern, sollte der Garten nicht zu „aufgeräumt“ sein. Totholz, Reisighaufen, Stein- oder Sandhaufen, Trockensteinmauern und ein Teich bieten natürlichen Lebensraum für alle, die den Nacktschnecken und ihren Eiern an den Kragen wollen. Auch Wildbienen und viele andere Insekten profitieren von so einer Gartenoase. 
 In einem schneckensicher gebauten Hochbeet lassen sich gut Gemüse und weitere Leibspeisen der Schnecken kultivieren. Neben Schneckenzäunen aus verzinktem Metall helfen auch Kupferbänder, Schneckenkragen und Pflanzhauben bei der Abwehr der Nimmersatten. 
 Die sinnvollste und humanste Schneckenbekämpfung erfolgt mit Lebendfallen. Die so gefangenen Schnecken sollten mindestens 1 km vom Garten entfernt wieder frei gelassen werden. 
 Neben Laufenten werden mittlerweile auch Tigerschnegel und Weinbergschnecken (essen die Gelege der Nachtschnecken) zur Eindämmung einer Schneckenplage eingesetzt. 
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            <title type="text">Sträuße aus der Kräutergärtnerei</title>
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                 (Katalog 2018, Seite 282) 
 Als Gärtnerin habe ich immer mal wieder Sträuße gebunden. Mir hat diese floristische Variante meiner Tätigkeit sehr viel Spaß gemacht. Warum also nicht auch Kräuter- und Duftpflanzen für Sträuße nutzen? 
 Zum Saisonstart 2017 entstanden die ersten Kreationen als Dekoration für den Direktverkauf. Nach dem positiven Feedback der Kunden und Kollegen habe ich über die Saison immer wieder neue bunte Sträuße gebunden. 
 Farb- und Kräuterwahl waren dabei rein intuitiv, ob der Strauß sich zu einem schönen Bild zusammenfügt. Die Haltbarkeit der Sträuße war teilweise verblüffend, wobei festere Stiele eindeutig länger in der Vase halten als sehr weiche Stiele. 
 Lassen Sie sich von den Bildern inspirieren - vielleicht kreieren Sie ja auch mal Ihren ganz persönlichen Strauß! 
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            <title type="text">Back to the roots</title>
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                 (Katalog 2018, Seite 102) 
  Eines Morgens im Frühling  … die Gärtnerin betrachtet voller Liebe ihr im Herbst neu angelegtes Beet. Dort hatte sie auch ein Mariengras eingebuddelt. Der Kinnladen geht runter. Da hat doch die Mutter Marie einen Flashmob veranstaltet! 
 Dabei wollte diese der Gärtnerin doch nur etwas gesunde Farbe der Freude ins winterblasse Gesicht zaubern. Sie hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. Die vielen Lücken zwischen den Pflanzen, herrlich lockerer Boden - ab ging die Post. Und so eine flache Thymian-Matte - laaangweilig, die brauchte noch etwas Leben! Sie war so stolz auf sich. Mal eben von faustgroß bis auf einen schönen Kreis mit einem Quadratmeter Durchmesser gewachsen. 
 Dunkelrot im Gesicht, schlimme Worte murmelnd, kennt die Gärtnerin kein Halten. Meterlange Wurzelspaghetti wandern in die Biotonne. Mutter Marie, unsanft auf dem Rasen gelandet und wieder auf Faustgröße gerupft, feixt sich eins. „Du, Gärtnerin, das sitz‘ ich doch locker aus. Mich kriegt so schnell keiner klein - hi hi...“ 
 Jetzt möchte ich Sie aufklären über unsere „Krabbelkräuter“. Sie haben sozusagen „Hummeln im Hintern“, leiden unter chronischer Wanderlust (Minzen!) und unheilbarer Ausbreititis. Sie wollen nicht da bleiben, wo wir sie pflanzen. Man kann nur die Symptome bekämpfen. Mehr dazu später. 
  Zuerst: Warum machen die das?  Wollen die uns in den Wahnsinn treiben, haben die Spaß an unseren Verzweiflungstränen und Wutausbrüchen? Nein, sie können einfach nicht anders. Pflanzen leben in einer gnadenlosen Ellbogen-Gesellschaft. Täglich tobt der Kampf um Futter, Licht, Wasser, Lebensraum. Und das wichtigste: die Arterhaltung. Da kommen die Bienchen und die Blümchen ins Spiel - viele Pflanzen breiten sich durch Samen aus (generative oder geschlechtliche Vermehrung). 
  Andere verfolgen Plan B.  Die pfeifen auf die Bienchen. Hemmungslos, ohne rot zu werden, können sie das selbst - zuerst natürlich im Verborgenen. Hierzu dient ihr Rhizom (Wurzelstock), keine echte Wurzel, sondern eine umgewandelte Sprosse mit Knospen. So breiten sie sich mal hierhin und mal dorthin aus. Berüchtigte Vertreter dieser Methode: unter anderem Brennesseln, Giersch (Geißfuß) und etliche Gräser (Bambus!). Wird der Gärtner nun sehr wütend und hackt ganz wild auf die Rhizome ein, hat er statt einer Pflanze plötzlich eine ganze Herde davon. Über die er sich dann noch viel mehr ärgern kann - oder er freut sich und erntet. Dem Kraut ist das Schnuppe, es hat sich erfolgreich vermehrt ... so einfach! 
  Plan C gibt‘s auch noch:  Diese Kräutlein machen ober- oder unterirdische Stolonen (Ausläufer), an denen sich kleine Tochterpflanzen bilden. Eine gute Methode, sich hübsch heimlich durch die Beete zu weben. Besonders dafür bekannt sind (Wald-)Erdbeeren und Gänsefingerkraut. 
 Plan B und C zählen zur vegetativen oder ungeschlechtlichen Vermehrung. Diese neu entstandenen Pflanzen sind Klone mit den gleichen Eigenschaften der Mutterpflanze. 
 Einige der wuchsfreudigen Krabbelmonster sind z.B. Mariengras, Brennnessel, weißbunter Geißfuß, Zypressenwolfsmilch, Gänsefingerkraut, Walderdbeere (Saatgut), Waldmeister, Vap Ca, Maiglöckchen ... Weitere finden Sie auf www.kraeuter-und-duftpflanzen.de unter der Rubrik „Verwendung“ - „Kriechende Kräuter“. 
 Hier meine Ermunterung diese Kräuter trotzdem in Ihrem Garten zu pflanzen, denn sie sind: 
 
  robust und meist anspruchslos  
  oft geeignet für Problemstandorte  
  bieten ein schnelles Erfolgserlebnis  
  üppige Grünmasse = reiche Ernte  
  schützen den Boden vor Austrocknung  
 
 Flachwachsende Rasenkamille und Thymiane weben dichte, duftende Teppiche, die man sogar vorsichtig betreten kann. 
 In diesem Sinne: back to the roots! 
   So zähmen Sie Ihre Krabbelkräuter:   
   Fußfessel!   
 Im Boden versenkte Eimer oder Mörtelkübel, den Boden rausgeschnitten, helfen dem Eroberungsdrang Grenzen zu setzen. Ebenso Rhizomsperren, die sonst effektiv gewisse Bambus-Sorten bändigen. 
   Einsperren!   
 Sind die „Wurzelkräuter“ zu keck, hilft auch immer Alleinhaltung in hübschen Töpfen und Kübeln. 
   Machen lassen!   
 Gibt der Garten es her, räumt man z.B. den Minzen oder Giersch (Geißfuß) ein Extra-Plätzchen ein, wo sie sich lustvoll mehren dürfen. 
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            <title type="text"> Alle Jahre wieder - Überwinterung</title>
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                 (Katalog 2016, Seite 294) 
 Alle Jahre wieder folgt dem Sommer der Herbst und unweigerlich fangen wir Gartenfreunde an uns zu fragen: „Wie bringen wir unsere Schätzchen erfolgreich durch den Winter?“ Individuelle Antworten dazu gab‘s in unseren Schnupperstunden im September 2015. 
   Verständnis für die Pflanze entwickeln   
 Die Natur hat viele unterschiedliche Strategien entwickelt um durch den Winter zu kommen. Daher ist es sehr wichtig sich mit der zu überwinternden Pflanze zu beschäftigen. Woher stammt die Pflanze? Wie sind die klimatischen Bedingungen am natürlichen Standort? Welche Strategie hat die Pflanze entwickelt um der kalten Jahreszeit zu trotzen? 
 Varianten der Natur sind das Abwerfen des Laubes im Herbst oder die Pflanze zieht ein, um im nächsten Frühjahr aus dem Wurzelstock, einer Knolle, Zwiebel oder aus Rhizomen wieder auszutreiben. 
 Dennoch ist es unerlässlich, dass wir uns mit der Herkunft der Pflanzen auseinander setzen. Pflanzen, die in unseren Breiten die gleichen klimatischen Bedingungen finden wie am natürlichen Standort, überwintern meist problemlos ohne unser Zutun, wenn diese in einem Beet ausgepflanzt sind. Wenn diese Pflanzen in Kübel gepflanzt sind, gibt es einige Dinge auf die geachtet werden sollte. 
   Der ideale Überwinterungsort   
 Welche Anforderungen stellt die Pflanze, die wir überwintern wollen an den Standort an dem sie überwintert werden soll? Auch hier ist wieder wichtig, dass wir auf die Pflanze im einzelnen schauen: Kommt die Pflanze aus dem mediterranen Raum oder sogar aus den Tropen? 
 Mediterrane Pflanzen bevorzugen einen kühlen hellen Standort, bei tropischen Pflanzen sollte die Temperatur während der Überwinterung nicht unter 15°C fallen, aber selbst das kann schon für einige Pflanzen zu kühl sein. 
 Neben der Temperatur ist das Licht ein ganz wichtiger Faktor bei der Überwinterung von Pflanzen. Dunkle Flure oder Keller sind denkbar schlechte Orte um Pflanzen zu überwintern, es sein denn, es handelt sich um Knollen, die überwintert werden, wie z.B. bei Dahlien, Schokoladen-Kosmeen, Liebstöckel etc.  Wie wichtig das Licht bei der Überwinterung ist, zeigt sich gut am Beispiel Basilikum; diesem Sonnenanbeter reicht das Licht während des Winters in unseren Breiten nicht aus und deshalb geht diese ausdauernde Pflanze trotz aller Bemühungen unsererseits oftmals ein. 
 Der Keller wäre noch ein möglicher Überwinterungsort für Pflanzen, die ihr Laub verlieren, als Beispiel die Orangenverbene. 
   Wie schütze ich draußen vor Frost?   
 Viele unserer Pflanzen haben wir in Gefäße gepflanzt, die Pflanze hat somit nur eine begrenzte Menge Erde zur Verfügung. Diese begrenzte Menge Erde kann bei starkem Frost komplett durchfrieren, es besteht die Gefahr, dass Pflanzen dadurch vertrocknen. Daher kann es hilfreich sein, den Topf mit einer Luftpolsterfolie vor dem stärksten Frost zu schützen. 
 In Beete ausgepflanzte Stauden können mit Tannenreisig oder einem Vlies abgedeckt werden, damit sie vor dem ärgsten Frost geschützt sind. Knollenbildende Pflanzen können, wenn die oberirdischen Pflanzenteile abgestorben sind, ausgegraben werden, in einer Kiste im Keller den Winter über eingelagert werden um dann im nächsten Frühjahr wieder eingepflanzt zu werden. 
 Foliengewächshäuser oder Folienbeutel bieten keinen Frostschutz, im Gegenteil! Sie können sogar zu Schäden führen, da es unter der Folie kälter werden kann als in der direkten Umgebung außerhalb der Folie. Außerdem bildet sich sehr häufig eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit unter der Folie. Diese kann zu Grauschimmelbefall an den zu überwinternden Pflanzen führen, der dann anstelle des Frostes unseren Pflanzen den Garaus macht. 
   Faustregeln zur Überwinterung   
 
 
 Das Thema Überwinterung beginnt beim Kauf der Pflanze! Setzen Sie sich mit den Ansprüchen der Pflanze auseinander: Welchen Standort bevorzugt die Pflanze? Ist eine Winterhärte gegeben? Wo ist der natürliche Lebensraum der Pflanze? 
 Im Herbst und im Winter benötigen unsere Pflanzen weniger Wasser und Dünger. Es ist ganz wichtig die Wassergaben der Witterung anzupassen; gedüngt werden sollte einmal im Monat mit dem Gießen. Stauende Nässe ist unbedingt zu vermeiden, da sonst die Wurzel Schaden nehmen kann. 
 Während des Winters können die meisten mediterranen Pflanzen kühl und hell überwintert werden. Licht ist ein ganz wichtiger Faktor bei der Überwinterung. Steht die Pflanze zu dunkel, kann es zu Problemen kommen - im schlimmsten Fall stirbt die Pflanze ab oder die Pflanze braucht im nächsten Frühjahr sehr lange um wieder mit dem Wachstum zu starten. 
 Pflanzen, die aus den Tropen stammen, sollten hell und warm durch den Winter gebracht werden. Temperaturen von unter 15°C sollten nicht unterschritten werden. Die trockene Luft in unseren Wohnzimmern kann zu einem Spinnmilbenbefall führen. Deshalb sollten die Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge kontrolliert werden. 
 Bei Kübelpflanzen, die frostfest sind, sollte ein Durchfrieren der Erde verhindert werden. Sei es, dass die Pflanzen an einen geschützten Ort im Garten gestellt werden oder die Töpfe mit Laub, Luftpolsterfolie oder alten Decken vor dem Frost geschützt werden. 
 Winterharte Pflanzen sollten draußen überwintert werden. Werden diese aus übertriebener Fürsorge ins Haus geholt, scheitert die Überwinterung oft. 
 Nutzen Sie Reisig, Laub oder ein Vlies um Pflanzen draußen vor dem Frost zu schützen. Folie trägt in vielen Fällen zum Misserfolg der Überwinterung bei. 
 Wenn Sie an Ihren Pflanzen im nächsten Frühjahr wieder Wachstum beobachten, erhöhen Sie langsam die Wasser- und Düngergaben. 
 Ist die Überwinterung gelungen, gewöhnen Sie die Pflanzen vorsichtig wieder an das Licht. Glas lässt nur sehr wenig UV-Strahlung durch, daher besteht die Gefahr von Sonnenbrand, wenn es für die Pflanzen wieder ins Freie geht. Dies sollte somit an bedeckten Tagen geschehen. 
 
 
 Mit diesen Faustregeln sollten Sie in der Lage sein Ihre Pflanzen erfolgreich durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Pflanzen und einen guten Rutsch in die neue Kräutersaison! 
  „Wenn man mich ein halbes Jahr in einen dunklen Keller sperren würde, wäre ich auch beleidigt …!“  
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            <title type="text">Mini-Gewächshaus? Ganz einfach!</title>
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                 (Katalog 2017, Seite 107) 
 Eines Abends, beim Vernaschen von kleinen leckeren Tomaten, fiel mir die besondere Form der Verpackung auf: Topfform, mit Deckel. Am Topfboden Löcher, die überschüssiges Gießwasser ausleiten könnten. Die Löcher im Deckel sorgen für eine geregelte Luftzufuhr. „Ideal zur Stecklingsvermehrung!“, dachte ich sofort. 
 Und so hab ich‘s dann auch gleich ausprobiert. Den Topf bis zur Hälfte mit Stecklingserde gefüllt, denn der Steckling muss genügend Platz bis zum Deckel haben. 
 Angießen, einen geeigneten Steckling schneiden und einsetzen. Noch mal angießen. Deckel drauf. Und an einen hellen warmen Platz stellen. Der Deckel beschlägt leicht. In den nächsten Wochen darauf achten, dass die Erde nicht zu nass und nicht zu trocken wird. Nach ein bis zwei Wochen, je nach Standort und Pflanzenart auch länger, haben sich die ersten kleinen Wurzeln gebildet. Sie zeigen sich bald darauf am durchsichtigen Topfrand. Jetzt ist es Zeit, den Deckel zu entfernen. Jetzt besonders an das Gießen denken! 
 Wenn sich genügend Wurzeln gebildet haben und sich am oberirdischen Teil des Stecklings neue Blätter oder Triebe bilden, ist es höchste Zeit zum Umtopfen. Jetzt braucht das Pflänzchen andere, gehaltvollere Erde und einen dunklen Topf. 
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            <title type="text">1x1 der Pflanzengesundheit - Die Konkurrenz</title>
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                 (Katalog 2017, Seite 282) 
 Wir alle wollen gesunde Pflanzen und nach Möglichkeit wollen wir diese auch noch bedenkenlos verzehren... oder? Dann aber müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass es eine Pflanze ohne Mitesser gar nicht gibt. Und das hat nicht immer etwas mit ihrem Gesundheitszustand zu tun. Vielleicht müssen wir wieder lernen zu teilen? Alle finden den Schmetterling schön, aber niemand toleriert die Raupe auf dem Kohl. Wie viele lieben den Gesang der Stare? Wer noch, wenn sie den Kirschbaum plündern? Wir sind nicht allein. 
  Die folgenden kleinen Vegetarier treten oft zu bestimmten Zeiten im Jahr an bestimmten Pflanzen auf:  
   Blattläuse   
 Hellgrün bis rote, bis 7mm große Insekten. Lebendgebährend, dadurch sehr schnelle Vermehrung. Ernährung: stechend saugend von kohlehydratreichen Pflanzensäften. Durch Absonderungen von Zucker leben sie in Symbiose mit Ameisen und anderen. Häufiges Auftreten an frischen Austrieben und Jungpflanzen, im Frühjahr oder/und bei großen Temperaturschwankungen von kalt auf warm. Oft gibt es sporadisches Auftreten mit ebenso plötzlichem Verschwinden. An Jungpflanzen mit sehr weichem Laub oder Blütenansätzen können sie große Schäden anrichten. Erste Maßnahmen: Befallene Stellen entfernen, abspülen, mit Produkten auf Basis von Kaliseife oder Brennesselsud behandeln. Nützlinge: Schlupfwespe (Aphidius colemani), Florfliegenlarve (Crysoperla carnea). 
   Weiße Fliege   
 Mottenschildlaus, adult 1,5 mm geflügelte hellgelbe bis weißliche Tiere. Weibchen legen in der warmen Jahreszeit bis zu sieben 0,1mm große, längliche, gelb-weißliche Eier täglich. Adulte Tiere saugen an Blattunterseite. Häufiges Vorkommen in Gewächshausern, andere Arten auch an Kohl im Freiland. Erste Maßnahmen: Ältere Blätter mit Eiablage entfernen, gelbe Leimtafeln aufhängen. Behandlung mit Produkten auf Basis von Kaliseife. Nützlinge: Schlupfwespe (Encarsia formosa). 
   Echte Rote Spinne (Spinnenmilbe)   
 gehört zur Familie der Spinnentiere, 0,3 - 0,5 mm groß, von grün bis rot gefärbt - je nach Nahrung. Blätter weisen helle Saugstellen auf, sind durchscheinend oder silbrig glänzend, bei stärkerem Befall Gespinste an jungen Blatttrieben oder Blattunterseite. Auftreten bei hohen Temperaturen im Gewächshaus oder über der Heizung (trockene Luft). Erste Maßnahmen: Kälter stellen, Luftfeuchtigkeit erhöhen. Befallene Blätter, Triebspitzen mit Gespinsten vorsichtig raus schneiden. Nützlinge: Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis) fungieren hier leider nur als Platzhalter. Bei größeren Populationen vermehren sich die Spinnmilben schneller als die Nützlinge. Behandlung: z.B. Neem, Spruzit (Anwendungshinweise beachten). 
   Weichhautmilben   
 0,1- 0,3 mm kleine gelbgrün bis dunkelgrüne Spinnentiere, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Diese, bemerkt man sie nicht rechtzeitig, können unter Glas sehr große Schäden anrichten. Sie saugen an jungen Pflanzenteilen, die dadurch verkrüppeln, kräuseln und eine harte ledrige Struktur bekommen. Bei starkem Befall kommt es zu Wachstumsstopp, was zum Tod der Pflanze führen kann. Zu ihren Lieblingspflanzen gehören Paprika, Chili, Spinat und Auberginen. Hygiene ist bei diesen Tieren sehr wichtig. Verkrüppelte Pflanzenteile müssen vorsichtig, umgehend und großzügig entfernt werden, da sich Weichhautmilben bei Erschütterung fallen lassen. W-Milben lieben hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme. Um die Vermehrung einzudämmen, kann man diese verringern. Nützlinge: Raubmilben (Amblyseius bak./ cuc.) In großen Beständen auch vorsorglich einsetzbar. Behandlung: z.B.Neem, Spruzit. 
   Thrips   
 Fransenflügler. Gehören zur gleichen Familie der Gewittertierchen, die im Sommer bei hoher Luftfeuchte auf der Haut kribbeln. Adulte Tiere sind ca. 1-2 mm lang, dunkel gefärbt und teilweise gestreift. Die Larven sind heller, oft gelb oder grünlich und als winzige Würmchen zu erkennen. Sie schädigen die Pflanze durch Stechen, Saugen und punktuelles Wegschaben des Blattgrüns. Dadurch entstehen silbrig glänzende Flecken auf der Blattoberseite. Häufiges Vorkommen im Sommer. Thrips können sehr schwierig zu bekämpfen sein. Erste Maßnahmen: Befallene Pflanzenteile absammeln. Nützlinge: Raubmilben (Amblyseius bak./ cuc.). In großen Beständen mit Thrips-anfälligen Pflanzen auch vorsorglich einsetzbar. Behandlung: Mit Produkten auf Kaliseifebasis richtig einseifen. Neem, Spruzit. 
   Schmierläuse / Wollläuse   
 Häufig Zitrusschmierlaus und langschwänzige Schmierlaus. Bevorzugt warme Gewächshäuser oder Zimmer. Andere Arten winterhart bis -40 C, 12mm groß, weiße wollige Behaarung, hinterlassen einen weißen Schmierfilm. Durch Honigtau-Absonderungen sind die Blätter der Wirtspflanze klebrig, auf diesen siedeln sich gerne schwarze Rußtaupilze an. Besonders an hartlaubigen und krautigen Pflanzen saugend. Kakteen und andere Sukkulente, Zitronen, Zuckerrohr. Erste Maßnahmen: mit feuchtem Lappen abwischen, mit Seife abwaschen, befallene Pflanzenteile entfernen, Vorgang wiederholen. Nützlinge: Australischer Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri). Sehr gute Erfolge, allerdings nur im Gewächshaus bei 22°C. 
   Trauermücken   
 Diese Mücken sind bis zu 7mm groß und verdanken ihren Namen ihrer dunklen Färbung. Sie lieben schwarze, feuchte, warme Erde wie bei Aussaaten und Stecklingen, wo sie bei massenhaftem Auftreten zum Problem werden können, da sie die Wurzeln fressen. Vorbeugend eine gute Maßnahme ist, die Substratoberfläche mit hellem Sand zu bestreuen. Erste Maßnahmen: Gelbe Leimtafeln aufhängen um adulte Tiere abzufangen und Substrat trockener halten. Nützlinge: Nematoden Steinernema feltiae. 
   Raupen   
 Larven von Schmetterlingen. In allen Größen, Formen und Farben ausgestattet mit ordentlichen Fressorganen, die in kürzester Zeit junge Pflanzen kahl fressen können. Ei-Ablage meist an der Unterseite der Blätter einzeln oder als Pakete. Da Raupen gut getarnt sind, verwechselt man ihr Schadbild leicht mit Schneckenfraß. Vorbeugende Maßnahmen sind beliebte Pflanzen wie z.B. Kohl mit Netzen abzudecken und regelmäßig zu kontrollieren. Direkte Maßnahmen sind regelmäßiges Absammeln der Raupen und Entfernen der Ei-Ablagen. 
   Pilze   
 Echter Mehltau: Schlauchpilz, lebt an der Oberseite der Pflanze. Weiße Flecken auf der Ober- und Unterseite, bei warmen Wetter auch im Frühling (Sommerpilz), in späteren Stadium sind Blätter, Triebe, Knospen, Blüten und Früchte mit einer mehligen- schimmeligen Schicht überzogen. Wichtig hier ist frühes Erkennen, befallene Blätter absammeln. Auf Luft im Bestand achten um Ansteckung zu vermeiden. Vorbeugende Maßnahmen und direkte Maßnahmen sind Pflanzen stärkende Mittel wie Jauchen, Brühen und Tees. Schachtelhalm bei akuten Befall 3x in kurzen Zeitabständen ausbringen, sonst alle 3-4 Wochen. Molke 1:1 mit Wasser verdünnt, 2x wöchentlich. Produkte auf Schwefelbasis. Falscher Mehltau: Schwieriger zu behandeln, weißlich-graue bis bräunliche Überzüge, vor allem an Blattunterseite, braune bis gelbe Flecken scharf durch Zellen abgegrenzt an der Blattoberseite. Befallene Pflanzen wachsen schlecht, befallene Pflanzenteile sterben schnell ab, da der Pilz im Inneren lebt und ihrem Wirt die Wasser- und Nahrungsleitung blockiert. Eher ein Schlecht-Wetter-Pilz; zu enger Bestand, feuchte und kalte stehende Luft begünstigen sein Wachstum. Vorbeugende Maßnahmen: Wie bei echtem Mehltau, jedoch sollte man ihn durch seine Hartnäckigkeit besonders im Auge behalten. Tritt er auf, sollte man die Pflanze mit allen befallenen Stellen - wenn möglich - komplett runterschneiden und das Laub über den Hausmüll entsorgen oder verbrennen. Die Pflanze über einen sehr langen Zeitraum mit Schachtelhalm stärken. Kulturmaßnahmen oder Standort ändern. Im biologischen Anbau gibt es Spezialfungizide (z.B. kupferhaltige Präparate) auf deren Einsatzgebiete und Verträglichkeit man aber trotzdem achten sollte. 
   Unsere kleinsten Mitarbeiter: Nützlinge   
  Ei von der Florfliege 
  Florfliegenlarven 
  Larve vom australischem Marienkäfer 
  Nützlinge 
 Haben Sie Vertrauen in das - sichtbare und unsichtbare - Leben! Gestehen Sie einem jeden Lebewesen grundsätzlich eine Daseinsberechtigung zu und begegnen Sie - auch unliebsamen Plagegeistern - mit Achtung! Denken Sie ganzheitlich! Die Welt der Pflanze schließt alles mit ein, vom Mond, der die Wasser der Erde bewegt, bis hin zum Mikrokosmos, den die Pflanze umgibt. Finden Sie Freude am Beobachten, Entdecken und Erkennen - nicht jedes Insekt auf ihrer Pflanze ist schädlich! 
   Raubmilben   
 (Amblyseius barkeri/cucumeris) sind 0,5 mm große rotbraun gefärbte und sehr agile Räuber. Anwendung bei: Thrips, Weichhautmilben, frühzeitig gegen Rote Spinne. Klima: &amp;gt;16°C, hohe Luftfeuchtigkeit. 
   Schlupfwespe   
 (Aphidius colemani) ist 2-3 mm groß und schwarz-bräunlich gefärbt. Die adulten Weibchen suchen gezielt nach Blattläusen und parasitieren diese. In ihrem einwöchigem Leben kann ein Weibchen mehr als 200 Blattläuse parasitieren. Die mumifizierten Blattläuse sind leicht an ihrer aufgeblasenen Gestalt und ihrer gold-bronzenen Färbung zu erkennen. Aus diesen schlüpfen neue Schlupfwespen, die sofort wieder damit beginnen neue Blattläuse zu parasitieren. Klima: relativ geringe an Temperatur (&amp;gt;15°C) und Luftfeuchte. 
   Australische Marienkäfer   
 (Cryptolaemus montrouzieri) sind wie unsere heimischen räuberisch. Sowohl die Larven wie auch die adulten Tiere leben von Woll-/ Schmierläusen. Die adulten Käfer sind 4mm groß und schwarz gefärbt mit orangem Kopf. Die Flügel sind leicht rötlich behaart. Aus den Eiern, die von den Weibchen gezielt in Wolllauskolonien abgelegt werden, schlüpfen Larven die mit ihren langen weißen Wachsfäden den Wollläusen ähneln. Nur werden sie nach einiger Zeit größer und sind mobiler. Klima: Für einen guten Erfolg sind Temperaturen über 21°C notwendig, die Luftfeuchtigkeit sollte 70% betragen und ab und zu sollte der Bestand mit Wasser übersprüht werden, da die Tiere Trinkwasser benötigen. 
   Schlupfwespen   
 (Encarsia formosa) sind 0,4 mm große Insekten mit schwarzem Kopfteil und gelbem Hinterleib. Die Weibchen parasitieren die Eier der Weißen Fliege, die sich nach der Eiablage schwarz färben. Junge Entwicklungsstadien der weißen Fliege werden angestochen und ausgesaugt. Klima: Durchschnittstemperaturen von 17°C. 
 ördern Sie Nützlinge, z. B. durch das Anlegen von Insektenhotels 
   Pflanzenstärkung   
 Einige dieser Mittel können leicht selber hergestellt werden, andere sind dank ihrer Nachfrage schon im Handel erhältlich, aber meist sehr teuer. Unter www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz finden Sie Rezepte zu Brühen, Jauchen und Tees vom Pflanzenschutzamt Berlin. 
 Werden sie über das Substrat der Pflanze gegeben, also gegossen, ernähren sie vor allen Dingen das Bodenlebewesen wodurch ein gesundes Bodenmilieu entstehen kann. Ob gegossen oder gespritzt, die richtige Dosierung ist auch bei selbst hergestellten pflanzlichen Auszügen wichtig. Hier ein paar Beispiele: 
   Schachtelhalm   
 Equisetum arvense, enhält Kieselsäure, die das Pflanzengewebe härtet. Die Pflanzen können sich so besser vor Pilzen und Insekten schützen und kommen mit Schäden besser zurecht. Wird vor allem bei pilzanfälligen, schwachen und Jungpflanzen eingesetzt. 
   Brennessel   
 Urtica dioica. Kurz angesetzte Jauche wirkt ätzend und wird gegen Blattläuse angewendet. Durch den hohen Stickstoffgehalt der Jauche ist Brennessel ein Powerdünger, der sehr gut verträglich ist. Aber Vorsicht! Wird mit Brennesseljauche überdüngt schmeckt die Ernte eventuell nach Jauche. 
   Knoblauch   
 Allium sativum, wird ausgekocht. Gespritzt oder gegossen fördert es das Aroma. Es stärkt die Pflanze wirkt antiseptisch und hält durch den Geruch einige Insekten ab. Soll bei Erdflöhen helfen. 
   Quarzsand   
 Durch den Mineralstoffanteil ist Quarzsand, in Wasser gelöst und gegossen, gut zur Förderung des Bodenlebens und zur Aktivierung. Zerstäubt man den feinen Sand im Bestand kann sich das schädigend auf beißende Insekten mit Chetinpanzer auswirken. Die sensibelen Fressorgane und Gelenke werden durch den Quarzsand aufgerieben. Wird z.B. eingesetzt gegen Kartoffelkäfer. 
 Es gibt noch einige andere Pflanzenstärkungsmittel z.B. Algenpräparate., Präparate auf der Basis von Aminosäuren, Zuckermelasse, Milchsäurebakterien, Effektive Mikrorganismen oder Kompostsäfte, die auch schon im Handel erhältlich sind. Hier gilt es auszuprobieren aber genau hinzuschauen. Manches Mal werden einfache Jauchen als überteuerte Wundermittel angepriesen. 
   
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            <title type="text">Gedeckter Tisch für Biene &amp; Co.</title>
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                 (Katalog 2016, Seite 99) 
 Bienen und andere Insekten sind für unser Ökosystem unverzichtbar. In der heutigen Zeit landwirtschaftlicher Monokulturen, regelmäßiger Landschaftpflege wie z.B Mähen von Feldrändern etc., liegt es mir als Gärtner und Hobbyimker am Herzen, Lebensräume und Nahrungsgrundlagen für Biene und Co. zu schaffen. 
 Natürlich muss ich zugeben, als Imker auch die Honigernte im Hinterkopf zu haben, dennoch kommen Pflanzen, die meinen Bienen als Nahrungsquellen dienen, auch vielen anderen Insekten wie Schmetterlingen und Hummeln zu Gute. 
 Im Privatgartenbereich gibt es vielfältige Möglichkeiten auch im kleinen Rahmen seinen Beitrag zu leisten ... es beginnt schon damit, den Weißklee im Rasen zu dulden und etwas weniger zu mähen. Auch eine Kombination aus Stauden und Kräutern in den Beeten ist mit geringem Aufwand eine gute Lösung. 
 Wer auf unterschiedliche Wuchshöhe und ähnliche Ansprüche achtet, kann sich ganz individuelle farbenfrohe Staudenbeete schaffen, in denen über die ganze Vegetationsperiode immer Nahrungsquellen zur Verfügung stehen. 
 Gleichzeitig sind viele Kräuter ja auch noch in der Küche zu kulinarischen Zwecken verwendbar. 
 Das  Frühjahr  beginnt z.B mit Immenblatt, Günsel, Sternblume, verschiedenen Läuchen, Maiglöckchen, Baummispeln ... 
 Im  Sommer  explodiert dann der Blütenflor von Goldmelissen, Baldrian, Bergminzen, Lavendel, Anisysop sowie vielen mehr. 
 Den krönenden Abschluss bilden im  Herbst  Anisgoldruten, Russischer Salbei, Bartblume und Wasserdost. 
   Jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt, wird für sich die passenden Pflanzen finden und leistet dadurch einen aktiven Beitrag zum Naturschutz.   
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            <title type="text">1x1 der Pflanzengesundheit</title>
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                 (Katalog 2016, Seite 222) 
 Wir, Alexandra Hartmann und Stephan Osiewacz, beschäftigen uns hier in der Gärtnerei hauptsächlich mit der Pflanzengesundheit. Neben den Bestrebungen ständig die Kulturbedingungen zu verbessern, besteht unsere Arbeit im ökologischen Pflanzenschutz. Heute möchten wir Sie dazu einladen, einen Blick in unsere Arbeit und einen spannenden Mikrokosmos zu werfen. 
   Stellen Sie sich vor...   
 ... sie stehen in einem wunderschönen Garten. Barfuß auf weichem Rasen. Hinter Ihnen satt tragende Obstbäume, um Sie herum duftende Rosen und vor Ihnen ein üppiges Gemüsefeld. Es ist ein herrlicher Sommertag. Vögel zwitschern, Schmetterlinge und andere Insekten flattern durch die Luft. Eine kleine Schnecke mit ihrem Haus zieht langsam vorbei. Und dort, eine kleine Wühlmaus buddelt sich durch das Gem....waaassss. Plötzlich kippt die Stimmung, die Wühlmaus hat die Karotten gefressen, die Schnecken den Salat, Raupen knabbern am Kohl, Stare pflücken die Kirschen, Blattläuse saugen an den Rosenblüten und ein Maulwurf pflügt unseren Rasen. Ja, eine Katastrophe. Ein Szenario. Bevor wir nun aber den Kleingartenkrieg anfangen und Dinge tun, die wir später bereuen (10 Jahre alte Insektizide vom Nachbarn holen oder und aus Silvesterknallern Maulwurfstopp-Bomben basteln), lernen wir hier nun den ersten Punkt unseres kleinen 1x1 der Pflanzengesundheit: 
   Keine Panik!   
 Zwischen Himmel und 20 cm unter der Erde passieren Dinge, die den menschlichen Verstand weit übersteigen. Wären wir nicht so fasziniert von dieser mikroskopisch kleinen Welt, würden wir uns wahrscheinlich eine andere Aufgabe im Leben suchen. Denn manchmal ist es schon frustrierend, ständig zu bekämpfen, aber das Leben findet immer einen Weg. Unsere Arbeit hat auch viel mit Beobachtung zu tun. So haben wir Einblicke in ein Reich, das für das menschliche Auge kaum oder gar nicht wahrnehmbar ist. Es ist eine feinstoffliche Welt. Die der Pflanzen, in der alles mit allem zusammenhängt. Die Pflanzen sind in ständiger Kommunikation mit ihrer Umwelt, sei es über die Wurzel mit Kleinstlebewesen oder über das Blattgrün und durch Duftstoffe mit größeren Insekten und mit uns Menschen. Mit solch komplexen Zusammenhängen haben selbst Wissenschaftler ihre Mühe. Aber wenn wir genau hinschauen sind es simple Zusammenhänge, die irdischer nicht sein könnten. Die Pflanze gehört zum Kreislauf der Natur. Und wir gehören dazu. Wir alle wollen gesunde Pflanzen und nach Möglichkeit wollen wir diese auch noch bedenkenlos verzehren... oder? Dann aber müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass es eine Pflanze ohne Mitesser gar nicht gibt. Und das hat nicht immer etwas mit ihrem Gesundheitszustand zu tun. Vielleicht müssen wir wieder lernen zu teilen? Alle finden den Schmetterling schön, aber niemand toleriert die Raupe auf dem Kohl. Wie viele lieben den Gesang der Stare? Wer noch, wenn sie den Kirschbaum plündern? Wir sind nicht allein. 
   Grundsätzliches   
 Haben Sie Vertrauen in das - sichtbare und unsichtbare - Leben! Gestehen Sie einem jeden Lebewesen grundsätzlich eine Daseinsberechtigung zu und begegnen Sie - auch unliebsamen Plagegeistern - mit Achtung! Denken Sie ganzheitlich! Die Welt der Pflanze schließt alles mit ein, vom Mond, der die Wasser der Erde bewegt, bis hin zum Mikrokosmos, den die Pflanze umgibt. Finden Sie Freude am Beobachten, Entdecken und Erkennen! Machen Sie es sich ‚einfach‘, indem Sie Komplexität und Nicht-Verstehen zulassen und nicht stur bekämpfen! Wählen Sie Ihre Pflanzen als Gefährten bewusst aus! Und fragen Sie sich im Voraus, ob Sie ihren Bedürfnissen gerecht werden können! Wenn Sie dies gewissenhaft tun, erübrigen sich viele mögliche Probleme. Verstehen Sie Ihr Verhältnis zur Pflanze als eine Art Symbiose! Schenken Sie Aufmerksamkeit, Liebe und Fürsorge! Kommunizieren Sie mit Ihren Pflanzen! Fragen Sie sie, was ihnen gefällt! Lernen Sie den Gesundheitszustand Ihrer Pflanzen zu deuten! Versuchen Sie Krankheitssymptome und Schadbilder rechtzeitig zu erkennen und fragen Sie nach den Ursachen! 
   Konkret: Vorbeugen ist besser als Bekämpfen!   
   1. Sortenwahl:   
 Wählen Sie möglichst robuste und krankheitstolerante Sorten aus! 
   2. Wachstumsfaktoren:   
 Steigern Sie die Abwehrkräfte der Pflanze, indem Sie ungünstige Bedingungen vermeiden! Schaffen Sie der Pflanze den für sie richtigen Platz, indem Sie die Wachstumsfaktoren entsprechend regulieren: Wo kommt die Pflanze her? Welche Bedingungen benötigt sie zum Gedeihen? 
 Der  Boden  ist die Wiege des Lebens. Kultivieren Sie guten, gesunden, ausgewogenen Boden, oder beschaffen Sie sich qualitativ hochwertiges Substrat für die Topfkultur. Schaffen Sie ein gesundes Milieu! Achten Sie auf den passenden ph-Wert! 
  Wasser : Versuchen Sie die Pflanzen bedarfsgerecht mit Wasser zu versorgen, damit Sie keinen Stress erleiden! Gießen Sie bevorzugt in den Morgenstunden sonniger Tage, damit das Laub rechtzeitig abtrocknen kann und sich pathogene Pilze nicht vermehren können! Wasser ist nicht gleich Wasser. Regenwasser ist zum Gießen am besten geeignet. 
  Luft : Sorgen Sie im Gewächshaus für Luftbewegung und nötigen Luftaustausch! Achten Sie draußen vor allem auf windanfällige Pflanzen und schützen Sie sie ggfs. durch Anbinden oder Pflanzen einer Hecke! Eine bessere Durchlüftung der Pflanzen wird z.B. durch fachgerechten Schnitt erreicht. 
  Licht : Alle Pflanzen benötigen und wachsen zum Licht. Achten Sie auch hier auf die unterschiedlichen Ansprüche der Pflanzen. Gestalten Sie Ihren Garten entsprechend, oder behelfen Sie sich mit Schattierleinen, bzw. Zusatzbeleuchtung! 
  Nährstoffe : Benutzen Sie zur Ernährung der Pflanzen möglichst eigenen Kompost, für Topfpflanzen evtl. zusätzlich handelsüblichen Dünger aus pflanzlichen Stoffen oder pflanzliche Jauchen! Synthetischer Dünger beeinflusst den Stoffwechsel der Pflanze negativ. 
  Klima : Temperatur und Feuchtigkeit spielen nicht nur für das Gedeihen von Pflanzen eine Rolle. Vermeiden Sie bei drohendem Spinnmilbenbefall möglichst trockene Heizungsluft, bei drohendem Pilzbefall zu hohe Luftfeuchtigkeit! 
 Durch Pflanzenstärkungsmittel kann die Pflanzengesundheit besonders hinsichtlich pathogener Pilze positiv beeinflusst werden. Achten Sie auf Pflanzengemeinschaften (Zeigerpflanzen; gute und schlechte Nachbarschaften). Richten Sie 
   3. Vermeiden Sie ein Zusammentreffen von Pflanzen und Schaderreger:   
 Selektieren Sie tote und kranke Pflanzen aus; putzen Sie die Pflanzen bei Bedarf aus;­ achten Sie auf Hygiene (z.B. Reinigung der Arbeitswerkzeuge); schaffen Sie Barrieren wo nötig, z.B. Kulturschutznetze für Kohlkulturen bei Gefahr von Raupenbefall. 
   4. Bekämpfung  kann, muss aber nicht zwingend notwendig sein. Es sollte situativ entschieden werden.  
  Physikalisch:  
 Ein naheliegendes Verfahren besteht in der mechanischen Entfernung von Schädlingen oder erkrankten Pflanzenteilen. Läuse können bei kleineren Topfpflanzen z.B. oft problemlos abgewaschen werden. Schadhafte Pflanzenteile können oft im Zuge eines fachgerechten Rückschnittes entfernt werden. 
  Biotechnisch:  
 Hierbei werden chemische und biotechnische Reize zur Anlockung, Vertreibung oder Hemmung von unerwünschten Plagegeistern genutzt (z.B. Leimtafeln, Lichtfallen, Hormonfallen). 
  Biologisch:  
 
 Schonen Sie vorhandene Nützlinge, indem Sie auf Pflanzenschutzmittel verzichten! 
  Fördern Sie Nützlinge , z.B. durch das Anlegen von: ganzjährigen Blühflächen, Verstecken und Überwinterungsplätzen (z.B. Reisighaufen), Hecken und fruchttragende Gehölze, Insektenhotels und Nistmöglichkeiten. 
 Gezielter Einsatz von Nützlingen ist ebenfalls möglich, bietet sich jedoch vorrangig für Kulturen im geschützten Anbau an. In einem gesunden Garten sind glücklicherweise meist genügend Nützlinge aktiv. Nützlingseinsatz setzt gute Kenntnis der Biologie von Nützlingen und Schädlingen voraus und erfordert eine andauernde regelmäßige Beobachtung und Kontrolle. 
 
  Chemisch:  
 Die chemische Bekämpfung sollte vermieden werden. Alle Pflanzenschutzmittel - und seien sie auch im biologischen Landbau zugelassen -­ sind Gifte! Ihre Anwendung erfordert Sachkenntnis und einen verantwortungsvollen Umgang. Sollten Sie die chemische Bekämpfung dennoch in Betracht ziehen, kommen ausschließlich Mittel in Frage, die für die Anwendung in Haus und Kleingartenbereich zugelassen sind. Beachten Sie unbedingt die Anwendungshinweise und bedenken Sie, dass altbewährte, weniger toxische Hausmittel (z.B. Kaliseifenlösung) meist ausreichen. 
 Alles was der Mensch in seine Umwelt einbringt, landet früher oder später auf seinem Teller! 
   Quellennachweise &amp;amp; Buchvorschläge:   
 Pflanzenschutz im Haus und Kleingarten Landwirtschaftskammer Niedersachen 2010 
 Der Biogarten von Marie-Luise Kräuter 
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            <title type="text">Kleines Korn ganz groß ... </title>
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                 (Katalog 2016, Seite 249) 
 Da denkt man ... Saatgut? Was ist an Saatgut spannend? Hauptsache es keimt, wächst, die Pflanze duftet, hat einen Nutzen, oder blüht schön. Weit gefehlt. Jedes ist doch irgendwie einzigartig, individuell und entwickelt sich unterschiedlich. Es gibt so viele Größen, Farben, Formen, Gerüche und manches ist richtig ‚fies‘. Da nicht jede Pflanze aus Deutschland oder Europa kommt, beziehen wir auch ganz exotisches Saatgut aus aller Welt. Manches Korn hat da, im wahrsten Sinne des Wortes, schon eine kleine Weltreise hinter sich. Außerdem die verschiedenen Bedürfnisse - die einen mögen und brauchen es kalt (die sogenannten Frostkeimer) und andere lieben Wärme. Jedes Saatgut wird bei uns per Hand abgefüllt. Schon das Entnehmen der Körner aus großen und kleinen Gebinden ist total unterschiedlich im Klang. Teils hört man beim Auskippen gar nichts, weil die Körner so leicht sind. Anderes hört sich beim Herausrieseln an wie Meeresrauschen und schwere Körner machen einfach nur “Plopp”. Die Farben gehen von unscheinbar grau, grün, braun bis tief schwarz, glänzend, mamoriert. 
 Und - nomen est omen - denkt sich der Herzsame und zeigt wirklich ein Herz auf seiner Schale. Von rund bis länglich über eckig bis oval, es ist alles dabei. Manches ist behaart, Lauch-Scheibenschötchen sieht aus wie einfarbiges Konfetti, anderes ist rauh und z.B. Rizinus fühlt sich wie eine glatte Murmel an. Manchmal erkennt man das Saatgut schon am Geruch. Typisch ist hier der Kümmel. Oft schnuppern wir auch einfach mal so, ob wir die spätere Pflanze jetzt schon erraten können - natürlich ohne vorher auf den Namen zu schauen. Vieles riecht gar nicht, oder es trifft unseren Geruchssinn nicht unbedingt. Egal, es kommt ja auch auf das Endergebnis an. ‚Fies‘ wird es bei einigen Chili Sorten. Da ist schon so manche Träne geflossen und der Hustenreiz ist auch vom Feinsten. Selbst Kolleginnen in einiger Entfernung können sich dem *Reiz* nicht entziehen...  Selbst bei der Aussaat können es viele Körner kaum erwarten sich zu entwickeln und dürfen deshalb nur wenig bis gar nicht mit Erde bedeckt werden. Andere brauchen eine gewisse Tiefe und auch Abstand um sich optimal entwickeln zu können. Doch alle brauchen Hege und Pflege. 
 Es ist eine Verantwortung über Monate bis Jahre. Das kleinste Saatkorn verliert sich fast auf der Hand und die Hinterlassenschaft einer Fliege hebt sich deutlich dagegen ab. Dann gibt es richtig große Körner, welche eine Aussaat deutlich erleichtern. Nicht immer gilt kleines Korn, kleine Pflanze - großes Korn,... Dass bei Kräutern, wie z.B. den ganzen Basilikumsorten, sich auch noch individuelle Geschmacksrichtungen, oder bei Duftpflanzen sich unterschiedliche Düfte entwickeln, ist schon eine tolle Leistung, welche ihren Anfang in einem kleinen Korn hatte. Selbst in der Wertigkeit gibt es eine Riesenspanne. Da gibt es das Saatgut, welches leicht zu ernten und in Massen vorkommt. Anderes ist wiederum so rar und wertvoll, dass wir es wie eine ‚Heilige Kuh‘ behandeln. Außerdem stellen wir immer wieder echte Renner in unserem Angebot fest. Es gibt sowas wie die Top 10 bei unseren Kunden. Fakt ist: vieles fängt mit EINEM Korn an. Jedes ein Unikat - lassen SIE es wachsen. 
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            <title type="text">Energetisches Räuchern</title>
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                 (Katalog 2016, Seite 284) 
   Was ist Räuchern?   
 Seit die Menschheit das Feuer entdeckt hat, gibt es auch Räucherrituale. Sie sind Grundlage unserer heutigen Aromatherapie und Parfümerien. Das lateinische Wort “per fumum” bedeutet nichts anderes als “durch Rauch”. Beim Räuchern lässt man getrocknete Pflanzenteile (Blätter, Blüten, Wurzeln, Rinde, Harze) über einer Wärmequelle (Räucherstövchen oder –schale) langsam verbrennen. Der entstehende Rauch trägt die Duftstoffe in den Raum. Die darin enthaltenen Inhaltsstoffe können über die Nase und den Mund aufgenommen und so aktiviert werden. 
   Wann räuchert man?   
 Das Räuchern war in erster Linie in fast allen Religionen eine sakrale Botschaft an den Himmel. Man schickte damit Gebete zu den Göttern, in der Hoffnung erhört zu werden. 
 In alten Kulturen wurde es auch eingesetzt, um mit den feinstofflichen Kräften der Natur in Kontakt zu treten. Auf diese Weise bat man um Unterstützung bei der Klärung von Problemen aller Art. Die Verbundenheit mit der Natur war lebensnotwendig. 
 Schon früh erkannte man die Möglichkeit der Heilung durch verschiedene Räucherungen. Sie bilden die Grundlage zu den ältesten überlieferten Heilanwendungen.In der heutigen Wissenschaft finden zahlreiche Untersuchungen statt, die die Heilkraft der Pflanzen belegen sollen. Und dabei spielen die Düfte eine Rolle. Sie haben einen großen Einfluss auf die Psyche. Das Räuchern fördert ein ‚sich sammeln‘, kann die Stimmung aufhellen und trägt zur Entspannung bei. 
   Wie räuchert man?   
 Die wohl bekannteste Räucherart ist die Räucherung in der Räucherschale. Dazu gibt man etwas Sand in die Schale, hält mit einer Metallzange die Räucherkohle und zündet sie seitlich mit einem Feuerzeug oder einer Kerze an. Wenn Glutfunken die Kohle durchlaufen haben, wird sie auf die mit Sand gefüllte Schale gelegt. Es empfiehlt sich Furchen in den Sand zu ziehen, damit die Luftzufuhr von unten gegeben ist. Damit ist gewährleistet, dass die Kohle komplett durchglühen kann. 
 Fächeln Sie Luft zu, am besten mit einer Räucherfeder.Erst wenn die Kohle gut glüht wird das Räucherwerk in die leichte Vertiefung der Kohle gestreut. Es entwickelt sich Rauch und das Räuchergut gibt seine Inhaltsstoffe frei. Nach einigen Minuten verkohlen die Kräuter im Räucherwerk und fangen an zu duften. Nun wird das Räucherwerk mit dem Federkiel der Räucherfeder von der Kohle gestrichen. Neues Räucherwerk wird aufgelegt, dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis die Kohle ganz verglüht ist, bzw. bis die Räucherung beendet ist. Sollte vor dem restlosen Verglühen der Kohle das Räuchern beendet sein, bitte die Kohlen mit Wasser ablöschen. Für kurze Räucherrituale empfiehlt sich, nur die halbe Kohle zu verwenden. 
 Das wachsende Bedürfnis nach einer sauberen Art des Räucherns ließ in jüngster Zeit ein Verfahren stärker in den Vordergrund treten, das nach dem Prinzip der bekannten Duftlampen funktioniert. Hierbei wird das aromatische Räucherwerk auf einem sehr fein gerasterten Edelstahlsieb etwa 3cm über der Flammenspitze eines konventionellen Teelichts verräuchert. 
 In der nordamerikanisch-indianischen Tradition werden die so genannten Kräuter der Kraft als „Smudges“ verräuchert. Diese Räucherart hat sich bei uns in Europa mittlerweile sehr stark durchgesetzt. Es ist eine schnelle, kostengünstige und unkomplizierte Art zu räuchern. Dazu werden Zweige, Buschpflanzen und Kräuter geschnitten, angetrocknet und mit einem Baumwollfaden zu 20-30cm langen Büscheln verschnürt, getrocknet, in Bündel gefasst und stramm und fest verschnürt. Diese Smudges werden an einem Ende angezündet, dann durch die Luft gewedelt, so dass die Flamme erlischt und sie anfangen zu glimmen. Dabei entfalten sie ihren kräftigen Duft. Bei dieser Räucherart kann man den Rauch sehr gut verteilen und Gegenstände und Personen hervorragend in den Rauch ‚einhüllen‘. 
   Häufig genutzte Kräuter fürs Räuchern   
 Bedenken Sie, dass jede Pflanze ihre Wirkung hat und grundsätzlich die Regel gilt: erst dann eine Pflanze nutzen, wenn man sich eingehend über sie informiert hat. 
   Alant   
 Er hilft in dunklen Zeiten uns aufzurichten und zu uns selbst zu stehen. Er bringt beim Verräuchern seine Wärme und sein Leuchten ins Herz, wenn Depression, Angst und Zweifel an uns nagen. Er wurde in der dunklen Jahreszeit immer wieder im ganzen Anwesen gegen „Verzauberung“ und „Dämonen“ verräuchert. Er wirkt keimtötend und wird heute noch zum Reinigen von Krankenzimmern genutzt. 
   Beifuß   
 Eines unserer größten Räucherkräuter ist diese alte Schutz-, Heil- und Zauberpflanze. Der Beifuß eignet sich besonders gut bei Elektrosmog z. B. in Computerräumen, um Spannungen abzubauen und uns Erleichterung zu verschaffen. Es ist eine Schutz-, Segens- und Reinigungsräucherung. Unterstützt Veränderungen im Leben, stärkt das Weibliche, die Intuition und das Wissen. Fördert das Traumbewusstsein. Hilft beim Prozess des Trauerns und beim Loslassen, erwärmt die von seelischem Schmerz erkaltete Brust. Beifuß ist ideal für Räucherungen bei Übergangsritualen aller Art. 
   Eisenkraut   
 Im Eisenkraut wirken sehr unterschiedliche Kräfte: Versöhnung herbeiführend, Selbstdisziplin stärkend und Eisen härtende Eigenschaften. Es fördert diplomatische Fähigkeiten, unterstützt das Wirken göttlicher Gerechtigkeit. In Räumen, wo viel gestritten wird, im Gericht oder in Kanzleien, oder wo Geschäfte abgewickelt werden, ist es ratsam, Eisenkraut zu räuchern. Es macht die Aura sympathisch. Auch können wir uns gut vor Prüfungen damit räuchern. Es unterstützt Schutz- und Abwehrkräfte, richtet uns innerlich auf. Zusätzlich hilft es auch, unsere Traumerinnerung zu verbessern. 
   Engelwurz   
 Wie der Name Angelica schon sagt, wirkt in dem Engelwurz die Energie der höchsten Engel. Die Wurzel gehört in jede Schutzräucherung, sie lässt einen schützenden Lichtmantel entstehen. Erd dient zur Reinigung alter Häuser, führt desorientierte und verstorbene Seelen zum Licht. Die Blüte und Samen bringen Großzügigkeit und Vertrauen. Sie wirken als Antidepressiva, helfen das höhere Selbst besser zu verstehen und unterstützen die Kommunikation mit Engelwesen. 
   Johanniskraut   
 Früher war es eine wichtige Räucherpflanze, die heute jedoch in Vergessenheit geraten ist. Es wirkt spannungsabbauend und ist geeignet zum Räuchern nach Streit und Spannungen. Es klärt Räume mit hoher elektromagnetischer Spannung, hilft gegen Traurigkeit, Depressionen und Kummer, sowie bei Angst vor Dunkelheit. Es bietet Schutz vor dunklen Energien. 
   Lavendel   
 Reinigend, desinfizierend. Schafft Klarheit. Schützt vor ‚Blutsaugern‘ aller Art, z.B. vor nervenden Mitmenschen. Schützt junge Mädchen und menstruierende Frauen. Zur Segnung von Kindern und Säuglingen geeignet. Öffnet das dritte Auge und verhilft zu klaren Visionen. 
   Lorbeer   
 Der Lorbeer beruhigt den Intellekt, klärt das Denken, verhilft zur Hellsicht und visionären Schau. Schützt vor ‚finsteren Gewalten‘. Lässt Unbewusstes dosiert aufsteigen. Unterstützt prophetische Träume. Stärkt Ausdauer und Tatkraft. Hilft bei persönlichen Wachstums- und Erkenntnisprozessen. 
   Mädesüß   
 Im Volksglauben zieht das Mädesüß das Glück an, und da es ein Symbol der Unschuld ist, glaubte man, dass es Diebe anzeigen könne. Für Neuanfänge und Neubeginn. Es ist eine Ritualpflanze für junge Mädchen beim Übergang zum Frausein, es fördert die Intuition und das Traumbewusstsein. 
   Mariengras   
 Die Sage erzählt, dass es das Gras war, auf dem das Jesuskind in der Krippe lag, und es daher seinen guten und Frieden bringenden Geruch erhielt, denn der süße und waldmeisterartige Geruch hat eine tröstende Wirkung, entspannt und beruhigt. Es wirkt segnend, Herz öffnend und Frieden bringend. Lust- und Fruchtbarkeit steigernd, tröstend, entspannend und beruhigend. 
   Minze   
 Die Minze ist eine uralte Kulturpflanze. Sie wirkt erfrischend, erweckend und reinigend. Klärt die Gedanken, energetisiert Körper und Geist. Hilft, den Alltag energievoller anzugehen und mehr im Hier und Jetzt zu sein. 
   Quendel   
 Der Quendel stärkt unsere Abwehrkräfte, wirkt antiseptisch und stärkt unser Durchhaltevermögen. Er reinigt, schützt und stärkt. Hilft, voller Mut das Leben zu bewältigen. Fördert die Abwehr und Abgrenzungskräfte. Therapeutisch kann er zu Rückführungen benutzt werden, in denen alte Verletzungen erkannt und bearbeitet werden. 
   Rosmarin   
 Er hilft bei Sehnsucht und Trauer loszulassen, alte Wunden aufzudecken und zu heilen. Herz öffnend, aphrodisierend, anregend und ist geeignet für Liebesräucherungen. Er hilft beim Trauern, unterstützt das Loslassen, führt durch Depressionen. Gut geeignet für Übergangsriten aller Art. 
   Salbei   
 Um Salbei zu räuchern, braucht man keine glühende Räucherkohle. Man kann die getrockneten Salbeiblätter in der Hand zusammenpressen, bis sie ein kleines „Gewölle“ ergeben. Dieses wird in eine feuerfeste Schalte getan und entzündet. Mit Zufächern von Sauerstoff mittels einer Feder oder einem Fächer glüht der Salbei vor sich hin. So können wir mit ihm Räume abschreiten oder uns selbst reinigen. Er wirkt klärend, fördert die Konzentration, reinigt Häuser, Räume und die Aura. 
   Schafgarbe   
 Sie wirkt intuitionsstärkend. Fördert die Traumarbeit, unterstützt das Hervorbringen von Visionen. Gut geeignet zum Orakeln und um Zukünftiges zu erahnen. Zum Räuchern die Blüte der weißen Schafgarbe verwenden, die am besten bei zunehmendem Mond zwischen 11.00 und 13.00 Uhr geerntet wird. 
   Ysop   
 Er reinigt und segnet das Leben in all seinen Facetten. Er eignet sich gut, um Häuser, Räume der Kinder zu segnen. Wenn die reinigende Wirkung verstärkt werden soll, kann Lavendel zugegeben werden. Er wirkt reinigend, hilft, Schuld aufzuarbeiten und unterstützt die Einsicht und wirkt segnend. 
   Was mir noch wichtig ist:   
 Alle diese Angaben beruhen auf eigener Erfahrung. Es sollte jede/r für sich selbst die passenden Düfte und Mischungsverhältnisse herausfinden, da das Räuchern sehr individuell ist. Jede/r darf in seinem Rhythmus den eigenen Weg gehen. 
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            <title type="text">Die Kräuterpflanzung</title>
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                 (Katalog 2015, Seite 269) 
   Altbestände nicht unterschätzen   
 Als erstes mache ich mir Gedanken, wo ich was hinpflanzen will. Dort wo schon sehr kräftige Pflanzen stehen, die seit Jahren eingewurzelt sind, wird es schwierig für die kleinen Pflanzenkinder, wenn nicht ausreichend Platz da ist. Ich weiß, manchmal möchte man einfach nur Lücken auffüllen, aber meine Erfahrung sagt mir, dass diese Pflanzen oft keine richtige Chance haben, sich gegen die „Alten“ durchzusetzen. Wenn auch in Lücken gepflanzte Neuankömmlinge genügend Licht bekommen; - meist ist es die sogenannte Wurzelkonkurrenz, die den Neuen zu schaffen macht. Etablierte Pflanzen mit stärkeren Wurzeln saufen einfach Wasser und Nährstoffe weg, und alles frisch Gepflanzte zeigt dann Kümmerwuchs. 
   Möglichst größere Flächen schaffen   
 Doch soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Deshalb mache ich immer möglichst größere Spots frei für eine Neuanpflanzung. Besser 20 qm am Stück, als 10 mal 2 qm. Notfalls müssen Pflanzen entfernt oder versetzt werden. Auch bei unserer Pflanzaktion Ende Mai letzten Jahres mussten wir einige Arten in kleinere Lücken pflanzen. Dafür wählte ich aber bewusst größere und robuste Stauden aus, wie Bergenia crassifolia, Angelica sinensis oder Sträucher wie Elaeagnus multiflora. Auf die größere Freifläche pflanzten wir eine große Auswahl an duftenden Nelken. 
   Ein Plan ist hilfreich   
 Am besten man legt die Pflanzen schon einmal ganz locker auf dem Beet aus. Dann sieht man, wo noch Pflanzen fehlen oder zuviel sind. Stellen Sie sich dabei schon das Beet in voller Blüte vor! Dann erst fange ich mit dem Pflanzen an. Jede Pflanze bekommt ihren Sticker gleich mit in die Erde gesteckt, und weil es so viele Sorten waren, die leicht verwechselbar sind, haben wir zusätzlich noch einen Lageplan gemalt. Dadurch wissen wir welche Nelke wo steht, auch wenn mal Sticker abhanden kommen. 
   Das Wässern und die Pflanztiefe   
 Als nächstes heben wir ein genügend großes Loch aus mit einer Handschaufel. Meistens reicht diese für Kräuter und Stauden, und wenn der Boden eher mager ist, gebe ich gerne auch noch eine handvoll organischen Streudünger in das Pflanzloch. 
   Ganz wichtig:   
 Bitte immer so tief pflanzen, wie die Pflanze im Topf stand! (Es gibt nur wenige Ausnahmen von dieser Regel) Nach dem Andrücken forme ich einen kleinen Gießrand und gieße einmal kräftig an, bei leichten Böden auch nach kurzer Zeit noch ein zweites Mal. In den meisten Fällen reicht dieses einmalige Angießen aus. Gießen Sie aber auf jeden Fall immer an, selbst wenn ein Wolkenbruch bevorsteht! Wenn lange Trockenperioden folgen oder die Pflanzung im Sommer stattfindet, könnten die Pflanzen welken. Dann nach Bedarf noch mehrmals, selten, aber kräftig nachgießen. 
 Beim Angießen dürfen Sie verschwenderisch sein: Eine volle 10 Liter Gießkanne reicht nur für 3-4 Pflanzen in Staudentopfgröße! 
 Und jetzt heißt es warten und immer mal wieder schauen. Welken die Blätter noch? Haben meine Schnecken die Pflanzen schon entdeckt? Fangen die Spitzen schon an zu leuchten? Das ist ein gutes Zeichen! 
 Unsere Pflanzen jedenfalls sind alle gut angewachsen. 
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            <title type="text">Fermentieren – wie geht das?</title>
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                 (Katalog 2015, Seite 141) 
 Die Fermentation ist genau genommen ein Oxidations- oder Gärungsprozess, der durch das Zerquetschen der Zellstruktur der Blätter entsteht. Enzyme und andere pflanzeneigene Inhaltsstoffe reagieren bei Wärme und Feuchtigkeit mit Sauerstoff. Die Blätter und Blüten der japanischen Teehortensie enthalten Phyllodulcin, der seine starke Süße durch den Fermentationsprozess noch stärker entwickelt. 
   Zubereitung   
 Die an einem sonnigen, warmen Tag geernteten Blätter (es können auch die Blüten mitverwertet werden) legt man für einige Stunden zum Anwelken in den Schatten. Dann reibt und quetscht man die Blätter zwischen den Händen oder zerdrückt sie kräftig mit einem Nudelholz. Danach werden die Blätter mit Wasser bespritzt und fest in ein Geschirrhandtuch eingerollt, in eine Plastikgefriertüte gelegt und verschlossen. Die Tüte wird für 3-5 Tage an einem warmen Ort bei ca. 30°C aufbewahrt und einmal täglich etwas geknetet und gedrückt, um die Feuchtigkeit besser zu verteilen. Nach dem Fermentations- bzw. Gärungsprozess sollte die Blattmasse gleichmäßig braun und etwas saftig sein. Die Blattmasse wird nun ausgebreitet an einem luftigen, schattigen Ort oder im Backofen bei max. 50°C getrocknet. Danach sind die getrockneten Blätter gebrauchsfertig - zum Süßen nach Geschmack zusammen im Aufguss mit anderem Tee oder als Süßungsmittel in der Küche. Die Blätter können luftdicht in einem Glas oder einer Dose gelagert werden. 
 Isa Engelmann, Heilpflanzenexpertin 
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            <title type="text">Vermehrung von Stecklingen</title>
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                 (Katalog 2015, Seite 130) 
 Schon seit Kindertagen experimentiere ich mit der Vermehrung von Pflanzen und habe dann mein Hobby zum Beruf oder eher sogar zur Berufung gemacht. Und auch schon viele Menschen, darunter Bernd-U., damit angesteckt. Außerdem macht es doch immer Spaß, wenn man eine Pflanze oder ein Pflänzchen Wurzeln bilden und wachsen sieht, oder? 
   Grundsätzliches   
 Die Vermehrung einer Pflanze über Stecklinge ist eine einfache Art diese zu vervielfältigen. Bei einer Aussaat kann es passieren, dass sich eine andere Art einkreuzt. Anders bei einem Steckling, dieser ist ein genauer Klon der Mutterpflanze. 
 Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Stecklingen. Die gängigste sind Kopfstecklinge. Dann gibt es noch Teil-, Blatt- und Wurzelstecklinge oder Steckhölzer. 
 Zum Stecklinge schneiden wird folgendes benötigt: ein scharfes, gereinigtes Messer oder Schere, ein sauberes Aufbewahrungsgefäß (zum Transport der Stecklinge) und mit Stecksubstrat gefüllte, angefeuchtete Quick-Pots, Töpfe oder Schalen. 
 Gesteckt werden in der Regel alle Stecklinge in feuchtes Stecklingssubstrat. Bei manchen weichen Kopfstecklingen, wie zum Beispiel Basilikum, kann man den Steckling zum Bewurzeln auch in ein Wasserglas stellen. 
 Die besten Stecklinge findet man an Pflanzen, die gerade im Wachstum sind und nicht blühen. Die Pflanzen sollten gut gewässert sein, damit die Stecklinge gut im Saft stehen. 
   Selber Stecklinge nehmen   
 Auch zu Hause kann man mit einfachen Hilfsmitteln Stecklinge nehmen und zum Bewurzeln bringen und sich so lange an seinen Kräutern erfreuen. Grundsätzliches: Zum Bewurzeln aller belaubten Stecklinge ist eine hohe Luftfeuchtigkeit nötig. Diese kann zum Beispiel mit einer durchsichtigen Plastiktüte über dem Topf oder einem Mini-Gewächshaus erzeugt werden. Den Steckling warm, aber nicht in der vollen Sonne aufstellen. Ihn ab und zu mit Wasser besprühen und das Zelt gelegentlich lüften. Laufend die Wurzelbildung und auch eventuellen Gammel kontrollieren und dann die Folie entfernen. Und so geht‘s: 
   Die üblichen Methoden der Stecklingsvermehrung   
 
 
 
 
   Kopfstecklinge   
  Die gängigste und einfachste Methode der Stecklingsvermehrung. Sie wird bei den meisten weichlaubigen Pflanzen (z.B. Basilikum) eingesetzt. Als Kopfsteckling wird der obere Teil eines Triebes mit zwei bis drei Blattpaaren bezeichnet. Man schneidet ihn mit etwas Trieb (ca. ½-1cm) unterhalb des Nodiums (Knoten) des Blattpaares. Dieses Stück kommt das bis zum Knoten in die Erde. Wurzeln bilden sich meist am Ende des Triebstückes. 
 
 
    Grundständige Stecklinge    
  Manche Pflanzen (z.B. Sauerampfer oder Wasabi) bilden kleinere Pflanzen um die eigentliche Pflanze herum. Diese werden als Steckling mit etwas „Grund“ (Wurzelverdickung) am Ende geschnitten und dann bis zu den Blättern in die Erde gesteckt. 
 
 
 
 
    Teilstecklinge    
  Diese werden nach den Kopfstecklingen gemacht. Das nächste Triebstück ohne Spitze ist ein Teilsteckling. Dieses geht bei weichlaubigen (wie z.B. Basilikum), falls der Kopfsteckling in Blüte steht oder schon geschnitten wurde. Aber auch bei Halbreifen Trieben (z.B. Jasmin) empfiehlt es sich. Sonst das selbe Verfahren wie beim Kopfsteckling. 
 
 
    Blattstecklinge    
  Einige wenige Pflanzen bilden sogenannte „Kindel“ schon an der Pflanze (z.B. Brutblatt) oder erst beim Zerschneiden und in die Erde setzen von diesem (z.B. Wunderblatt). Hierfür wird das Blatt in Stücke von ca. 2-3 cm geschnitten - nach Möglichkeit mit Blattaussenkante - und an der Schnittfläche in die Erde gesetzt. 
 
 
 
 
    Wurzelstecklinge    
  Bei Pflanzen mit gutem Wurzelwachstum (z.B. Minze oder Jiaogulan) können Wurzelstecklinge (Rhizomstecklinge) genommen werden. Dafür muss der Wurzelballen etwas ausgegraben und ein Stück Wurzel mit ca. zwei Knoten abgeschnitten werden. Dieser sollte beim einpflanzen auch wieder komplett unter der Erde sein, daraus treibt der Steckling dann aus. 
 
 
    Steckhölzer    
  Verholzte Pflanzenteile von Bäumen und Sträuchern (z.B. Balsampappel) werden zu Steckhölzern geschnitten. Dies sind meist unbelaubte ca. 5 cm lange Stücke aus der Mitte des Triebes mit mehreren Austriebspunkten (Augen). 
 
 
 
 
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            <title type="text">Spirituelles Räuchern mit heimischen Kräutern</title>
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                 (Katalog 2015, Seite 284 / 285) 
 Hallo liebe Räucher-Freunde, heute möchte ich euch einladen auf eine kleine Reise durch die “Kräuter-Räucher-Welt“. Hierfür habe ich euch ein paar heimische Kräuter zusammen gestellt. Ich glaube, man muss nicht immer in ferne Länder reisen um dort sein Glück oder aber Heilung zu finden ... Die Natur hat es so eingerichtet, dass dort wo wir leben - direkt vor unserer Tür - ein Kraut wächst, welches uns mit seiner bemerkenswerten Heilkraft frei zur Verfügung steht. Alles ist Energie und Schwingung ... die Menschen eines Landes, einer bestimmten Kultur schwingen gleich mit den Pflanzen in ihrer Umgebung... 
   Warum Räuchern?   
 Seit Menschengedenken und auf allen Teilen der Erde in all den verschiedenen Religionen ist das Räuchern ein beliebtes und stark energetisches Mittel um mit dem Göttlichen der Anderswelt in Kontakt zu treten. Schon immer lag dem Räuchern eine wichtige religiöse Symbolik zu Grunde. Durch das Feuer wird Duft und Rauch erzeugt. Der aufsteigende Rauch schafft eine Brücke, die die Menschen mit den Göttern, das Endliche mit dem Unendlichen, den himmlischen Sphären verbindet ... Die Menschen räuchern um zu reinigen, zu segnen, zu heilen und um Meditationen und Gebete zu unterstützen. Wir können das Räuchern als einen alchemistischen Prozess betrachten, bei dem die innen wohnenden Kräfte durch das Feuer transformiert und freigegeben werden. Der Rauch erzeugt ein Aroma, dringt über den Riechsinn in unseren Organismus ein, strömt direkt zum lymbischen System, einem sehr alten Teil des Gehirns, in dem unsere Gefühle und Erinnerungen sitzen. Durch dieses ‚Tor‘ (Nase) nehmen wir nun die Kraft der Pflanzen in uns auf und sie beeinflusst den feinstofflichen Körper und die Seele. Die aromatischen Schwingungen und die in der Pflanze gespeicherte Sonnenenergie dringt in das Innere des Menschen und fördert unsere Bereitschaft, sich dem geheimnisvollen Fluss des großen Ganzen zu öffnen und anzuvertrauen. Das Räuchern kann als ein Werkzeug betrachtet werden, das uns auf unserem Weg durch das Leben mit all seinen Facetten unterstützt. Es ist ein altes verloren gegangenes Wissen, das nur darauf wartet von uns neu entdeckt zu werden! 
   Wie räuchere ich richtig?   
 Grundsätzlich gibt es hier kein richtig oder falsch ... Jeder Mensch entwickelt sein eigenes Ritual. Es geht darum, dass wir uns wohl fühlen. Es gilt: alles ist erlaubt. Beim Räuchern in Räumen (z.B Reinigungsritual) ist es wichtig, das Fenster zu öffnen, damit die Luft entweichen kann und der Rauch die schlechten Energien mit sich fort tragen kann. Mit einer Feder fächern wir den Rauch in jeden Winkel des Raumes, da gerade in den Ecken sich gerne solche Energien stauen und sammeln. 
   Was räuchere ich wann und welche Pflanze ist für mich die Richtige?   
 Menschen sind verschieden und die Geschmäcker sind unterschiedlich. So kann etwas, was für den einen angenehm riecht, für den anderen ein Grund zum Naserümpfen sein. Wichtig ist, dass wir dabei auf unsere Stimme hören und nur das verräuchern, das uns gut ‚düngt‘. Die eigene Intuition ist dabei der beste Ratgeber. Unser eigener innerer Beweggrund sollte klar sein und wir sollten wissen, warum wir die Hilfe der Pflanzen in Anspruch nehmen wollen. 
   Muss ich daran glauben, um eine Wirkung zu erzielen?   
 Ich denke: Nein. Wir Menschen sind gesegnet mit unseren Sinnesorganen, mit denen wir unsere Außenwelt wahrnehmen ... bewusst oder unbewusst. Düfte können unser Gemüt harmonisieren und das seelische Gleichgewicht wieder herstellen. 
   Was brauche ich zum Räuchern?   
 Neben den üblichen Räucherstäbchen, die wir in jedem Esoterikladen bekommen, gibt es feuerfeste Räucherschalen. Mit einer Grillzange oder dergleichen halten wir die Kohle seitlich über eine Kerze - das funktioniert am besten. Kurz warten, bis sich eine Glutnaht durch die ganze Kohle gezogen hat (Vorsicht Funkenflug!). Wir füllen die Schale mit Sand und betten da hinein die glimmende Räucherkohle. Die getrockneten Pflanzenteile (Harze, Blätter, Blüten, Wurzeln) werden nun mit einem Löffel auf die glühende Kohle gelegt. Um den Rauch zu verteilen, eignen sich gut Federn (Element = Luft). Die Art der Feder spielt dabei keine Rolle. Kohlereste werden nach Abkühlen oder Löschen am besten in der Natur entsorgt, um ihr etwas zurückzugeben. 
   Räuchern auf einem Sieb   
 Beim Räucherstövchen wird das Räucherwerk direkt auf ein feinmaschiges Sieb gegeben und durch ein darunter stehendes Teelicht verräuchert. Anschließend werden alle Pflanzen- und Rußrückstände vom Sieb entfernt, am besten eignet sich dafür eine Bürste. Das Reinigen ist wichtig, damit wir beim nächsten Räucherritual wieder neutral beginnen können. 
   Räucherbündel ‚Smudge sticks‘   
 Beim Verräuchern von sogenannten ‚Smudge sticks‘ werden die noch frischen, aber schon angetrockneten Kräuter zu kleinen Bündeln geschnürt (Baumwollfaden) und zum Trocknen dunkel und luftig aufgehangen. Es ist eine sehr wirkungsvolle Methode, bei der eine hohe Rauchentwicklung entsteht. Nach dem Entzünden des Bündels pustet man es wieder aus und der glimmende Smudge wird durch die Luft gewirbelt (Vorsicht Funkenflug!). Der Smudge kann mehrere Male benutzt werden; einfach im Sand ausdrücken oder mit Wasser löschen, trocknen lassen und auf‘s Neue räuchern. 
   Meine Räucherpflanzen   
   Beifuß - Artemisia vulgaris   
 Er ist eine der bedeutendsten Räucherpflanzen bei uns. Starke Schutzräucherung besonders zur Sommer- und Wintersonnenwende. Altes kann gut losgelassen werden. Beifußrauch zieht gute Geister und Engel an, aktiviert unsere Selbstheilungskräfte und desinfiziert die Luft in Räumen.Durch den Beifußrauch werden unsere Traumreise, Intuition und Hellsichtigkeit verstärkt. Gefühle der Angst oder Machtlosigkeit werden vom Rauch weggetragen. Der Rauch des Beifuß öffnet unser Kronen-Chakra, hilft bei Trauerbewältigung und ist sexuell stimulierend. 
   Johanniskraut - Hypericum perforatum   
 Johanniskraut entwickelt beim Räuchern von Blättern und Blüten einen süßen und sehr sonnigen Duft. Der Rauch dieser Sonnenpflanze ‚hellt‘ unsere Stimmung auf. Es hilft uns, wenn wir uns mutlos fühlen, vertreibt unsere Ängste und Sorgen und lässt uns wieder zuversichtlich sein. Durch den Rauch des Johanniskrauts werden elek-tromagnetische Felder geklärt und gereinigt. Sein Rauch umhüllt uns wie ein Schutzmantel gegen Dämonen und bösen Zauber. Er ist ideal zur Reinigung von Räumen, sein ‚Licht‘ dringt in jede Ecke ... Die große Kraft des Johanniskrauts unterstützt uns auch bei der Einweihung von Edelsteinen und Amuletten. 
   Europäischer Kalmus - Acorus calamus   
 Die Kalmuswurzel, fein gerieben, verströmt einen warmen holzig-würzig süßen Duft. Der Rauch wirkt aufhellend. Er stärkt unser Nervenkostüm bei Stress und schenkt uns Ruhe und Gelassenheit. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten kehrt in unser Inneres ein. Kalmusrauch eignet sich gut für die Reinigung und Segnung von Räumen und Gegenständen. Unsere Träume werden durch ihn gefördert und können besser behalten werden! Edelsteine und Amulette werden durch ihn energetisch aufgeladen. Außerdem findet Kalmus oft Verwendung in Schwitzhüttenzeremonien. Der Rauch des Kalmus wirkt auf unsere einzelnen Chakren ... 
   Salbei - Salvia officinalis ‚alba‘   
 Salbei im Allgemeinen hat eine sehr stark reinigende Wirkung und verströmt einen herb-aromatischen Duft. Er findet Verwendung bei Reinigungen von Haus, Hof aber auch Gegenständen. Salbeirauch vertreibt negative Energien und schützt gleichzeitig vor solchen. Gute Verbindung mit Beifuß und Mariengras. 
   Wacholder - Juniperus communis   
 Sowohl die Zweige und Beeren als auch die Nadeln verströmen einen frischen harzigen Rauch. Er reinigt und desinfiziert die Luft. Der Rauch des Wacholders hilft bei Erkältungskrankheiten und erhöht unsere seelische und körperliche Widerstandskraft. Bei Übergangsriten und bei der Kontaktaufnahme mit unseren Ahnen ist der Wacholderrauch ein Mittler mit großer Kraft. Er legt sich wie ein Schutzmantel über Haus und Hof, reinigt die Aura von Mensch und Tier und fördert Visionen und Träume. 
   Mädesüß - Filipendulina ulmaria   
 Hat einen würzig-krautigen Duft. Alle Pflanzenteile können verwendet werden. Mädesüßrauch gibt dem Geist Klarheit und Ruhe, er ist ein Mittler mit großer Kraft, welcher uns Mut und Durchsetzungskraft schenkt. Der Rauch des Mädesüß segnet, heilt, unterstützt Neuanfänge, fördert unsere Intuition und das Traumbewusstsein. Dieser Stimmungsaufheller bringt uns in Kontakt mit unserem inneren Kind ... Eine starke Ritualpflanze bei jungen Mädchen beim Übergang zum Frausein. Schafgarbe - Achillea millefolium Entwickelt einen leicht feinwürzigen Duft. Wir können bedenkenlos alle Pflanzenteile verwenden. Schafgarbe (garbe: althochdeutsch=Gesundmacher) schützt uns vor negativen Einflüssen, fördert luzides Träumen und schenkt uns Ruhe und Gelassenheit. Schafgarberauch hilft uns beim Erlangen von Weisheit und schützt kleine Kinder. Er unterstützt sehr gut Orakelräucherungen (Pendeln, Kartenlegen ...). Die Schafgarbe kann gut mit anderen Kräutern, insbesondere Harzen, verräuchert werden. 
   Engelwurz - Angelica archangelica   
 Entwickelt einen stark herben Duft und sollte von daher nur in geringen Mengen verwendet werden. Verwendet wird hierzu vor allem die getrocknete zerkleinerte Wurzel. Die innenwohnenden Kräfte sollen von den Erzengeln verliehen worden sein ... Räuchern mit Engelwurz unterstützt die Kommunikation mit den Engeln und gilt als Schutzzauber gegen böse Geister, Dämonen und Hexen. Sein Rauch reinigt die Luft und hilft uns, uns wieder zu erden. Dieser Seelenbalsam hilft bei Neuanfängen und findet viel Verwendung in Heilungszeremonien. Er hilft dabei, desorientierte Seelen ins Licht zu führen. Engelwurz lässt sich gut mit Beifuß kombinieren. 
   Mariengras - Hierochloe odorata   
 Das Mariengras, auch Süßgras genannt, entwickelt einen sehr feinwürzigen Rauch, der an Heu erinnert. Mariengrasrauch gibt Ruhe und Klarheit, harmonisiert Körper, Geist und Seele und verbessert unsere Intuition. Mariengras eignet sich gut für Liebesräucherungen, denn es öffnet unser Herz. Es schenkt Frieden, steigert die Lust und Fruchtbarkeit. Gute Geister werden von seinem Rauch angezogen. 
   Weihrauchzeder - Calocedrus decurrens   
 Neben dem aromatischen Blattwerk enthält auch das Holz große Mengen an wohltuendem Harz. Die getrockneten Pflanzenteile haben einen positiven Einfluss auf unsere Umgebung. Der Rauch der Weihrauchzeder dient als Brücke zwischen Himmel und Erde = Verbindung mit dem Schöpfer. Wir finden in ihm Unterstützung im Gebet und der Meditation. 
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            <title type="text">Ich möchte einen Kräutergarten</title>
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                 (Katalog 2015, Seite 224 / 225) 
   Ich möchte einen Kräutergarten! Aber ...   
 
 ... ohne Garten oder mit nur wenig Platz! 
 ... kann ich Kräuter zusammen pflanzen? 
 ... ich hab da noch alte Steine, was mach ich damit? 
 ... kann ich Kräuter auch im Topf kultivieren? 
 ... muss ich düngen? 
 ... welche Erde brauche ich? 
 
 Diese und noch viele ähnliche Fragen sind bei uns im Direktverkauf an der Tagesordnung. Im Rahmen der Schnupperstunden 2014 konnten diese Fragen unter Mitwirkung der interessierten Besucher beantwortet werden. Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten und mit etwas Kreativität kommen die schönsten Ideen zustande. 
   Kräuter pflanzen   
 
 bequem im Hochbeet 
 klassisch in der Kräuterspirale 
 dekorativ in der Zinkwanne 
 wohnlich im Sofa 
 bunt im Blumenbeet 
 platzsparend auf der Kräuterleiter 
 schnell zur Hand auf der Fensterbank 
 zusammen im Balkonkasten 
 getrennt in Töpfen 
 
   Worauf muss ich achten?   
 
 Verwendungszweck: Wofür verwende ich meine Kräuter und vor allem wieviel wovon? 
 Bodenbeschaffenheit: Angepasst an die verschiedenen Bedürfnisse, wie z.B. Durchlässigkeit, Wasserspeicherung, Struktur oder ph-Wert? 
 Lichtverhältnisse: Volle Sonne oder Schatten, Morgensonne oder Abendsonne? 
 Feuchtigkeitshaushalt: Feucht oder trocken? 
 Nährstoffbedarf: Langsame Nährstofffreisetzung, viel Nährstoffbedarf oder wenig? 
 Platzbedarf: Höhe, Wurzelraum, Breite? 
 Verträglichkeit: Welche Pflanzen passen gut zueinander, welche lieber trennen? 
 
 Wenn Sie die genannten Faktoren berücksichtigen, werden Sie viel Freude an Ihren Kräutern haben. In welcher Art sie kultiviert werden, ist dann letztendlich egal. 
   Informative Literatur   
 
 Kräuter auf Balkon und Terrasse  U. Braun-Bernhart und B. Bohne  Kosmos Verlag  ISBN 978-3-440-11333-2 
 Küchenkräuter in Töpfen  Engelbert Kötter  Gräfe und Unzer Verlag  ISBN 978-3-8338-3861-3 
 Kräuterspirale  Heide Bergmann  Gräfe und Unzer Verlag  ISBN 978-3-8338-3463-9 
 Hochbeete  Renate Hudak und Harald Harazim  Gräfe und Unzer Verlag  ISBN 978-3-8338-2886-7 
 Kräuter selbst anbauen  Renate Hudak  Gräfe und Unzer Verlag  ISBN 978-3-8338-3454-7 
 
   Meine Auswahl von Pflanzen für eine Kräuterspirale   
   1. Mediterrane Zone, mager, trocken   
 Durchlässig, kalkreich. Eine Drainage aus Bauschutt ist ideal und sorgt für einen guten Wasserabzug. 
 
 Griechischer Bergtee (Sideritis syriaca) 
 Bergbohnenkraut, hoch (Satureja montana) 
 Bergbohnenkraut, zitroniges (Satureija montana ssp. Citriodora) 
 Duftraute (Artemisia santonica) 
 Katzengamander (Teucrium marum) 
 Knoblauch-Gamander (Teucrium scordium) 
 
   2. Normalzone, humos, halbsonnig   
 Etwas Komposterde. 
 
 Agastache „Korean Zest“ (Agastache rugosa) 
 Anis-Ysop (Agastache foeniculum) 
 Toronjil Morado (Agastache mexicana) 
 Römischer Ampfer, grün (Rumex scutatus) 
 Austernpflanze (Mertensia maritima) 
 Bärwurz (Meum athamanticum) 
 Kampferkraut (Tanacetum balsamita) 
 Marienblatt (Tanacetum balsamita) 
 Currystrauch (Helichrysum italicum) 
 Currystrauch „Dartington“ (Helichrysum italicum) 
 Italienischer Currystrauch (Helichrysum italicum ssp.angustifolium) 
 Eberraute (Artemisia abrotanum) 
 Kampfereberraute (Artemisia alba) 
 Chinesischer Gewürzstrauch (Elsholtzia stauntonii) 
 Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus cv.) 
 Französischer Estragon (Artemisia dracunculus v.sativa) 
 Meerfenchel (Crithmum maritimum) 
 Gaudich (Laurentia fluviatilis) 
 Gaudich, blau blühend ( Laurentia fluviatilis) 
 
   3. Feuchtzone, humusreich, sonnig   
 Der Boden wird mit Lehm und Kompost angereichert. 
 
 Salz-Alant (Inula crithmoides) 
 Römischer Ampfer, silber (Rumex scutatus ssp.) 
 Sauerampfer „Profusion“ (Rumex acetosa „Profusion“) 
 Strandaster (Aster tripolium) 
 Baldrian (Valeriana officinalis) 
 Beinwell, Wilder Comfrey (Symphytum officinale) 
 Russischer Comfrey, Bocking NO.14 (Symphytum x uplandicum) 
 Eibisch (Althaea officinalis) 
 Vietnamesischer Wasserfenchel (Oenanthe stolonifera) 
 Knoblauch-Gamander (Teucrium scordium) 
 
   4. Wasserzone mit Sumpfbereich   
 
 Bachbunge (Veronica beccabunga) 
 Vietnamesischer Wasserfenchel (Oenanthe stolonifera) 
 Kalmus, europäischer / Deutscher Ingwer (Acorus calamus)&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 Kalmus, amerikanischer (Acorus c. Americanus) 
 
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            <title type="text">Kräuter-Lesefutter</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 281) 
 Nachdem ich die Aufgabe übernommen hatte, einen Beitrag über Kräuter-Literatur zu schreiben, dachte ich: Mist! Was für Bücher? Seit Jahrzehnten zerfleddere ich immer wieder meine Rühlemann-Kataloge voller Lust und Vorfreude auf neue und alte Kräuterentdeckungen! Das ist mein liebstes Kräuter-Buch! Deshalb hier nur drei - sehr unterschiedliche - Leseempfehlungen: 
   Kräuter &amp;amp; Gewürze aus dem eigenen Garten   
 Marie-Luise Kreuter BLV 2009 ISBN 978-3-8354-0324-6 
 Sehr schönes Buch für Kräuter-Einsteiger und Fortgeschrittene - besonders auch zum Verschenken! Die Autorin bringt zum Einstieg einiges über historische Kräutergärten und die Geschichte des Kräuterwissens. Dann folgen abwechslungsreiche Gestaltungs-Ideen für Kräuter in Haus und Garten, Kräuter-Anbau und -Pflege. Sehr informativ die unzähligen Kräuter-Porträts; auch Gäste am Rande des Kräutergartens und Kräuter aus fernen Ländern werden hier behandelt. Ernte und Konservierung sowie die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Kräutern in Küche, Hausapotheke, Wellness - mit Rezepten dazu - runden das Buch ab. 
   Wildkräuter, Beeren und Pilze - erkennen, sammeln und genießen   
 Eva-Maria und Wolfgang Dreyer Kosmos 2005 ISBN 3-440-10148-7 
 Hier werden, jahreszeitlich nach Sammelzeitpunkt geordnet, die Schätze aus der Natur präsentiert. Einige Kräutlein, die ich bisher im Garten immer rausgerissen hatte, werden im Frühling erst einmal im Kochtopf oder in meinem „Wildblatt- und Blüten-Salat“ landen. Da es sich am bequemsten zuhause sammelt, will ich auch noch eine Wildkräuter-Ecke im Garten anlegen. Das Buch bietet nicht nur viele Sammeltipps, sondern auch Verwendungsmöglichkeiten und inspiriende Rezeptideen dazu. 
   Mit Pflanzen verbunden - Meine Erlebnisse mit Heilkräutern und Zauberpflanzen   
 Wolf-Dieter Storl Heyne 2005ISBN 978-3-453-70100-7 
 Ein Kräuterbuch für diejenigen, die etwas tiefer in die spirituelle Welt der Pflanzen eintauchen wollen: Der Autor schreibt über seine Erfahrungen mit Beinwell, Engelwurz, Karde und anderen aus persönlicher und kulturanthropologischer Sicht. Ich hab‘s verschlungen wie einen Krimi. Noch tiefer in diesem Sinne geht das Buch „Pflanzendevas“ von W.-D. Storl. 
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            <title type="text">Ernte und Verwendung</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 243) 
   ... oder: &quot;Was fang ich jetzt mit meinen Pflanzen an?&quot;   
 Da wir ein breit gefächertes Sortiment an Kräuter und Duftpflanzen anbieten, bekommen wir immer wieder viele Anfragen zur Verwendung unserer Pflanzen. Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten der Nutzung, ob zum Kochen, Backen, Räuchern, als Tee oder einfach nur zum Genuss des angenehmen Duftes. 
 Die beste Zeit Kräuter zu ernten ist kurz vor der Blüte, am Morgen nach Abtrocknen des Morgentaus. Geschnitten werden z.B. beim Salbei, bei Thymian oder anderen Pflanzen die weichen Triebe und z.B. bei Alant oder Weißem Ingwer Wurzelteile. Beim Ernten von Wurzeln sollte beachtet werden, dass ein Teil wieder eingepflanzt wird, damit die Pflanze erhalten bleibt und weiter wachsen kann. Es ist auch die Verwendung von frischen Blüten möglich, z.B. von Basilikum, Kapuzinerkresse oder Gewürztagetes. Wenn die Kräuter nicht frisch zum Kochen oder als Tee verwendet werden, besteht die Möglichkeit der Trocknung. Dazu werden die Pflanzenteile in kleine Sträußchen gebündelt und mit einem Gummiband zusammengebunden. Das Gummiband zieht sich bei Trocknung zusammen und die Sträuße bleiben trotz Eintrocknung der Stiele fest gebunden. Ein weiteres Verfahren ist die Trocknung auf einem luftdurchläßigen Tuch oder Gitter, auch Darre genannt. An einem luftigen warmen Ort im Schatten, ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgehängt bzw. gestellt, trocknen die Kräuter sehr schnell. UV-Licht würde die Inhaltsstoffe zerstören. Eine schnellere Variante ist die Trocknung im Backofen. Die Kräuter dabei mehrere Stunden bei niedriger Temperatur und leicht geöffneter Klappe auf dem Gitterrost trocknen lassen. Durch die geöffnete Klappe entweicht die Feuchtigkeit. Wurzelteile lassen sich, in dünne Scheiben geschnitten bei dieser Variante am besten trocknen. Nach der Trocknung sollten die Kräuter in dunklen Gläsern aufbewahrt und innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden. 
 Bei unseren Genusspflanzen freuen wir uns über einen Austausch mit Kunden und geben gern Anregungen und Rezepte an unsere Kunden weiter. Alle Tipps sind Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten, die einzelne Mitarbeiter ausprobiert haben. 
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            <title type="text">Süffelmonster oder Durstkünstler (Wasser)</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 161) 
   ... oder: &quot;Wieviel Wasser braucht meine Pflanze?&quot;   
 Im Garten sind Kräuter an dem für sie optimalen Standort ausgepflanzt so richtig pflegeleicht. Nach dem Pflanzen werden sie einmal gut angegossen. Bis sie angewachsen sind, brauchen sie die ersten Wochen - besonders, wenn es sehr sonnig bzw. windig ist - noch einen guten Schuß Wasser. Das war‘s! 
 In Töpfen oder anderen Pflanzgefäßen gehaltene Kräuter werden nach Bedarf gegossen. Ob die Pflanze Durstkünstler, Normalverbraucher oder Süffelmonster ist, zeigen die Tropfensymbole im Katalog an (siehe Zeichenerklärung). 
 Der Wasserbedarf variiert auch je nach Jahreszeit, Temperatur und Standort. Im Winter brauchen die Kräuter eher weniger davon - ausser natürlich wenn sie über der aufgedrehten Heizung oder im sonnigen Südfenster brüten. 
 Deshalb gibt es leider kein Pauschalrezept à la „Gießen 1 x die Woche“. Statt dessen ein kritischer Blick: Stehen die Blätter stramm oder schlaffen sie schon? Dann die Erde mit dem Zeigefinger testen: staubig, medium oder ziemlich nass? Und jetzt: die Gießkanne zücken - wenn nötig. 
 Für besonders Gründliche: der „Hebe-Test“ bei Kräutern in handlichen Töpfen: Topf (sehr) leicht = Pflanze (sehr) durstig oder Topf schwer = Pflanze ist noch gut versorgt. 
 Zum Schluß die Todsünde für fast alle Pflanzen: Staunässe! Wenn 10 Minuten nach dem Gießen noch Wasser im Untersetzer oder Übertopf steht, dieses bitte ausleeren! Ansonsten droht dem Kraut ein vorzeitiges Ende durch faulendes Wurzelwerk. 
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            <title type="text">Kräuterfütterung (Dünger)</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 149) 
   ... oder: „Wieviel Dünger braucht meine Pflanze?“   
 Damit es den Kräuter gut geht, brauchen sie Futter: Mediterrane sind eher genügsam. Schnell- und Starkwüchsige wie z. B. Liebstöckel, Meerrettich, Kapuzinerkresse, Borretsch und Beinwell mögen es etwas üppiger. 
 Die Düngung kann in organischer Form mit Naturdünger oder mineralisch mit sogenanntem Kunstdünger erfolgen. Mineralische Dünger gibt es mit Sofort- und Langzeitwirkung. Positiver für ein aktives Bodenleben und einen gesunden Boden ist allerdings die organische Düngung. 
 Im Garten ausgepflanzte Kräuter, düngt man am einfachsten im Frühjahr und evtl. noch einmal im Frühsommer mit einem organischen Volldünger (z. B. von Oscorna oder von Neudorff). Auch Hornmehl, Hornspäne, Kompost oder selbst hergestellte Pflanzenjauchen (z. B. aus Brennesseln) sind gut geeignet. 
 Besonders Lavendel benötigt für optimales Gedeihen Kalk, falls der Gartenboden nicht von Natur aus schon kalkhaltig ist. 
 Die beste Lösung für Pflanzen in Balkonkästen oder Kübeln sind organischer oder mineralischer Streudünger, Düngestäbchen oder Langzeit-Düngekegel. 
 Als Zimmerpflanzen gepflegte Kräuter werden beim Gießen mit Flüssigdünger für Kräuter oder Grünpflanzen gefüttert. In der Wachstumszeit von März bis September einmal in der Woche; im Winter reicht einmal alle 1-2 Monate. 
 Wer es noch einfacher möchte, greift auch hier zu Düngestäbchen für Grünpflanzen. Bei der Dosierung der Dünger halten Sie sich an die Empfehlung des jeweiligen Düngerherstellers. 
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            <title type="text">Ist ausdauernd gleich winterhart?</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 121) 
   Gedanken zur Lebensdauer einer Pflanze   
 Ist eine ausdauernde Pflanze denn nicht auch winterhart? Diese Frage wird immer wieder gestellt und die Kenntnis darüber erstreckt sich von absoluter Ahnungslosigkeit bis hin zu der festen Überzeugung, dass eine ausdauernde Pflanze ganz selbstverständlich ewig leben muss. Und zwar egal unter welchen Umständen. Punkt. Um eins vorweg zu nehmen: Grundsätzlich währt kein Leben ewig und unser Dasein hier ist auf einen bestimmten Lebenszyklus beschränkt; dies trifft auf alle Lebewesen zu, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze. 
 Eine winterharte Pflanze ist ausdauernd, da sie einen (und sogar viele) deutsche Winter übersteht. Jedoch ist nicht gleichzeitig jede ausdauernde Pflanze winterhart. Gute Beispiele hierzu sind fast alle Pflanzen, die aus warmen Klimazonen kommen, die zwar ausdauernd = mehrjährig sind, aber deren Temperaturansprüche wesentlich höher liegen als unsere Frost gewohnten Pflanzen aus Europa. In diesen warmen Regionen ist Frost ein Fremdwort und bringt alle Lebewesen allein beim Gedanken daran zum Bibbern. 
 Nun aber der Reihenfolge nach zur Lebensdauer einer Pflanze: Es gibt einjährige (annuelle) Pflanzen, bei uns mit einem A gekennzeichnet, die innerhalb eines Jahres wachsen und blühen, die „überwintern“ eventuell als Saatgut im Garten. Dies gilt ebenso für zweijährige (bienne) Pflanzen, bei uns mit der Kennzeichnung Bi. Im Normalfall wachsen diese im ersten Jahr und bilden im zweiten Jahr die Blüte. Gutes Beispiel: Fingerhut. Wenn die Pflanzen an Ort und Stelle zur Blüte und Samenreife kommen, kann es gar sein, dass sie sich mehrjährig dort ansiedeln. Ansonsten einfach Saatgut ernten und bei günstigen Bedingungen erneut aussäen. 
 Als nächstes gibt es Stauden (perenne) Pflanzen, bei uns gekennzeichnet mit P, die ausdauernd sind, dazu ziehen die oberirdischen Blätter im Winter ein und sterben ab, im Frühjahr treibt die Pflanze jedoch ganz zuverlässig erneut aus wie z.B. Giersch, Hexenkraut, Lerchensporn... Eine Ausnahme bilden hier die wintergrünen Stauden, bei denen man selbst unter dem Schnee noch grünes Laub finden kann. Beispiel: Sibirischer Winterportulak oder Günsel. 
 Ebenso mit P gekennzeichnet sind jedoch auch unsere ausdauernden Pflanzen aus wärmeren Klimazonen (wie schon oben erwähnt ), die uns mehrere Jahre erfreuen können und gerne in unserem deutschen Sommer draußen stehen dürfen, aber sobald das böse Wort Frost naht, schleunigst ins Haus geräumt werden müssen, da sie sonst bestenfalls unglücklich aussehen, schlimmstenfalls eingehen würden. Hierbei muss jedoch noch unterschieden werden in warme Überwinterungsplätze (mehr als 15°C), z.B. Chilis, einige Basilikumarten, oder Aloe. Kühle Überwinterung bei 5-12°C wie z.B. bei Citrus, Duftgeranien oder Fruchtsalbei. Und die kühle Überwinterung bei laublosen Pflanzen, die dann auch mit wenig bis keinem Licht auskommen, z.B. Ingwer. 
 So genannte halbfrostfeste Arten, bei uns mit HHP gekennzeichnet, halten einen leichten Frost bis -5°C aus, aber nur wenn sie schon das ganze Jahr über im Freien gestanden haben und daher genügend abgehärtet sind. Besser ist es jedoch diese Pflanzen in Kübeln oder Kästen zu halten und sie frostfrei und hell zu überwintern. Eine Ausnahme bilden hier die mediterranen Halbsträucher wie Lavendel, Salbei oder Rosmarin, denn sie sind ausgepflanzt oftmals winterhart, wenn der Standort einen guten 
 Wasserabzug gewährleistet, sie somit nicht vernässen können und bei Frost vor der starken Sonneneinstrahlung geschützt sind (z.B. durch eine Vliesabdeckung). Zuletzt sind noch Sträucher und Bäume zu nennen, Laub abwerfend oder auch immergrün, die im Regelfall einem deutschen Winter trotzen können, somit ausdauernd = winterhart sind, bei uns mit der Kennzeichnung HP versehen aber genaue Angaben bis wie viel Minusgrade sie denn „aushalten“ sind im Grunde sinnlos, da es noch viele andere Faktoren gibt, die die Überlebenschancen der Pflanzen im Winter steigern oder auch hemmen können. Verträgt sie in günstigen Lagen einen harten Frost bedeutet es nicht automatisch, dass sich jede solche Pflanze immer und überall auch so verhält. Denn woher weiß man, dass dieser gute Standort der Pflanze genauso gut gefällt wie uns? 
 Zu diesen Faktoren gehören z.B. das Alter und die Vitalität der Pflanze, der Standort (Bodenbeschaffenheit und Wasserabzug bzw. -haltevermögen), Schnee als Last, der zum Schneebruch führt aber auch als Schutz vor Kälte im Wurzelbereich dienen kann... 
 Abschließend möchte ich sagen, dass es zwar allgemeingültige Aussagen und Erfahrungswerte wie zuvor beschrieben gibt, aber jede Pflanze letztendlich ein Individuum ist. Es ist daher ein Zusammenspiel von vielen Puzzleteilchen, die der Pflanze ein langes Leben beschert ! 
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            <title type="text">Läuse &amp; Co.</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 85 und 189) 
   Hilfe! Auf meiner Pflanze sitzt ein Tier!   
 Zunächst gilt es zu klären ob und um welchen Schädling es sich überhaupt handelt. Ist die Diagnose gestellt, stehen uns weitere Maßnahmen zur Verfügung. 
   Dazu nun kurze Beschreibungen der häufig vorkommenden Schädlinge und die verursachten Schadbilder:   
  Blattläuse  haben im Mai/Juni ihre Hauptvermehrungszeit, sind jedoch das ganze Jahr über anzutreffen. Es sind in grün, schwarz, gelb oder orange vorkommende ca. 2 mm große Tierchen, die vor allem junge Triebe und Knospen befallen und dort den Pflanzensaft aussaugen und dadurch die Pflanze schädigen. Erkennbar sind Deformierungen und verkrüppelter Wuchs. Oft leben die Läuse in Symbiose mit Ameisen, da diese die süßen Ausscheidungen der Läuse verzehren. Eine einfache Methode sie los zu werden, ist das kräftige Abduschen der Pflanzen (dabei die Blattunterseiten nicht vergessen). Reicht diese Maßnahme nicht aus, kann zu biologischen Mitteln auf Schmierseifen = Kaliseifenbasis (angesetzt als Lösung von 20ml auf 1 l) gewechselt werden. Dazu sollte die Pflanze auch blattunterseits tropfnass gespritzt werden. Eine einmalige Anwendung reicht jedoch meist nicht aus, das Mittel sollte 3 -4 Mal in den nächsten 2 Wochen angewendet werden um einen Erfolg verbuchen zu können. 
  Weiße Fliegen  oder Mottenschildläuse gehören ebenfalls zu den saugenden Insekten, die Bekämpfung ist hier etwas langwieriger, da die ca. 2mm großen weißlich gepudert aussehenden Tierchen (wie eine kleine Motte) beflügelt und daher sehr mobil sind. Der Schaden kann durch die unter den Blättern von zumeist weichlaubigen Pflanzen rasch anwachsen, da der Entwicklungszyklus bei höheren Temperaturen schnell vonstatten geht. Bei der Bekämpfung hilft hier ein Aufstellen/Aufhängen von Gelbtafeln zum Abfangen der fliegenden Schädlinge. Der Einsatz von z.B. Spruzit (ebenfalls mehrmalig anzuwenden) hilft die nachschlüpfenden Tierchen zu dezimieren. 
  Wollläuse  (auch Schmierläuse) zählen ebenso zu den saugenden Insekten und ernähren sich vom Pflanzensaft. Es sind dies 2-5 mm lange, eher rundlich wirkende Tierchen, die weiß sind und dem Aussehen nach einer Kellerassel gleichen. In fortgeschrittenem Stadium sitzen sie als weiße Wattekügelchen am liebsten in den Blattachseln der Pflanze. Die Bekämpfung ist sehr aufwändig. Sie befallen bevorzugt wärmebedürftige Pflanzen und das Dezimieren ist ein dauerhafter Akt, der beständiges Kontrollieren und Aktion verlangt. Angefangen mit dem Verwenden neuer Erde über in Alkohol getränkte Wattestäbchen, die gut in die Blattachseln der Pflanze passen um die dort vorwiegend sitzenden Tierchen zu entfernen, bis hin zur Anwendung von biologisch wirkenden Mitteln, die die erwachsenen Tiere abtöten, sollte alles miteinander kombiniert werden um Erfolg zu haben. Da sie durch ihre Wachsausscheidungen relativ geschützt sind, können ölhaltige Mittel helfen diesen Panzer zu durchdringen. Dies ist jedoch fast nur bei hartlaubigen Pflanzen möglich, da ansonsten die Pflanze zu stark in Mitleidenschaft gezogen wird. 
  Spinnmilben  oder Rote Spinne sind sehr schwierig zu bekämpfen. Es sind winzig kleine Spinnentiere, die max.0,5mm groß werden, daher kaum bis gar nicht mit bloßem Auge sichtbar sind. Zumeist sind sie rot (daher der Name), aber sie kommen artenabhängig auch in anderen Farben vor. Sie besiedeln am liebsten die Blattunterseiten junger Blätter und auch Triebspitzen und saugen den Saft aus dem Zellgewebe, die Blätter erscheinen dann silbrig – schimmernd zunächst nur punktuell, bei starkem Befall wird das ganze Blatt „leergesaugt“, die Blätter werden gelb und sehen aus wie mit einem Gespinst überzogen. Als vorbeugende Maßnahme ist ein häufiges Sprühen mit Wasser in den Sommermonaten möglich, im Winter kann eine Wasserschale auf die Heizung gestellt helfen, die Luftfeuchte zu erhöhen um dem Schädling die Ausbreitungsbedingungen zu erschweren. Bei hartnäckigen Fällen sollte man die Pflanze gründlichst abduschen mit einem möglichst harten Wasserstrahl, alternativ einem starken Sommerregen aussetzen. Ansonsten ist hier das Anwenden biologischer Mittel z.B. Spruzit wirksam wenn es über einen Zeitraum von mind. 6 Wochen bei 2 x wöchentlicher Anwendung ausgebracht wird. Da bei der Ausbringung nur die ausgewachsenen Exemplare getroffen werden sollte die Behandlungsdauer so lang weiter betrieben werden um die nachschlüpfenden Eier so lange zu bekämpfen, bis auch das letzte Ei erwischt ist. 
  Thrips  (oder Fransenflügler), zumeist versteckt auf der Unterseite der Blätter lebend ist ebenfalls ein ernstzunehmender Schädling, der gerne an so ziemlich allen Kulturen vorkommt. Das Tierchen ist 1-3mm groß. Das Schadbild ist dem der Spinnmilben mit silbrig durchscheinenden Blättern recht ähnlich, allerdings kann man die Tierchen mit bloßem Auge erkennen. Ein gründliches Abduschen der Pflanze ist hier auch das erste Mittel der Wahl. Danach sollte ca. 3 Wochen lang 2 x wöchentlich behandelt werden mit z.B. Spruzit um den Zyklus zu durchbrechen und alle nachfolgenden Tierchen zu beseitigen. 
  Raupen  oder  Schnecken  sind oftmals Grund für das Verschwinden einer ganzen oder gar mehreren Pflanzen innerhalb kürzester Zeit. Zunächst ist hier zu klären um was es sich handelt. Schnecken fressen zumeist das Innere des Blattes in Form von einem zumeist runden Lochfraß und hinterlassen die berühmten Schleimspuren. Raupen hingegen fressen vom Rand her die Blätter an, es bleibt oft nur das Blattgerippe stehen. Das Auffinden von schwarzen Kotspuren ist ein Indiz für Raupenbefall. Gegen Schnecken kann man z.B. mit Ferramol Schneckenkorn arbeiten, bei Raupen wäre ein Absammeln in den Abendstunden zumeist ausreichend, da sich die Raupenpopulation im Garten durch Nützlinge auf ein gesundes Maß reduziert. 
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            <title type="text">Wohnraum der Pflanzen</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 79) 
   Kulturbericht Standort   
 Da Pflanzen sich nicht direkt fortbewegen können, ist es ihnen nicht möglich ihren Standort selbst auszusuchen oder zu verlassen. Sie stehen an ihrem Platz, doch keineswegs starr. Zu einem bestimmten Maß gewöhnen sie sich an ihre Umgebung und passen sich an. Die Pflanze wird es zeigen, wenn es nicht der richtige Standort ist und oft bewirkt die Veränderung einzelner Bedingungen schon Verbesserung. Bei einem Standortwechsel benötigt sie allerdings wieder etwas Zeit sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Nur etwas Aufmerksamkeit bedarf es, um die Zeichen, ob sie sich wohl fühlt oder nicht, zu erkennen. Jedoch um das Überleben zu sichern, muss es selten der perfekte Standort sein. Pflanzen wachsen nicht an speziellen Orten, weil es ihnen nur dort gefällt. Sie wachsen dort, weil sie es können. Manche Pflanzen konnten sich im Laufe der Zeit an extreme Gegebenheiten morphologisch und physiologisch anpassen und andere eben nicht. Das heißt nicht, nur weil die Aloe gut im sandigen Boden wächst, dass sie nur dort wächst. In der Rühlemannsgärtnerei wird mit wenigen Ausnahmen - mit Erfolg - in nur ein einziges, selbst entwickeltes Substrat getopft. Die Herkunft, der Ort an dem Pflanzen natürlicherweise wachsen, kann Aufschluss über die Standortbedingungen geben, bei welchen die Pflanzen auf jeden Fall gedeihen. 
 Boden, Erde, Substrat ist die Grundlage, welche den Pflanzen Stabilität gibt und Quelle von Nährstoffen und Wasser ist. Er sollte mehr oder minder gut durchlässig (drainiert) sein, da die wenigsten Pflanzen unseres Sortimentes ständig im Wasser stehen können. Z.B. ist bei den mediterranen Kräutern ein guter Wasserablauf wichtig, besonders während der Winterzeit. Ob saurer oder kalkhaltiger Boden, die meisten Pflanzen gedeihen in leicht saurem Boden. Diesen pH-Wert (leicht unter 7) bieten handelsübliche Substrate. Angaben zu speziellen Ansprüchen finden Sie im Katalog oder Onlineshop in den Pflanzenbeschreibungen. 
 Sonnenstrahlen (Licht) sind notwendig um Photosynthese zu betreiben, Energie zu erzeugen, also schlicht weg um zu leben. Wie viel jede einzelne Pflanze benötigt bzw. ihr ausreicht, ist unterschiedlich und im Katalog zu jeder Pflanze angegeben. Die Lichtintensität wird nicht allein durch die Himmelsrichtung bestimmt. Es ist der Schattenwurf von Bäumen oder Häusern, Mauern etc. zu beachten und auch im Zimmer nimmt die Lichtmenge stark ab, je weiter die Pflanzen vom Fenster weg gestellt werden. 
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            <title type="text">Betüddeln</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 73) 
   Gedanken zur Pflege der Pflanzen   
 Sie haben ihr „Traumkraut“ erhalten und wissen sicher schon was Sie von ihrer Pflanze erwarten: Soll sie gut duften, leckere Blätter, Blüten, Früchte hervorbringen oder einfach nur hübsch aussehen? Am besten natürlich alles und am liebsten sofort, aber zunächst einmal gönnen Sie ihr ein paar Tage des Ankommens. Dazu packen Sie sorgsam das Paket aus und stellen die Pflanze eher schattig auf. Trockene Töpfe bitte sofort wässern, feuchte einfach erst mal in Ruhe lassen. Tägliche Kontrollen sind natürlich erforderlich. 
 Nach ein paar Tagen der Ruhe haben die Pflanzen sich eingewöhnt und können an ihren Bestimmungsort. Dies kann ein größerer Topf, ein dekorativer Kübel oder ein Balkonkasten sein ebenso wie eine schöne Stelle im Garten, je nach Wuchs und Winterhärte. Grundsätzlich können alle Kräuter auch auf dem Balkon oder der Terrasse gehalten werden, dazu sollte man jedoch den Bedürfnissen der Pflanze entsprechen und lieber kompakt wachsende Pflanzen wählen, stark wachsende Kräuter und Duftpflanzen fühlen sich in einem Beet wohler. Gepflanzt werden kann während des ganzen Jahres in der frostfreien Zeit, daher ist unser Pflanzen-Versand von März bis Oktober tätig. 
 Wenn der Standort nun gut gewählt und die Pflanze wohl genährt ist, benötigt sie noch ein paar Pflegemaßnahmen, damit sie sich zur vollen Pracht entwickeln kann. Dazu gehören ein regelmäßiges Entfernen kranker Blätter und Triebe sowie ein gelegentlicher oder einmaliger Rückschnitt je nach Pflanze und Zeit. Jede Ernte ist im Prinzip schon ein kleiner Rückschnitt und lässt die Pflanze buschiger werden, bei kleinen Sträuchern wie z.B. Lavendel oder Salbei ist ein Frühjahrsschnitt notwendig (ca. April) damit die Pflanze sich verzweigt und einen guten Aufbau erhält. Es kann hier zwar auch noch nach der Blüte geschnitten werden, aber bitte nicht mehr später als Ende August, da stimmen sich viele Pflanzen schon auf den Herbst und Winter ein und gerade Immergrüne reagieren auf den Schnitt ihres „Wintermantels“ sehr empfindlich und erfrieren oder vertrocknen eher. Die beste Zeit zum Schneiden der meisten krautigen Pflanzen ist ebenso das Frühjahr. Auch wenn das verwelkte Laub und die verdorrten Blütenstängel im Winter unschön aussehen, bilden sie dennoch einen gewissen Winterschutz und dienen oftmals als Überwinterungsplatz für Nützlinge. Laubabwerfende Gehölze können im ersten und zweiten Standjahr einen Formschnitt erhalten, bevorzugt im Sommer an einem eher kühlen und feuchten Tag. Manche Pflanzen erheben sich schon im ersten Jahr zu stattlicher Größe, einige brauchen ihre Zeit sich zu entfalten. Gönnen Sie ihnen diese, jede Pflanze hat ihre eigene Qualität um im eigenen Rhythmus zu zeigen was in ihr steckt. Da ist gärtnerische Geduld gefragt !!! 
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            <title type="text">Vermehrung</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 71) 
   ... oder: „Woher kommen eigentlich die ganzen kleinen Pflänzchen?“ „Und klappt das auch zuhause?“   
 Dazu kann ich immer nur wieder sagen: Probieren Sie`s aus! Das macht Spaß und ist gar nicht so schwer wie man immer denkt. Es gibt zwei Arten Pflanzen zu vermehren. Zum einen über die Aussaat (generative Vermehrung) und zum anderen über Stecklinge oder Teilung (vegetative Vermehrung). 
 Bei der Aussaat wird unterschieden zwischen Direktsaat im Beet oder Voranzucht in Saatschalen/Töpfen. Allgemein gilt: Saatgut mit soviel Erde bedecken wie es dick ist. Ausser zum Beispiel bei Lichtkeimern, aber diese sind eigentlich die Ausnahme. Es gibt auch spezielle Kaltkeimer (im Katalog mit „S!“ gekennzeichnet) oder Saatgut, das nur bei sehr warmen Temperaturen keimt. Wir vermerken solche Tipps auf unseren Saatguttütchen. Wenn man sich mal nicht ganz sicher ist wie man verfahren sollte, kann man das Saatgut aufteilen und verschiedene Arten ausprobieren. Zum Beispiel auch bei selbst geerntetem Saatgut. Bei einer Direktsaat muss man nach der Keimung meist nicht mehr viel machen, ausser eventuell ausdünnen. Bei einer Voranzucht sollte ab einer gewissen Größe der Sämlinge pikiert (vereinzelt) werden. Bei allen Aussaaten sollten dieselbigen immer gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten werden. 
 Die Stecklingsvermehrung ist sehr vielfältig. Die häufigste ist die über Kopfstecklinge. Das heißt die Köpfe, also die Triebspitzen der Pflanze mit ca. 2-3 Blattpaaren ohne Blütenansatz werden als Steckling genommen. In ein Wasserglas stellen oder noch besser gleich in feuchte Anzuchterde stecken und unter eine durchsichtige Plastiktüte stellen. Die meisten Stecklinge sollten erstmal warm und halbschattig stehen. Es gibt auch Teil-, Blatt-, Wurzel- oder grundständige Stecklinge oder Wurzelteilung. Aber dies wäre jetzt zu viel Fachgesimpel, wenn man alles im einzelnen erklären würde. Oft zeigt eine Pflanze es meist selbst auf welche Art man sie vermehren kann. Man muss sie sich nur mal richtig anschauen. Einfach mal ausprobieren macht, wie gesagt sehr viel Spaß. Zu sehen wie neue kleine Pflänzchen entstehen und wachsen. 
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            <title type="text">Erste Hilfe: Gesunde Pflanzen, wie erreiche ich das?</title>
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                 (Katalog 2013, Seite 23) 
 Ein wichtiges Thema bei unseren Pflanzen ist der Pflanzenschutz. Es geht darum, dass wir uns nur dann lange an unserer Pflanze erfreuen können, wenn sie möglichst gesund und munter ist. Aber genau wie wir kann sie eben auch kränkeln. Dafür können wir vorbeugend schon etwas tun, indem wir die Pflanze von innen stärken. Dabei ist darauf zu achten, dass die Pflanze nie zu trocken oder zu nass steht, ohne Dünger oder gar überdüngt ist. Dies würde zu einer Schwächung der Pflanze führen, die dem Befall von Schädlingen leichtes Spiel bietet. Die Schädlinge und Krankheiten, die an unseren Lieblingen vorkommen können, sind zum einen saisonal bedingt, hängen aber auch mit dem Standort, der richtigen Pflege und mit dem Pflanzentyp zusammen. 
 Eins vorweg: Wir machen hier biologischen Pflanzenschutz. Nicht weil wir es müssen, sondern aus Überzeugung, weil wir es wollen! Dies bedeutet, dass wir viel mit Nützlingen arbeiten, die die Schädlinge in Schach halten, aber eben nicht gänzlich vernichten, so dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Räuber und Beute entsteht. Über die Anwendung von Nützlingen beim Privatkunden scheiden sich die Geister. Bei unserer Vielfalt macht der Einsatz auf jeden Fall Sinn, inwieweit dies auch für die private Nutzung gilt, ist eine Überzeugungs- und auch Geldfrage. Unsere Pflanzenschutzmittel sind alle im biologischen Anbau zugelassen und dezimieren die Schädlinge auf Basis von natürlichen Stoffen. Hinzu kommt, dass wir auch vermehrt mit Pflanzenstärkungsmitteln arbeiten, die bei einigen Kulturen immer wieder auftretende Schwächen von vornherein unterstützend begleiten. Zu guter letzt sind da noch die ganzen Pilzkrankheiten zu nennen, die den Pflanzen zu schaffen machen, als da wären Mehltau (echt und falsch), Botrytis (Grauschimmel), Blattfleckenkrankheiten, Rostpilze etc. Im biologischen Gartenbau gibt es dafür kaum Mittel, aber die besten Voraussetzungen in punkto Standort, Bewässerung, Raum für die Pflanze und Luftbewegung schaffen gute Voraussetzungen für eine gesunde Pflanze. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit die Pflanze von innen zu stärken. Dies ist ganz einfach selbst gemacht mit z.B. Brennnessel – oder Ackerschachtelhalmbrühen, im Handel sind dazu einige Mittel z.B. Gesteinsmehl, Pechnelkenextrakt, Kieselsäure oder Algen zu kaufen. 
  Ein Gedanke zum Schluss:  
 Beobachten Sie Ihre Pflanzen aufmerksam, so erkennen Sie Veränderungen sofort und können schnell reagieren. Und die Pflanzen mit natürlichen Stoffen zu behandeln ist doch irgendwie sympathisch, oder? 
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