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Gärtnerische Infos

1x1 der Pflanzengesundheit - Die Konkurrenz von Alexandra Müller
(Katalog 2017, Seite 282)

Wir alle wollen gesunde Pflanzen und nach Möglichkeit wollen wir diese auch noch bedenkenlos verzehren... oder? Dann aber müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass es eine Pflanze ohne Mitesser gar nicht gibt. Und das hat nicht immer etwas mit ihrem Gesundheitszustand zu tun. Vielleicht müssen wir wieder lernen zu teilen? Alle finden den Schmetterling schön, aber niemand toleriert die Raupe auf dem Kohl. Wie viele lieben den Gesang der Stare? Wer noch, wenn sie den Kirschbaum plündern? Wir sind nicht allein.

Die folgenden kleinen Vegetarier treten oft zu bestimmten Zeiten im Jahr an bestimmten Pflanzen auf:

Blattläuse

Hellgrün bis rote, bis 7mm große Insekten. Lebendgebährend, dadurch sehr schnelle Vermehrung. Ernährung: stechend saugend von kohlehydratreichen Pflanzensäften. Durch Absonderungen von Zucker leben sie in Symbiose mit Ameisen und anderen. Häufiges Auftreten an frischen Austrieben und Jungpflanzen, im Frühjahr oder/und bei großen Temperaturschwankungen von kalt auf warm. Oft gibt es sporadisches Auftreten mit ebenso plötzlichem Verschwinden. An Jungpflanzen mit sehr weichem Laub oder Blütenansätzen können sie große Schäden anrichten.
Erste Maßnahmen: Befallene Stellen entfernen, abspülen, mit Produkten auf Basis von Kaliseife oder Brennesselsud behandeln.
Nützlinge: Schlupfwespe (Aphidius colemani), Florfliegenlarve (Crysoperla carnea).

Weiße Fliege

Mottenschildlaus, adult 1,5 mm geflügelte hellgelbe bis weißliche Tiere. Weibchen legen in der warmen Jahreszeit bis zu sieben 0,1mm große, längliche, gelb-weißliche Eier täglich. Adulte Tiere saugen an Blattunterseite. Häufiges Vorkommen in Gewächshausern, andere Arten auch an Kohl im Freiland.
Erste Maßnahmen: Ältere Blätter mit Eiablage entfernen, gelbe Leimtafeln aufhängen. Behandlung mit Produkten auf Basis von Kaliseife.
Nützlinge: Schlupfwespe (Encarsia formosa).

Echte Rote Spinne (Spinnenmilbe)

gehört zur Familie der Spinnentiere, 0,3 - 0,5 mm groß, von grün bis rot gefärbt - je nach Nahrung. Blätter weisen helle Saugstellen auf, sind durchscheinend oder silbrig glänzend, bei stärkerem Befall Gespinste an jungen Blatttrieben oder Blattunterseite. Auftreten bei hohen Temperaturen im Gewächshaus oder über der Heizung (trockene Luft).
Erste Maßnahmen: Kälter stellen, Luftfeuchtigkeit erhöhen. Befallene Blätter, Triebspitzen mit Gespinsten vorsichtig raus schneiden.
Nützlinge: Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis) fungieren hier leider nur als Platzhalter. Bei größeren Populationen vermehren sich die Spinnmilben schneller als die Nützlinge.
Behandlung: z.B. Neem, Spruzit (Anwendungshinweise beachten).

Weichhautmilben

0,1- 0,3 mm kleine gelbgrün bis dunkelgrüne Spinnentiere, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Diese, bemerkt man sie nicht rechtzeitig, können unter Glas sehr große Schäden anrichten. Sie saugen an jungen Pflanzenteilen, die dadurch verkrüppeln, kräuseln und eine harte ledrige Struktur bekommen. Bei starkem Befall kommt es zu Wachstumsstopp, was zum Tod der Pflanze führen kann. Zu ihren Lieblingspflanzen gehören Paprika, Chili, Spinat und Auberginen. Hygiene ist bei diesen Tieren sehr wichtig. Verkrüppelte Pflanzenteile müssen vorsichtig, umgehend und großzügig entfernt werden, da sich Weichhautmilben bei Erschütterung fallen lassen. W-Milben lieben hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme. Um die Vermehrung einzudämmen, kann man diese verringern.
Nützlinge: Raubmilben (Amblyseius bak./ cuc.) In großen Beständen auch vorsorglich einsetzbar.
Behandlung: z.B.Neem, Spruzit.

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Thrips

Fransenflügler. Gehören zur gleichen Familie der Gewittertierchen, die im Sommer bei hoher Luftfeuchte auf der Haut kribbeln. Adulte Tiere sind ca. 1-2 mm lang, dunkel gefärbt und teilweise gestreift. Die Larven sind heller, oft gelb oder grünlich und als winzige Würmchen zu erkennen. Sie schädigen die Pflanze durch Stechen, Saugen und punktuelles Wegschaben des Blattgrüns. Dadurch entstehen silbrig glänzende Flecken auf der Blattoberseite. Häufiges Vorkommen im Sommer. Thrips können sehr schwierig zu bekämpfen sein.
Erste Maßnahmen: Befallene Pflanzenteile absammeln.
Nützlinge: Raubmilben (Amblyseius bak./ cuc.). In großen Beständen mit Thrips-anfälligen Pflanzen auch vorsorglich einsetzbar.
Behandlung: Mit Produkten auf Kaliseifebasis richtig einseifen. Neem, Spruzit.

Schmierläuse / Wollläuse

Häufig Zitrusschmierlaus und langschwänzige Schmierlaus. Bevorzugt warme Gewächshäuser oder Zimmer. Andere Arten winterhart bis -40 C, 12mm groß, weiße wollige Behaarung, hinterlassen einen weißen Schmierfilm. Durch Honigtau-Absonderungen sind die Blätter der Wirtspflanze klebrig, auf diesen siedeln sich gerne schwarze Rußtaupilze an. Besonders an hartlaubigen und krautigen Pflanzen saugend. Kakteen und andere Sukkulente, Zitronen, Zuckerrohr.
Erste Maßnahmen: mit feuchtem Lappen abwischen, mit Seife abwaschen, befallene Pflanzenteile entfernen, Vorgang wiederholen.
Nützlinge: Australischer Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri). Sehr gute Erfolge, allerdings nur im Gewächshaus bei 22°C.

Trauermücken

Diese Mücken sind bis zu 7mm groß und verdanken ihren Namen ihrer dunklen Färbung. Sie lieben schwarze, feuchte, warme Erde wie bei Aussaaten und Stecklingen, wo sie bei massenhaftem Auftreten zum Problem werden können, da sie die Wurzeln fressen. Vorbeugend eine gute Maßnahme ist, die Substratoberfläche mit hellem Sand zu bestreuen.
Erste Maßnahmen: Gelbe Leimtafeln aufhängen um adulte Tiere abzufangen und Substrat trockener halten.
Nützlinge: Nematoden Steinernema feltiae.

Raupen

Larven von Schmetterlingen. In allen Größen, Formen und Farben ausgestattet mit ordentlichen Fressorganen, die in kürzester Zeit junge Pflanzen kahl fressen können. Ei-Ablage meist an der Unterseite der Blätter einzeln oder als Pakete. Da Raupen gut getarnt sind, verwechselt man ihr Schadbild leicht mit Schneckenfraß.
Vorbeugende Maßnahmen sind beliebte Pflanzen wie z.B. Kohl mit Netzen abzudecken und regelmäßig zu kontrollieren. Direkte Maßnahmen sind regelmäßiges Absammeln der Raupen und Entfernen der Ei-Ablagen.

Pilze

Echter Mehltau: Schlauchpilz, lebt an der Oberseite der Pflanze. Weiße Flecken auf der Ober- und Unterseite, bei warmen Wetter auch im Frühling (Sommerpilz), in späteren Stadium sind Blätter, Triebe, Knospen, Blüten und Früchte mit einer mehligen- schimmeligen Schicht überzogen. Wichtig hier ist frühes Erkennen, befallene Blätter absammeln. Auf Luft im Bestand achten um Ansteckung zu vermeiden.
Vorbeugende Maßnahmen und direkte Maßnahmen sind Pflanzen stärkende Mittel wie Jauchen, Brühen und Tees. Schachtelhalm bei akuten Befall 3x in kurzen Zeitabständen ausbringen, sonst alle 3-4 Wochen. Molke 1:1 mit Wasser verdünnt, 2x wöchentlich. Produkte auf Schwefelbasis.
Falscher Mehltau: Schwieriger zu behandeln, weißlich-graue bis bräunliche Überzüge, vor allem an Blattunterseite, braune bis gelbe Flecken scharf durch Zellen abgegrenzt an der Blattoberseite. Befallene Pflanzen wachsen schlecht, befallene Pflanzenteile sterben schnell ab, da der Pilz im Inneren lebt und ihrem Wirt die Wasser- und Nahrungsleitung blockiert. Eher ein Schlecht-Wetter-Pilz; zu enger Bestand, feuchte und kalte stehende Luft begünstigen sein Wachstum.
Vorbeugende Maßnahmen: Wie bei echtem Mehltau, jedoch sollte man ihn durch seine Hartnäckigkeit besonders im Auge behalten. Tritt er auf, sollte man die Pflanze mit allen befallenen Stellen - wenn möglich - komplett runterschneiden und das Laub über den Hausmüll entsorgen oder verbrennen. Die Pflanze über einen sehr langen Zeitraum mit Schachtelhalm stärken. Kulturmaßnahmen oder Standort ändern. Im biologischen Anbau gibt es Spezialfungizide (z.B. kupferhaltige Präparate) auf deren Einsatzgebiete und Verträglichkeit man aber trotzdem achten sollte.

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Unsere kleinsten Mitarbeiter: Nützlinge

Haben Sie Vertrauen in das - sichtbare und unsichtbare - Leben! Gestehen Sie einem jeden Lebewesen grundsätzlich eine Daseinsberechtigung zu und begegnen Sie - auch unliebsamen Plagegeistern - mit Achtung! Denken Sie ganzheitlich! Die Welt der Pflanze schließt alles mit ein, vom Mond, der die Wasser der Erde bewegt, bis hin zum Mikrokosmos, den die Pflanze umgibt. Finden Sie Freude am Beobachten, Entdecken und Erkennen - nicht jedes Insekt auf ihrer Pflanze ist schädlich!

Nützlinge 1 Nützlinge 3 Nützlinge 4 Nützlinge 2
 
Raubmilben

(Amblyseius barkeri/cucumeris) sind 0,5 mm große rotbraun gefärbte und sehr agile Räuber.
Anwendung bei: Thrips, Weichhautmilben, frühzeitig gegen Rote Spinne.
Klima: >16°C, hohe Luftfeuchtigkeit.

Schlupfwespe

(Aphidius colemani) ist 2-3 mm groß und schwarz-bräunlich gefärbt. Die adulten Weibchen suchen gezielt nach Blattläusen und parasitieren diese. In ihrem einwöchigem Leben kann ein Weibchen mehr als 200 Blattläuse parasitieren. Die mumifizierten Blattläuse sind leicht an ihrer aufgeblasenen Gestalt und ihrer gold-bronzenen Färbung zu erkennen. Aus diesen schlüpfen neue Schlupfwespen, die sofort wieder damit beginnen neue Blattläuse zu parasitieren.
Klima: relativ geringe an Temperatur (>15°C) und Luftfeuchte.

Australische Marienkäfer

(Cryptolaemus montrouzieri) sind wie unsere heimischen räuberisch. Sowohl die Larven wie auch die adulten Tiere leben von Woll-/ Schmierläusen. Die adulten Käfer sind 4mm groß und schwarz gefärbt mit orangem Kopf. Die Flügel sind leicht rötlich behaart. Aus den Eiern, die von den Weibchen gezielt in Wolllauskolonien abgelegt werden, schlüpfen Larven die mit ihren langen weißen Wachsfäden den Wollläusen ähneln. Nur werden sie nach einiger Zeit größer und sind mobiler.
Klima: Für einen guten Erfolg sind Temperaturen über 21°C notwendig, die Luftfeuchtigkeit sollte 70% betragen und ab und zu sollte der Bestand mit Wasser übersprüht werden, da die Tiere Trinkwasser benötigen.

Schlupfwespen

(Encarsia formosa) sind 0,4 mm große Insekten mit schwarzem Kopfteil und gelbem Hinterleib. Die Weibchen parasitieren die Eier der Weißen Fliege, die sich nach der Eiablage schwarz färben. Junge Entwicklungsstadien der weißen Fliege werden angestochen und ausgesaugt.
Klima: Durchschnittstemperaturen von 17°C.

 

Fördern Sie Nützlinge, z. B. durch das Anlegen von Insektenhotels

Pflanzenstärkung

Einige dieser Mittel können leicht selber hergestellt werden, andere sind dank ihrer Nachfrage schon im Handel erhältlich, aber meist sehr teuer. Unter www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz finden Sie Rezepte zu Brühen, Jauchen und Tees vom Pflanzenschutzamt Berlin.

Werden sie über das Substrat der Pflanze gegeben, also gegossen, ernähren sie vor allen Dingen das Bodenlebewesen wodurch ein gesundes Bodenmilieu entstehen kann. Ob gegossen oder gespritzt, die richtige Dosierung ist auch bei selbst hergestellten pflanzlichen Auszügen wichtig. Hier ein paar Beispiele:

Schachtelhalm

Equisetum arvense, enhält Kieselsäure, die das Pflanzengewebe härtet. Die Pflanzen können sich so besser vor Pilzen und Insekten schützen und kommen mit Schäden besser zurecht. Wird vor allem bei pilzanfälligen, schwachen und Jungpflanzen eingesetzt.

Brennessel

Urtica dioica. Kurz angesetzte Jauche wirkt ätzend und wird gegen Blattläuse angewendet. Durch den hohen Stickstoffgehalt der Jauche ist Brennessel ein Powerdünger, der sehr gut verträglich ist. Aber Vorsicht! Wird mit Brennesseljauche überdüngt schmeckt die Ernte eventuell nach Jauche.

Knoblauch

Allium sativum, wird ausgekocht. Gespritzt oder gegossen fördert es das Aroma. Es stärkt die Pflanze wirkt antiseptisch und hält durch den Geruch einige Insekten ab. Soll bei Erdflöhen helfen.

Quarzsand

Durch den Mineralstoffanteil ist Quarzsand, in Wasser gelöst und gegossen, gut zur Förderung des Bodenlebens und zur Aktivierung. Zerstäubt man den feinen Sand im Bestand kann sich das schädigend auf beißende Insekten mit Chetinpanzer auswirken. Die sensibelen Fressorgane und Gelenke werden durch den Quarzsand aufgerieben. Wird z.B. eingesetzt gegen Kartoffelkäfer.

Es gibt noch einige andere Pflanzenstärkungsmittel z.B. Algenpräparate., Präparate auf der Basis von Aminosäuren, Zuckermelasse, Milchsäurebakterien, Effektive Mikrorganismen oder Kompostsäfte, die auch schon im Handel erhältlich sind. Hier gilt es auszuprobieren aber genau hinzuschauen. Manches Mal werden einfache Jauchen als überteuerte Wundermittel angepriesen.

 
Brennessel
Gießen im Winter von Brigitte Gollnik
(Katalog 2017, Seite 141)

„… aber ich hab sie doch immer gegossen!“

Dies ist eine Aussage, die wir häufig hören, wenn eine Pflanze in den Wintermonaten eingegangen ist. Zugegeben – die richtige Dosierung herauszufinden, braucht manchmal etwas Übung und Freude an der Beobachtung.

Nehmen wir zum Beispiel das Australische Zitronenblatt. Wenn es so richtig loslegt mit seinem Wachstum, verträgt und braucht es eine ganze Menge Wasser. Die fleischigen Blätter, die ständig neu gebildet werden, eignen sich gut als Wasserspeicher. Auch der Grad der Verdunstung über die großen Blätter ist im Sommer recht hoch.

Im Winter jedoch benötigt die gleiche Pflanze wegen des Lichtmangels und kaum stattfindender Neubildung von Blättern nur noch wenig Wasser. Jetzt kann man ihr mit einem eher trockenen Standort eine Freude machen.

Und woran merke ich, dass ich mal wieder gießen müsste? Ganz einfach, die Pflanze teilt es uns durch ihr Aussehen mit:

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„So sehe ich aus, wenn es mir rundum gut geht!“

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„Demnächst könnte ich mal wieder einen Schluck vertragen!“

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„Ich hab Duuuuuuuurst!“

 
Mini-Gewächshaus? Ganz einfach! von Maren Weddige
(Katalog 2017, Seite 107)
Maren

Eines Abends, beim Vernaschen von kleinen leckeren Tomaten, fiel mir die besondere Form der Verpackung auf: Topfform, mit Deckel. Am Topfboden Löcher, die überschüssiges Gießwasser ausleiten könnten. Die Löcher im Deckel sorgen für eine geregelte Luftzufuhr.

„Ideal zur Stecklingsvermehrung!“, dachte ich sofort.

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Und so hab ich‘s dann auch gleich ausprobiert. Den Topf bis zur Hälfte mit Stecklingserde gefüllt, denn der Steckling muss genügend Platz bis zum Deckel haben.

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Angießen, einen geeigneten Steckling schneiden und einsetzen. Noch mal angießen. Deckel drauf. Und an einen hellen warmen Platz stellen. Der Deckel beschlägt leicht. In den nächsten Wochen darauf achten, dass die Erde nicht zu nass und nicht zu trocken wird.

Nach ein bis zwei Wochen, je nach Standort und Pflanzenart auch länger, haben sich die ersten kleinen Wurzeln gebildet. Sie zeigen sich bald darauf am durchsichtigen Topfrand. Jetzt ist es Zeit, den Deckel zu entfernen. Jetzt besonders an das Gießen denken!

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Wenn sich genügend Wurzeln gebildet haben und sich am oberirdischen Teil des Stecklings neue Blätter oder Triebe bilden, ist es höchste Zeit zum Umtopfen. Jetzt braucht das Pflänzchen andere, gehaltvollere Erde und einen dunklen Topf.

 
Ausdauernd, winterhart, frostfest von Christian Müller
(Katalog 2016, Seite 325)

Wir Gärtner sprechen oft von ausdauernden / mehrjährigen Pflanzen oder winterharten Pflanzen, aber was bedeutet das eigentlich genau? Deshalb hier einmal eine Erklärung dieser Begriffe, bezugnehmend auf unseren Katalog:

A = einjährige Pflanze: Pflanzen die einen Lebenszyklus von einem Jahr haben. Nach der Blüte und Samenbildung sterben die Pflanzen im Herbst / Winter ab. Die Arterhaltung erfolgt durch die Selbstaussaat.

Bi = zweijährige Pflanze: Diese Pflanzen haben einen Lebenszyklus von zwei Jahren. Im ersten Jahr ist nur Blattwachstum zu beobachten, wir Gärtner sprechen in diesem Fall von vegetativem Wachstum. Nach dem Kältereiz des Winters oder einiger Zeit im Kurztag wechselt die Pflanze in das generative Wachstum und es werden Blüten und Samen gebildet. Nach der Samenbildung stirbt auch diese Pflanze ab und die Art besteht weiter durch die Selbstaussaat.

P = ausdauernde Pflanze: Bei diesen Pflanzen handelt es sich um mehrjährige Pflanzen, die nach der Blüten- und Samenbildung weiterleben. Der Begriff ausdauernd bezieht sich allerdings nur auf die Lebensdauer der Pflanze, nicht auf eine Frosthärte.

H = frosthart: Diese Pflanzen überstehen die Winter in unseren Breiten problemlos, wenn diese gut in das Erdreich eingewurzelt sind. Möglicherweise sollte im ersten Jahr noch ein wenig vor Frost geschützt werden, später ist dies aber nicht mehr erforderlich.

HH = halbfrosthart: Diese Pflanzen vertragen bis ca. -5°C Frost und sollten deshalb dringend im Winter geschützt werden, damit sie nicht erfrieren.

Fehlendes H = keine Winterhärte: Diese Pflanzen vertragen keinen Frost und müssen frostfrei überwintert werden.

Alle Jahre wieder - Überwinterung von Christian Müller
(Katalog 2016, Seite 294)
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Alle Jahre wieder folgt dem Sommer der Herbst und unweigerlich fangen wir Gartenfreunde an uns zu fragen: „Wie bringen wir unsere Schätzchen erfolgreich durch den Winter?“ Individuelle Antworten dazu gab‘s in unseren Schnupperstunden im September 2015.

Verständnis für die Pflanze entwickeln

Die Natur hat viele unterschiedliche Strategien entwickelt um durch den Winter zu kommen. Daher ist es sehr wichtig sich mit der zu überwinternden Pflanze zu beschäftigen. Woher stammt die Pflanze? Wie sind die klimatischen Bedingungen am natürlichen Standort? Welche Strategie hat die Pflanze entwickelt um der kalten Jahreszeit zu trotzen?

Varianten der Natur sind das Abwerfen des Laubes im Herbst oder die Pflanze zieht ein, um im nächsten Frühjahr aus dem Wurzelstock, einer Knolle, Zwiebel oder aus Rhizomen wieder auszutreiben.

Dennoch ist es unerlässlich, dass wir uns mit der Herkunft der Pflanzen auseinander setzen. Pflanzen, die in unseren Breiten die gleichen klimatischen Bedingungen finden wie am natürlichen Standort, überwintern meist problemlos ohne unser Zutun, wenn diese in einem Beet ausgepflanzt sind. Wenn diese Pflanzen in Kübel gepflanzt sind, gibt es einige Dinge auf die geachtet werden sollte.

Der ideale Überwinterungsort

Welche Anforderungen stellt die Pflanze, die wir überwintern wollen an den Standort an dem sie überwintert werden soll? Auch hier ist wieder wichtig, dass wir auf die Pflanze im einzelnen schauen: Kommt die Pflanze aus dem mediterranen Raum oder sogar aus den Tropen?

Mediterrane Pflanzen bevorzugen einen kühlen hellen Standort, bei tropischen Pflanzen sollte die Temperatur während der Überwinterung nicht unter 15°C fallen, aber selbst das kann schon für einige Pflanzen zu kühl sein.

Neben der Temperatur ist das Licht ein ganz wichtiger Faktor bei der Überwinterung von Pflanzen. Dunkle Flure oder Keller sind denkbar schlechte Orte um Pflanzen zu überwintern, es sein denn, es handelt sich um Knollen, die überwintert werden, wie z.B. bei Dahlien, Schokoladen-Kosmeen, Liebstöckel etc.

Wie wichtig das Licht bei der Überwinterung ist, zeigt sich gut am Beispiel Basilikum; diesem Sonnenanbeter reicht das Licht während des Winters in unseren Breiten nicht aus und deshalb geht diese ausdauernde Pflanze trotz aller Bemühungen unsererseits oftmals ein.

Der Keller wäre noch ein möglicher Überwinterungsort für Pflanzen, die ihr Laub verlieren, als Beispiel die Orangenverbene.

Wie schütze ich draußen vor Frost?

Viele unserer Pflanzen haben wir in Gefäße gepflanzt, die Pflanze hat somit nur eine begrenzte Menge Erde zur Verfügung. Diese begrenzte Menge Erde kann bei starkem Frost komplett durchfrieren, es besteht die Gefahr, dass Pflanzen dadurch vertrocknen. Daher kann es hilfreich sein, den Topf mit einer Luftpolsterfolie vor dem stärksten Frost zu schützen.

In Beete ausgepflanzte Stauden können mit Tannenreisig oder einem Vlies abgedeckt werden, damit sie vor dem ärgsten Frost geschützt sind. Knollenbildende Pflanzen können, wenn die oberirdischen Pflanzenteile abgestorben sind, ausgegraben werden, in einer Kiste im Keller den Winter über eingelagert werden um dann im nächsten Frühjahr wieder eingepflanzt zu werden.

Foliengewächshäuser oder Folienbeutel bieten keinen Frostschutz, im Gegenteil! Sie können sogar zu Schäden führen, da es unter der Folie kälter werden kann als in der direkten Umgebung außerhalb der Folie. Außerdem bildet sich sehr häufig eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit unter der Folie. Diese kann zu Grauschimmelbefall an den zu überwinternden Pflanzen führen, der dann anstelle des Frostes unseren Pflanzen den Garaus macht.

Faustregeln zur Überwinterung

Das Thema Überwinterung beginnt beim Kauf der Pflanze! Setzen Sie sich mit den Ansprüchen der Pflanze auseinander: Welchen Standort bevorzugt die Pflanze? Ist eine Winterhärte gegeben? Wo ist der natürliche Lebensraum der Pflanze?

Im Herbst und im Winter benötigen unsere Pflanzen weniger Wasser und Dünger. Es ist ganz wichtig die Wassergaben der Witterung anzupassen; gedüngt werden sollte einmal im Monat mit dem Gießen. Stauende Nässe ist unbedingt zu vermeiden, da sonst die Wurzel Schaden nehmen kann.

Während des Winters können die meisten mediterranen Pflanzen kühl und hell überwintert werden. Licht ist ein ganz wichtiger Faktor bei der Überwinterung. Steht die Pflanze zu dunkel, kann es zu Problemen kommen

- im schlimmsten Fall stirbt die Pflanze ab oder die Pflanze braucht im nächsten Frühjahr sehr lange um wieder mit dem Wachstum zu starten.

Pflanzen, die aus den Tropen stammen, sollten hell und warm durch den Winter gebracht werden. Temperaturen von unter 15°C sollten nicht unterschritten werden. Die trockene Luft in unseren Wohnzimmern kann zu einem Spinnmilbenbefall führen. Deshalb sollten die Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge kontrolliert werden.

Bei Kübelpflanzen, die frostfest sind, sollte ein Durchfrieren der Erde verhindert werden. Sei es, dass die Pflanzen an einen geschützten Ort im Garten gestellt werden oder die Töpfe mit Laub, Luftpolsterfolie oder alten Decken vor dem Frost geschützt werden.

Winterharte Pflanzen sollten draußen überwintert werden. Werden diese aus übertriebener Fürsorge ins Haus geholt, scheitert die Überwinterung oft.

Nutzen Sie Reisig, Laub oder ein Vlies um Pflanzen draußen vor dem Frost zu schützen. Folie trägt in vielen Fällen zum Misserfolg der Überwinterung bei.

Wenn Sie an Ihren Pflanzen im nächsten Frühjahr wieder Wachstum beobachten, erhöhen Sie langsam die Wasser- und Düngergaben.

Ist die Überwinterung gelungen, gewöhnen Sie die Pflanzen vorsichtig wieder an das Licht. Glas lässt nur sehr wenig UV-Strahlung durch, daher besteht die Gefahr von Sonnenbrand, wenn es für die Pflanzen wieder ins Freie geht. Dies sollte somit an bedeckten Tagen geschehen.

Mit diesen Faustregeln sollten Sie in der Lage sein Ihre Pflanzen erfolgreich durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Pflanzen und einen guten Rutsch in die neue Kräutersaison!

 
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„Wenn man mich ein halbes Jahr in einen dunklen Keller sperren würde, wäre ich auch beleidigt …!“

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Energetisches Räuchern von Bernd-U. Eggers
(Katalog 2016, Seite 284)
Energetisches Raeuchern 1
Was ist Räuchern?

Seit die Menschheit das Feuer entdeckt hat, gibt es auch Räucherrituale. Sie sind Grundlage unserer heutigen Aromatherapie und Parfümerien. Das lateinische Wort “per fumum” bedeutet nichts anderes als “durch Rauch”. Beim Räuchern lässt man getrocknete Pflanzenteile (Blätter, Blüten, Wurzeln, Rinde, Harze) über einer Wärmequelle (Räucherstövchen oder –schale) langsam verbrennen. Der entstehende Rauch trägt die Duftstoffe in den Raum. Die darin enthaltenen Inhaltsstoffe können über die Nase und den Mund aufgenommen und so aktiviert werden.

Energetisches Raeuchern 2
Wann räuchert man?

Das Räuchern war in erster Linie in fast allen Religionen eine sakrale Botschaft an den Himmel. Man schickte damit Gebete zu den Göttern, in der Hoffnung erhört zu werden.

In alten Kulturen wurde es auch eingesetzt, um mit den feinstofflichen Kräften der Natur in Kontakt zu treten. Auf diese Weise bat man um Unterstützung bei der Klärung von Problemen aller Art. Die Verbundenheit mit der Natur war lebensnotwendig.

Schon früh erkannte man die Möglichkeit der Heilung durch verschiedene Räucherungen. Sie bilden die Grundlage zu den ältesten überlieferten Heilanwendungen.In der heutigen Wissenschaft finden zahlreiche Untersuchungen statt, die die Heilkraft der Pflanzen belegen sollen. Und dabei spielen die Düfte eine Rolle. Sie haben einen großen Einfluss auf die Psyche. Das Räuchern fördert ein ‚sich sammeln‘, kann die Stimmung aufhellen und trägt zur Entspannung bei.

Wie räuchert man?

Die wohl bekannteste Räucherart ist die Räucherung in der Räucherschale. Dazu gibt man etwas Sand in die Schale, hält mit einer Metallzange die Räucherkohle und zündet sie seitlich mit einem Feuerzeug oder einer Kerze an. Wenn Glutfunken die Kohle durchlaufen haben, wird sie auf die mit Sand gefüllte Schale gelegt. Es empfiehlt sich Furchen in den Sand zu ziehen, damit die Luftzufuhr von unten gegeben ist. Damit ist gewährleistet, dass die Kohle komplett durchglühen kann.

Fächeln Sie Luft zu, am besten mit einer Räucherfeder.Erst wenn die Kohle gut glüht wird das Räucherwerk in die leichte Vertiefung der Kohle gestreut. Es entwickelt sich Rauch und das Räuchergut gibt seine Inhaltsstoffe frei. Nach einigen Minuten verkohlen die Kräuter im Räucherwerk und fangen an zu duften. Nun wird das Räucherwerk mit dem Federkiel der Räucherfeder von der Kohle gestrichen. Neues Räucherwerk wird aufgelegt, dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis die Kohle ganz verglüht ist, bzw. bis die Räucherung beendet ist. Sollte vor dem restlosen Verglühen der Kohle das Räuchern beendet sein, bitte die Kohlen mit Wasser ablöschen. Für kurze Räucherrituale empfiehlt sich, nur die halbe Kohle zu verwenden.

Das wachsende Bedürfnis nach einer sauberen Art des Räucherns ließ in jüngster Zeit ein Verfahren stärker in den Vordergrund treten, das nach dem Prinzip der bekannten Duftlampen funktioniert. Hierbei wird das aromatische Räucherwerk auf einem sehr fein gerasterten Edelstahlsieb etwa 3cm über der Flammenspitze eines konventionellen Teelichts verräuchert.

In der nordamerikanisch-indianischen Tradition werden die so genannten Kräuter der Kraft als „Smudges“ verräuchert. Diese Räucherart hat sich bei uns in Europa mittlerweile sehr stark durchgesetzt. Es ist eine schnelle, kostengünstige und unkomplizierte Art zu räuchern. Dazu werden Zweige, Buschpflanzen und Kräuter geschnitten, angetrocknet und mit einem Baumwollfaden zu 20-30cm langen Büscheln verschnürt, getrocknet, in Bündel gefasst und stramm und fest verschnürt. Diese Smudges werden an einem Ende angezündet, dann durch die Luft gewedelt, so dass die Flamme erlischt und sie anfangen zu glimmen. Dabei entfalten sie ihren kräftigen Duft. Bei dieser Räucherart kann man den Rauch sehr gut verteilen und Gegenstände und Personen hervorragend in den Rauch ‚einhüllen‘.

Häufig genutzte Kräuter fürs Räuchern

Bedenken Sie, dass jede Pflanze ihre Wirkung hat und grundsätzlich die Regel gilt: erst dann eine Pflanze nutzen, wenn man sich eingehend über sie informiert hat.

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Alant

Er hilft in dunklen Zeiten uns aufzurichten und zu uns selbst zu stehen. Er bringt beim Verräuchern seine Wärme und sein Leuchten ins Herz, wenn Depression, Angst und Zweifel an uns nagen. Er wurde in der dunklen Jahreszeit immer wieder im ganzen Anwesen gegen „Verzauberung“ und „Dämonen“ verräuchert. Er wirkt keimtötend und wird heute noch zum Reinigen von Krankenzimmern genutzt.

Beifuß

Eines unserer größten Räucherkräuter ist diese alte Schutz-, Heil- und Zauberpflanze. Der Beifuß eignet sich besonders gut bei Elektrosmog z. B. in Computerräumen, um Spannungen abzubauen und uns Erleichterung zu verschaffen. Es ist eine Schutz-, Segens- und Reinigungsräucherung. Unterstützt Veränderungen im Leben, stärkt das Weibliche, die Intuition und das Wissen. Fördert das Traumbewusstsein. Hilft beim Prozess des Trauerns und beim Loslassen, erwärmt die von seelischem Schmerz erkaltete Brust. Beifuß ist ideal für Räucherungen bei Übergangsritualen aller Art.

Eisenkraut

Im Eisenkraut wirken sehr unterschiedliche Kräfte: Versöhnung herbeiführend, Selbstdisziplin stärkend und Eisen härtende Eigenschaften. Es fördert diplomatische Fähigkeiten, unterstützt das Wirken göttlicher Gerechtigkeit. In Räumen, wo viel gestritten wird, im Gericht oder in Kanzleien, oder wo Geschäfte abgewickelt werden, ist es ratsam, Eisenkraut zu räuchern. Es macht die Aura sympathisch. Auch können wir uns gut vor Prüfungen damit räuchern. Es unterstützt Schutz- und Abwehrkräfte, richtet uns innerlich auf. Zusätzlich hilft es auch, unsere Traumerinnerung zu verbessern.

Engelwurz

Wie der Name Angelica schon sagt, wirkt in dem Engelwurz die Energie der höchsten Engel. Die Wurzel gehört in jede Schutzräucherung, sie lässt einen schützenden Lichtmantel entstehen. Erd dient zur Reinigung alter Häuser, führt desorientierte und verstorbene Seelen zum Licht. Die Blüte und Samen bringen Großzügigkeit und Vertrauen. Sie wirken als Antidepressiva, helfen das höhere Selbst besser zu verstehen und unterstützen die Kommunikation mit Engelwesen.

Johanniskraut

Früher war es eine wichtige Räucherpflanze, die heute jedoch in Vergessenheit geraten ist.

Es wirkt spannungsabbauend und ist geeignet zum Räuchern nach Streit und Spannungen. Es klärt Räume mit hoher elektromagnetischer Spannung, hilft gegen Traurigkeit, Depressionen und Kummer, sowie bei Angst vor Dunkelheit. Es bietet Schutz vor dunklen Energien.

Lavendel

Reinigend, desinfizierend. Schafft Klarheit. Schützt vor ‚Blutsaugern‘ aller Art, z.B. vor nervenden Mitmenschen. Schützt junge Mädchen und menstruierende Frauen. Zur Segnung von Kindern und Säuglingen geeignet. Öffnet das dritte Auge und verhilft zu klaren Visionen.

Lorbeer

Der Lorbeer beruhigt den Intellekt, klärt das Denken, verhilft zur Hellsicht und visionären Schau. Schützt vor ‚finsteren Gewalten‘. Lässt Unbewusstes dosiert aufsteigen. Unterstützt prophetische Träume. Stärkt Ausdauer und Tatkraft. Hilft bei persönlichen Wachstums- und Erkenntnisprozessen.

Mädesüß

Im Volksglauben zieht das Mädesüß das Glück an, und da es ein Symbol der Unschuld ist, glaubte man, dass es Diebe anzeigen könne. Für Neuanfänge und Neubeginn. Es ist eine Ritualpflanze für junge Mädchen beim Übergang zum Frausein, es fördert die Intuition und das Traumbewusstsein.

Mariengras

Die Sage erzählt, dass es das Gras war, auf dem das Jesuskind in der Krippe lag, und es daher seinen guten und Frieden bringenden Geruch erhielt, denn der süße und waldmeisterartige Geruch hat eine tröstende Wirkung, entspannt und beruhigt. Es wirkt segnend, Herz öffnend und Frieden bringend. Lust- und Fruchtbarkeit steigernd, tröstend, entspannend und beruhigend.

Minze

Die Minze ist eine uralte Kulturpflanze. Sie wirkt erfrischend, erweckend und reinigend. Klärt die Gedanken, energetisiert Körper und Geist. Hilft, den Alltag energievoller anzugehen und mehr im Hier und Jetzt zu sein.

Quendel

Der Quendel stärkt unsere Abwehrkräfte, wirkt antiseptisch und stärkt unser Durchhaltevermögen. Er reinigt, schützt und stärkt. Hilft, voller Mut das Leben zu bewältigen. Fördert die Abwehr und Abgrenzungskräfte.

Therapeutisch kann er zu Rückführungen benutzt werden, in denen alte Verletzungen erkannt und bearbeitet werden.

Rosmarin

Er hilft bei Sehnsucht und Trauer loszulassen, alte Wunden aufzudecken und zu heilen. Herz öffnend, aphrodisierend, anregend und ist geeignet für Liebesräucherungen. Er hilft beim Trauern, unterstützt das Loslassen, führt durch Depressionen. Gut geeignet für Übergangsriten aller Art.

Salbei

Um Salbei zu räuchern, braucht man keine glühende Räucherkohle. Man kann die getrockneten Salbeiblätter in der Hand zusammenpressen, bis sie ein kleines „Gewölle“ ergeben. Dieses wird in eine feuerfeste Schalte getan und entzündet. Mit Zufächern von Sauerstoff mittels einer Feder oder einem Fächer glüht der Salbei vor sich hin. So können wir mit ihm Räume abschreiten oder uns selbst reinigen. Er wirkt klärend, fördert die Konzentration, reinigt Häuser, Räume und die Aura.

Schafgarbe

Sie wirkt intuitionsstärkend. Fördert die Traumarbeit, unterstützt das Hervorbringen von Visionen. Gut geeignet zum Orakeln und um Zukünftiges zu erahnen. Zum Räuchern die Blüte der weißen Schafgarbe verwenden, die am besten bei zunehmendem Mond zwischen 11.00 und 13.00 Uhr geerntet wird.

Ysop

Er reinigt und segnet das Leben in all seinen Facetten. Er eignet sich gut, um Häuser, Räume der Kinder zu segnen. Wenn die reinigende Wirkung verstärkt werden soll, kann Lavendel zugegeben werden. Er wirkt reinigend, hilft, Schuld aufzuarbeiten und unterstützt die Einsicht und wirkt segnend.

Was mir noch wichtig ist:

Alle diese Angaben beruhen auf eigener Erfahrung. Es sollte jede/r für sich selbst die passenden Düfte und Mischungsverhältnisse herausfinden, da das Räuchern sehr individuell ist. Jede/r darf in seinem Rhythmus den eigenen Weg gehen.

 
 
Kleines Korn ganz groß ... von Birgit Schloh
(Katalog 2016, Seite 249)
Kleines Korn ganz gross

Da denkt man ... Saatgut? Was ist an Saatgut spannend? Hauptsache es keimt, wächst, die Pflanze duftet, hat einen Nutzen, oder blüht schön. Weit gefehlt. Jedes ist doch irgendwie einzigartig, individuell und entwickelt sich unterschiedlich.
Es gibt so viele Größen, Farben, Formen, Gerüche und manches ist richtig ‚fies‘.
Da nicht jede Pflanze aus Deutschland oder Europa kommt, beziehen wir auch ganz exotisches Saatgut aus aller Welt. Manches Korn hat da, im wahrsten Sinne des Wortes, schon eine kleine Weltreise hinter sich. Außerdem die verschiedenen Bedürfnisse - die einen mögen und brauchen es kalt (die sogenannten Frostkeimer) und andere lieben Wärme.
Jedes Saatgut wird bei uns per Hand abgefüllt. Schon das Entnehmen der Körner aus großen und kleinen Gebinden ist total unterschiedlich im Klang. Teils hört man beim Auskippen gar nichts, weil die Körner so leicht sind. Anderes hört sich beim Herausrieseln an wie Meeresrauschen und schwere Körner machen einfach nur “Plopp”. Die Farben gehen von unscheinbar grau, grün, braun bis tief schwarz, glänzend, mamoriert.

Und - nomen est omen - denkt sich der Herzsame und zeigt wirklich ein Herz auf seiner Schale. Von rund bis länglich über eckig bis oval, es ist alles dabei. Manches ist behaart, Lauch-Scheibenschötchen sieht aus wie einfarbiges Konfetti, anderes ist rauh und z.B. Rizinus fühlt sich wie eine glatte Murmel an.
Manchmal erkennt man das Saatgut schon am Geruch. Typisch ist hier der Kümmel. Oft schnuppern wir auch einfach mal so, ob wir die spätere Pflanze jetzt schon erraten können - natürlich ohne vorher auf den Namen zu schauen. Vieles riecht gar nicht, oder es trifft unseren Geruchssinn nicht unbedingt. Egal, es kommt ja auch auf das Endergebnis an.
‚Fies‘ wird es bei einigen Chili Sorten. Da ist schon so manche Träne geflossen und der Hustenreiz ist auch vom Feinsten. Selbst Kolleginnen in einiger Entfernung können sich dem *Reiz* nicht entziehen...
Selbst bei der Aussaat können es viele Körner kaum erwarten sich zu entwickeln und dürfen deshalb nur wenig bis gar nicht mit Erde bedeckt werden. Andere brauchen eine gewisse Tiefe und auch Abstand um sich optimal entwickeln zu können. Doch alle brauchen Hege und Pflege.

Es ist eine Verantwortung über Monate bis Jahre. Das kleinste Saatkorn verliert sich fast auf der Hand und die Hinterlassenschaft einer Fliege hebt sich deutlich dagegen ab. Dann gibt es richtig große Körner, welche eine Aussaat deutlich erleichtern. Nicht immer gilt kleines Korn, kleine Pflanze - großes Korn,...
Dass bei Kräutern, wie z.B. den ganzen Basilikumsorten, sich auch noch individuelle Geschmacksrichtungen, oder bei Duftpflanzen sich unterschiedliche Düfte entwickeln, ist schon eine tolle Leistung, welche ihren Anfang in einem kleinen Korn hatte.
Selbst in der Wertigkeit gibt es eine Riesenspanne. Da gibt es das Saatgut, welches leicht zu ernten und in Massen vorkommt. Anderes ist wiederum so rar und wertvoll, dass wir es wie eine ‚Heilige Kuh‘ behandeln. Außerdem stellen wir immer wieder echte Renner in unserem Angebot fest. Es gibt sowas wie die Top 10 bei unseren Kunden.
Fakt ist: vieles fängt mit EINEM Korn an.
Jedes ein Unikat - lassen SIE es wachsen.

 
1x1 der Pflanzengesundheit von Alexandra Hartmann und Stephan Osiewacz
(Katalog 2016, Seite 222)

Wir, Alexandra Hartmann und Stephan Osiewacz, beschäftigen uns hier in der Gärtnerei hauptsächlich mit der Pflanzengesundheit. Neben den Bestrebungen ständig die Kulturbedingungen zu verbessern, besteht unsere Arbeit im ökologischen Pflanzenschutz. Heute möchten wir Sie dazu einladen, einen Blick in unsere Arbeit und einen spannenden Mikrokosmos zu werfen.

Stellen Sie sich vor...

... sie stehen in einem wunderschönen Garten. Barfuß auf weichem Rasen. Hinter Ihnen satt tragende Obstbäume, um Sie herum duftende Rosen und vor Ihnen ein üppiges Gemüsefeld. Es ist ein herrlicher Sommertag. Vögel zwitschern, Schmetterlinge und andere Insekten flattern durch die Luft. Eine kleine Schnecke mit ihrem Haus zieht langsam vorbei. Und dort, eine kleine Wühlmaus buddelt sich durch das Gem....waaassss. Plötzlich kippt die Stimmung, die Wühlmaus hat die Karotten gefressen, die Schnecken den Salat, Raupen knabbern am Kohl, Stare pflücken die Kirschen, Blattläuse saugen an den Rosenblüten und ein Maulwurf pflügt unseren Rasen. Ja, eine Katastrophe. Ein Szenario. Bevor wir nun aber den Kleingartenkrieg anfangen und Dinge tun, die wir später bereuen (10 Jahre alte Insektizide vom Nachbarn holen oder und aus Silvesterknallern Maulwurfstopp-Bomben basteln), lernen wir hier nun den ersten Punkt unseres kleinen 1x1 der Pflanzengesundheit:

Keine Panik!

Zwischen Himmel und 20 cm unter der Erde passieren Dinge, die den menschlichen Verstand weit übersteigen. Wären wir nicht so fasziniert von dieser mikroskopisch kleinen Welt, würden wir uns wahrscheinlich eine andere Aufgabe im Leben suchen. Denn manchmal ist es schon frustrierend, ständig zu bekämpfen, aber das Leben findet immer einen Weg. Unsere Arbeit hat auch viel mit Beobachtung zu tun. So haben wir Einblicke in ein Reich, das für das menschliche Auge kaum oder gar nicht wahrnehmbar ist. Es ist eine feinstoffliche Welt. Die der Pflanzen, in der alles mit allem zusammenhängt. Die Pflanzen sind in ständiger Kommunikation mit ihrer Umwelt, sei es über die Wurzel mit Kleinstlebewesen oder über das Blattgrün und durch Duftstoffe mit größeren Insekten und mit uns Menschen. Mit solch komplexen Zusammenhängen haben selbst Wissenschaftler ihre Mühe. Aber wenn wir genau hinschauen sind es simple Zusammenhänge, die irdischer nicht sein könnten. Die Pflanze gehört zum Kreislauf der Natur. Und wir gehören dazu.
Wir alle wollen gesunde Pflanzen und nach Möglichkeit wollen wir diese auch noch bedenkenlos verzehren... oder? Dann aber müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass es eine Pflanze ohne Mitesser gar nicht gibt. Und das hat nicht immer etwas mit ihrem Gesundheitszustand zu tun. Vielleicht müssen wir wieder lernen zu teilen? Alle finden den Schmetterling schön, aber niemand toleriert die Raupe auf dem Kohl. Wie viele lieben den Gesang der Stare? Wer noch, wenn sie den Kirschbaum plündern?
Wir sind nicht allein.

Grundsätzliches

Haben Sie Vertrauen in das - sichtbare und unsichtbare - Leben! Gestehen Sie einem jeden Lebewesen grundsätzlich eine Daseinsberechtigung zu und begegnen Sie - auch unliebsamen Plagegeistern - mit Achtung! Denken Sie ganzheitlich! Die Welt der Pflanze schließt alles mit ein, vom Mond, der die Wasser der Erde bewegt, bis hin zum Mikrokosmos, den die Pflanze umgibt.
Finden Sie Freude am Beobachten, Entdecken und Erkennen!
Machen Sie es sich ‚einfach‘, indem Sie Komplexität und Nicht-Verstehen zulassen und nicht stur bekämpfen!
Wählen Sie Ihre Pflanzen als Gefährten bewusst aus! Und fragen Sie sich im Voraus, ob Sie ihren Bedürfnissen gerecht werden können! Wenn Sie dies gewissenhaft tun, erübrigen sich viele mögliche Probleme.
Verstehen Sie Ihr Verhältnis zur Pflanze als eine Art Symbiose! Schenken Sie Aufmerksamkeit, Liebe und Fürsorge!
Kommunizieren Sie mit Ihren Pflanzen! Fragen Sie sie, was ihnen gefällt! Lernen Sie den Gesundheitszustand Ihrer Pflanzen zu deuten! Versuchen Sie Krankheitssymptome und Schadbilder rechtzeitig zu erkennen und fragen Sie nach den Ursachen!

Plakat
Konkret: Vorbeugen ist besser als Bekämpfen!

1. Sortenwahl: Wählen Sie möglichst robuste und krankheitstolerante Sorten aus!

2. Wachstumsfaktoren: Steigern Sie die Abwehrkräfte der Pflanze, indem Sie ungünstige Bedingungen vermeiden! Schaffen Sie der Pflanze den für sie richtigen Platz, indem Sie die Wachstumsfaktoren entsprechend regulieren: Wo kommt die Pflanze her? Welche Bedingungen benötigt sie zum Gedeihen?

Der Boden ist die Wiege des Lebens. Kultivieren Sie guten, gesunden, ausgewogenen Boden, oder beschaffen Sie sich qualitativ hochwertiges Substrat für die Topfkultur. Schaffen Sie ein gesundes Milieu! Achten Sie auf den passenden ph-Wert!

Wasser: Versuchen Sie die Pflanzen bedarfsgerecht mit Wasser zu versorgen, damit Sie keinen Stress erleiden! Gießen Sie bevorzugt in den Morgenstunden sonniger Tage, damit das Laub rechtzeitig abtrocknen kann und sich pathogene Pilze nicht vermehren können! Wasser ist nicht gleich Wasser. Regenwasser ist zum Gießen am besten geeignet.

Luft: Sorgen Sie im Gewächshaus für Luftbewegung und nötigen Luftaustausch! Achten Sie draußen vor allem auf windanfällige Pflanzen und schützen Sie sie ggfs. durch Anbinden oder Pflanzen einer Hecke! Eine bessere Durchlüftung der Pflanzen wird z.B. durch fachgerechten Schnitt erreicht.

Licht: Alle Pflanzen benötigen und wachsen zum Licht. Achten Sie auch hier auf die unterschiedlichen Ansprüche der Pflanzen. Gestalten Sie Ihren Garten entsprechend, oder behelfen Sie sich mit Schattierleinen, bzw. Zusatzbeleuchtung!

Nährstoffe: Benutzen Sie zur Ernährung der Pflanzen möglichst eigenen Kompost, für Topfpflanzen evtl. zusätzlich handelsüblichen Dünger aus pflanzlichen Stoffen oder pflanzliche Jauchen! Synthetischer Dünger beeinflusst den Stoffwechsel der Pflanze negativ.

Klima: Temperatur und Feuchtigkeit spielen nicht nur für das Gedeihen von Pflanzen eine Rolle. Vermeiden Sie bei drohendem Spinnmilbenbefall möglichst trockene Heizungsluft, bei drohendem Pilzbefall zu hohe Luftfeuchtigkeit!

Durch Pflanzenstärkungsmittel kann die Pflanzengesundheit besonders hinsichtlich pathogener Pilze positiv beeinflusst werden.
Achten Sie auf Pflanzengemeinschaften (Zeigerpflanzen; gute und schlechte Nachbarschaften).
Richten Sie Ihre Kulturmaßnahmen an den Bedürfnissen der Pflanzen aus.

3. Vermeiden Sie ein Zusammentreffen von Pflanzen und Schaderreger: Selektieren Sie tote und kranke Pflanzen aus; putzen Sie die Pflanzen bei Bedarf aus;­ achten Sie auf Hygiene (z.B. Reinigung der Arbeitswerkzeuge); schaffen Sie Barrieren wo nötig, z.B. Kulturschutznetze für Kohlkulturen bei Gefahr von Raupenbefall.

4. Bekämpfung kann, muss aber nicht zwingend notwendig sein. Es sollte situativ entschieden werden.

Physikalisch:
Ein naheliegendes Verfahren besteht in der mechanischen Entfernung von Schädlingen oder erkrankten Pflanzenteilen. Läuse können bei kleineren Topfpflanzen z.B. oft problemlos abgewaschen werden. Schadhafte Pflanzenteile können oft im Zuge eines fachgerechten Rückschnittes entfernt werden.

Biotechnisch:
Hierbei werden chemische und biotechnische Reize zur Anlockung, Vertreibung oder Hemmung von unerwünschten Plagegeistern genutzt (z.B. Leimtafeln, Lichtfallen, Hormonfallen).

Biologisch:

  • Schonen Sie vorhandene Nützlinge, indem Sie auf Pflanzenschutzmittel verzichten!
  • Fördern Sie Nützlinge, z.B. durch das Anlegen von: ganzjährigen Blühflächen, Verstecken und Überwinterungsplätzen (z.B. Reisighaufen), Hecken und fruchttragende Gehölze, Insektenhotels und Nistmöglichkeiten.
  • gezielter Einsatz von Nützlingen ist ebenfalls möglich, bietet sich jedoch vorrangig für Kulturen im geschützten Anbau an. In einem gesunden Garten sind glücklicherweise meist genügend Nützlinge aktiv. Nützlingseinsatz setzt gute Kenntnis der Biologie von Nützlingen und Schädlingen voraus und erfordert eine andauernde regelmäßige Beobachtung und Kontrolle.

Chemisch:
Die chemische Bekämpfung sollte vermieden werden. Alle Pflanzenschutzmittel - und seien sie auch im biologischen Landbau zugelassen -­ sind Gifte! Ihre Anwendung erfordert Sachkenntnis und einen verantwortungsvollen Umgang. Sollten Sie die chemische Bekämpfung dennoch in Betracht ziehen, kommen ausschließlich Mittel in Frage, die für die Anwendung in Haus und Kleingartenbereich zugelassen sind. Beachten Sie unbedingt die Anwendungshinweise und bedenken Sie, dass altbewährte, weniger toxische Hausmittel (z.B. Kaliseifenlösung) meist ausreichen.

 

Alles was der Mensch in seine Umwelt einbringt, landet früher oder später auf seinem Teller!

Quellennachweise & Buchvorschläge:

Pflanzenschutz im Haus und Kleingarten
Landwirtschaftskammer Niedersachen 2010

Der Biogarten
von Marie-Luise Kräuter
K1 K2 K3 K4
 
Gedeckter Tisch für Biene & Co. von Bernd-U. Eggers
(Katalog 2016, Seite 99)
Bienenbuffet

Wer auf unterschiedliche Wuchshöhe und ähnliche Ansprüche achtet, kann sich ganz individuelle farbenfrohe Staudenbeete schaffen, in denen über die ganze Vegetationsperiode immer Nahrungsquellen zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig sind viele Kräuter ja auch noch in der Küche zu kulinarischen Zwecken verwendbar.

Das Frühjahr beginnt z.B mit Immenblatt, Günsel, Sternblume, verschiedenen Läuchen, Maiglöckchen, Baummispeln ...

Im Sommer explodiert dann der Blütenflor von Goldmelissen, Baldrian, Bergminzen, Lavendel, Anisysop sowie vielen mehr.

Den krönenden Abschluss bilden im Herbst Anisgoldruten, Russischer Salbei, Bartblume und Wasserdost.

 
Gedeckter Tisch fuer Biene und Co

Jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt, wird für sich die passenden Pflanzen finden und leistet dadurch einen aktiven Beitrag zum Naturschutz.

Spirituelles Räuchern mit heimischen Kräutern von Aguanya Amann
(Katalog 2015, Seite 284 / 285)
Spirituelles Räuchern mit heimischen Kräutern

Hallo liebe Räucher-Freunde, heute möchte ich euch einladen auf eine kleine Reise durch die “Kräuter-Räucher-Welt“. Hierfür habe ich euch ein paar heimische Kräuter zusammen gestellt. Ich glaube, man muss nicht immer in ferne Länder reisen um dort sein Glück oder aber Heilung zu finden ... Die Natur hat es so eingerichtet, dass dort wo wir leben - direkt vor unserer Tür - ein Kraut wächst, welches uns mit seiner bemerkenswerten Heilkraft frei zur Verfügung steht. Alles ist Energie und Schwingung ... die Menschen eines Landes, einer bestimmten Kultur schwingen gleich mit den Pflanzen in ihrer Umgebung...

Warum Räuchern?

Seit Menschengedenken und auf allen Teilen der Erde in all den verschiedenen Religionen ist das Räuchern ein beliebtes und stark energetisches Mittel um mit dem Göttlichen der Anderswelt in Kontakt zu treten. Schon immer lag dem Räuchern eine wichtige religiöse Symbolik zu Grunde. Durch das Feuer wird Duft und Rauch erzeugt. Der aufsteigende Rauch schafft eine Brücke, die die Menschen mit den Göttern, das Endliche mit dem Unendlichen, den himmlischen Sphären verbindet ... Die Menschen räuchern um zu reinigen, zu segnen, zu heilen und um Meditationen und Gebete zu unterstützen. Wir können das Räuchern als einen alchemistischen Prozess betrachten, bei dem die innen wohnenden Kräfte durch das Feuer transformiert und freigegeben werden. Der Rauch erzeugt ein Aroma, dringt über den Riechsinn in unseren Organismus ein, strömt direkt zum lymbischen System, einem sehr alten Teil des Gehirns, in dem unsere Gefühle und Erinnerungen sitzen. Durch dieses ‚Tor‘ (Nase) nehmen wir nun die Kraft der Pflanzen in uns auf und sie beeinflusst den feinstofflichen Körper und die Seele. Die aromatischen Schwingungen und die in der Pflanze gespeicherte Sonnenenergie dringt in das Innere des Menschen und fördert unsere Bereitschaft, sich dem geheimnisvollen Fluss des großen Ganzen zu öffnen und anzuvertrauen. Das Räuchern kann als ein Werkzeug betrachtet werden, das uns auf unserem Weg durch das Leben mit all seinen Facetten unterstützt. Es ist ein altes verloren gegangenes Wissen, das nur darauf wartet von uns neu entdeckt zu werden!

Wie räuchere ich richtig?

Grundsätzlich gibt es hier kein richtig oder falsch ... Jeder Mensch entwickelt sein eigenes Ritual. Es geht darum, dass wir uns wohl fühlen. Es gilt: alles ist erlaubt. Beim Räuchern in Räumen (z.B Reinigungsritual) ist es wichtig, das Fenster zu öffnen, damit die Luft entweichen kann und der Rauch die schlechten Energien mit sich fort tragen kann. Mit einer Feder fächern wir den Rauch in jeden Winkel des Raumes, da gerade in den Ecken sich gerne solche Energien stauen und sammeln.

Was räuchere ich wann und welche Pflanze ist für mich die Richtige?

Menschen sind verschieden und die Geschmäcker sind unterschiedlich. So kann etwas, was für den einen angenehm riecht, für den anderen ein Grund zum Naserümpfen sein. Wichtig ist, dass wir dabei auf unsere Stimme hören und nur das verräuchern, das uns gut ‚düngt‘. Die eigene Intuition ist dabei der beste Ratgeber. Unser eigener innerer Beweggrund sollte klar sein und wir sollten wissen, warum wir die Hilfe der Pflanzen in Anspruch nehmen wollen.

Muss ich daran glauben, um eine Wirkung zu erzielen?

Ich denke: Nein. Wir Menschen sind gesegnet mit unseren Sinnesorganen, mit denen wir unsere Außenwelt wahrnehmen ... bewusst oder unbewusst. Düfte können unser Gemüt harmonisieren und das seelische Gleichgewicht wieder herstellen.

Was brauche ich zum Räuchern?

Neben den üblichen Räucherstäbchen, die wir in jedem Esoterikladen bekommen, gibt es feuerfeste Räucherschalen. Mit einer Grillzange oder dergleichen halten wir die Kohle seitlich über eine Kerze - das funktioniert am besten. Kurz warten, bis sich eine Glutnaht durch die ganze Kohle gezogen hat (Vorsicht Funkenflug!). Wir füllen die Schale mit Sand und betten da hinein die glimmende Räucherkohle. Die getrockneten Pflanzenteile (Harze, Blätter, Blüten, Wurzeln) werden nun mit einem Löffel auf die glühende Kohle gelegt. Um den Rauch zu verteilen, eignen sich gut Federn (Element = Luft). Die Art der Feder spielt dabei keine Rolle. Kohlereste werden nach Abkühlen oder Löschen am besten in der Natur entsorgt, um ihr etwas zurückzugeben.

Räuchern auf einem Sieb

Beim Räucherstövchen wird das Räucherwerk direkt auf ein feinmaschiges Sieb gegeben und durch ein darunter stehendes Teelicht verräuchert. Anschließend werden alle Pflanzen- und Rußrückstände vom Sieb entfernt, am besten eignet sich dafür eine Bürste. Das Reinigen ist wichtig, damit wir beim nächsten Räucherritual wieder neutral beginnen können.

Räucherbündel ‚Smudge sticks‘

Beim Verräuchern von sogenannten ‚Smudge sticks‘ werden die noch frischen, aber schon angetrockneten Kräuter zu kleinen Bündeln geschnürt (Baumwollfaden) und zum Trocknen dunkel und luftig aufgehangen. Es ist eine sehr wirkungsvolle Methode, bei der eine hohe Rauchentwicklung entsteht. Nach dem Entzünden des Bündels pustet man es wieder aus und der glimmende Smudge wird durch die Luft gewirbelt (Vorsicht Funkenflug!). Der Smudge kann mehrere Male benutzt werden; einfach im Sand ausdrücken oder mit Wasser löschen, trocknen lassen und auf‘s Neue räuchern.

Meine Räucherpflanzen
Beifuß - Artemisia vulgaris

Er ist eine der bedeutendsten Räucherpflanzen bei uns. Starke Schutzräucherung besonders zur Sommer- und Wintersonnenwende. Altes kann gut losgelassen werden. Beifußrauch zieht gute Geister und Engel an, aktiviert unsere Selbstheilungskräfte und desinfiziert die Luft in Räumen.Durch den Beifußrauch werden unsere Traumreise, Intuition und Hellsichtigkeit verstärkt. Gefühle der Angst oder Machtlosigkeit werden vom Rauch weggetragen.
Der Rauch des Beifuß öffnet unser Kronen-Chakra, hilft bei Trauerbewältigung und ist sexuell stimulierend.

Johanniskraut - Hypericum perforatum

Johanniskraut entwickelt beim Räuchern von Blättern und Blüten einen süßen und sehr sonnigen Duft. Der Rauch dieser Sonnenpflanze ‚hellt‘ unsere Stimmung auf. Es hilft uns, wenn wir uns mutlos fühlen, vertreibt unsere Ängste und Sorgen und lässt uns wieder zuversichtlich sein.
Durch den Rauch des Johanniskrauts werden elek-tromagnetische Felder geklärt und gereinigt. Sein Rauch umhüllt uns wie ein Schutzmantel gegen Dämonen und bösen Zauber. Er ist ideal zur Reinigung von Räumen, sein ‚Licht‘ dringt in jede Ecke ... Die große Kraft des Johanniskrauts unterstützt uns auch bei der Einweihung von Edelsteinen und Amuletten.

Europäischer Kalmus - Acorus calamus

Die Kalmuswurzel, fein gerieben, verströmt einen warmen holzig-würzig süßen Duft. Der Rauch wirkt aufhellend. Er stärkt unser Nervenkostüm bei Stress und schenkt uns Ruhe und Gelassenheit. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten kehrt in unser Inneres ein. Kalmusrauch eignet sich gut für die Reinigung und Segnung von Räumen und Gegenständen. Unsere Träume werden durch ihn gefördert und können besser behalten werden! Edelsteine und Amulette werden durch

ihn energetisch aufgeladen. Außerdem findet Kalmus oft Verwendung in Schwitzhüttenzeremonien. Der Rauch des Kalmus wirkt auf unsere einzelnen Chakren ...

Salbei - Salvia officinalis ‚alba‘

Salbei im Allgemeinen hat eine sehr stark reinigende Wirkung und verströmt einen herb-aromatischen Duft. Er findet Verwendung bei Reinigungen von Haus, Hof aber auch Gegenständen. Salbeirauch vertreibt negative Energien und schützt gleichzeitig vor solchen. Gute Verbindung mit Beifuß und Mariengras.

Wacholder - Juniperus communis

Sowohl die Zweige und Beeren als auch die Nadeln verströmen einen frischen harzigen Rauch. Er reinigt und desinfiziert die Luft. Der Rauch des Wacholders hilft bei Erkältungskrankheiten und erhöht unsere seelische und körperliche Widerstandskraft. Bei Übergangsriten und bei der Kontaktaufnahme mit unseren Ahnen ist der Wacholderrauch ein Mittler mit großer Kraft. Er legt sich wie ein Schutzmantel über Haus und Hof, reinigt die Aura von Mensch und Tier und fördert Visionen und Träume.

Mädesüß - Filipendulina ulmaria

Hat einen würzig-krautigen Duft. Alle Pflanzenteile können verwendet werden. Mädesüßrauch gibt dem Geist Klarheit und Ruhe, er ist ein Mittler mit großer Kraft, welcher uns Mut und Durchsetzungskraft schenkt. Der Rauch des Mädesüß segnet, heilt, unterstützt Neuanfänge, fördert unsere Intuition und das Traumbewusstsein. Dieser Stimmungsaufheller bringt uns in Kontakt mit unserem inneren Kind ... Eine starke Ritualpflanze bei jungen Mädchen beim Übergang zum Frausein. Schafgarbe - Achillea millefolium Entwickelt einen leicht feinwürzigen Duft. Wir können bedenkenlos alle Pflanzenteile verwenden. Schafgarbe (garbe: althochdeutsch=Gesundmacher) schützt uns vor negativen Einflüssen, fördert luzides Träumen und schenkt uns

Ruhe und Gelassenheit. Schafgarberauch hilft uns beim Erlangen von Weisheit und schützt kleine Kinder. Er unterstützt sehr gut Orakelräucherungen (Pendeln, Kartenlegen ...). Die Schafgarbe kann gut mit anderen Kräutern, insbesondere Harzen, verräuchert werden.

Engelwurz - Angelica archangelica

Entwickelt einen stark herben Duft und sollte von daher nur in geringen Mengen verwendet werden. Verwendet wird hierzu vor allem die getrocknete zerkleinerte Wurzel. Die innenwohnenden Kräfte sollen von den Erzengeln verliehen worden sein ... Räuchern mit Engelwurz unterstützt die Kommunikation mit den Engeln und gilt als Schutzzauber gegen böse Geister, Dämonen und Hexen. Sein Rauch reinigt die Luft und hilft uns, uns wieder zu erden. Dieser Seelenbalsam hilft bei Neuanfängen und findet viel Verwendung in Heilungszeremonien. Er hilft dabei, desorientierte Seelen ins Licht zu führen. Engelwurz lässt sich gut mit Beifuß kombinieren.

Mariengras - Hierochloe odorata

Das Mariengras, auch Süßgras genannt, entwickelt einen sehr feinwürzigen Rauch, der an Heu erinnert. Mariengrasrauch gibt Ruhe und Klarheit, harmonisiert Körper, Geist und Seele und verbessert unsere Intuition. Mariengras eignet sich gut für Liebesräucherungen, denn es öffnet unser Herz. Es schenkt Frieden, steigert die Lust und Fruchtbarkeit. Gute Geister werden von seinem Rauch angezogen.

Weihrauchzeder - Calocedrus decurrens

Neben dem aromatischen Blattwerk enthält auch das Holz große Mengen an wohltuendem Harz. Die getrockneten Pflanzenteile haben einen positiven Einfluss auf unsere Umgebung. Der Rauch der Weihrauchzeder dient als Brücke zwischen Himmel und Erde = Verbindung mit dem Schöpfer. Wir finden in ihm Unterstützung im Gebet und der Meditation.

 
Vermehrung von Stecklingen von Nina Meyer
(Katalog 2015, Seite 130 / 131)

Schon seit Kindertagen experimentiere ich mit der Vermehrung von Pflanzen und habe dann mein Hobby zum Beruf oder eher sogar zur Berufung gemacht. Und auch schon viele Menschen, darunter Bernd-U., damit angesteckt. Außerdem macht es doch immer Spaß, wenn man eine Pflanze oder ein Pflänzchen Wurzeln bilden und wachsen sieht, oder?

Grundsätzliches

Die Vermehrung einer Pflanze über Stecklinge ist eine einfache Art diese zu vervielfältigen. Bei einer Aussaat kann es passieren, dass sich eine andere Art einkreuzt. Anders bei einem Steckling, dieser ist ein genauer Klon der Mutterpflanze.

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Stecklingen. Die gängigste sind Kopfstecklinge. Dann gibt es noch Teil-, Blatt- und Wurzelstecklinge oder Steckhölzer.

Zum Stecklinge schneiden wird folgendes benötigt: ein scharfes, gereinigtes Messer oder Schere, ein sauberes Aufbewahrungsgefäß (zum Transport der Stecklinge) und mit Stecksubstrat gefüllte, angefeuchtete Quick-Pots, Töpfe oder Schalen.

Gesteckt werden in der Regel alle Stecklinge in feuchtes Stecklingssubstrat. Bei manchen weichen Kopfstecklingen, wie zum Beispiel Basilikum, kann man den Steckling zum Bewurzeln auch in ein Wasserglas stellen.

Die besten Stecklinge findet man an Pflanzen, die gerade im Wachstum sind und nicht blühen. Die Pflanzen sollten gut gewässert sein, damit die Stecklinge gut im Saft stehen.

Selber Stecklinge nehmen

Auch zu Hause kann man mit einfachen Hilfsmitteln Stecklinge nehmen und zum Bewurzeln bringen und sich so lange an seinen Kräutern erfreuen. Grundsätzliches: Zum Bewurzeln aller belaubten Stecklinge ist eine hohe Luftfeuchtigkeit nötig. Diese kann zum Beispiel mit einer durchsichtigen Plastiktüte über dem Topf oder einem Mini-Gewächshaus erzeugt werden. Den Steckling warm, aber nicht in der vollen Sonne aufstellen. Ihn ab und zu mit Wasser besprühen und das Zelt gelegentlich lüften. Laufend die Wurzelbildung und auch eventuellen Gammel kontrollieren und dann die Folie entfernen. Und so geht‘s:

Die üblichen Methoden der Stecklingsvermehrung
Kopfstecklinge
Kopfstecklinge

Die gängigste und einfachste Methode der Stecklingsvermehrung. Sie wird bei den meisten weichlaubigen Pflanzen (z.B. Basilikum) eingesetzt. Als Kopfsteckling wird der obere Teil eines Triebes mit zwei bis drei Blattpaaren bezeichnet. Man schneidet ihn mit etwas Trieb (ca. ½-1cm) unterhalb des Nodiums (Knoten) des Blattpaares. Dieses Stück kommt das bis zum Knoten in die Erde. Wurzeln bilden sich meist am Ende des Triebstückes.

Grundständige Stecklinge
Grundständige Stecklinge

Manche Pflanzen (z.B. Sauerampfer oder Wasabi) bilden kleinere Pflanzen um die eigentliche Pflanze herum. Diese werden als Steckling mit etwas „Grund“ (Wurzelverdickung) am Ende geschnitten und dann bis zu den Blättern in die Erde gesteckt.

Teilstecklinge
Teilstecklinge

Diese werden nach den Kopfstecklingen gemacht. Das nächste Triebstück ohne Spitze ist ein Teilsteckling. Dieses geht bei weichlaubigen (wie z.B. Basilikum), falls der Kopfsteckling in Blüte steht oder schon geschnitten wurde. Aber auch bei Halbreifen Trieben (z.B. Jasmin) empfiehlt es sich. Sonst das selbe Verfahren wie beim Kopfsteckling.

Blattstecklinge
Blattstecklinge

Einige wenige Pflanzen bilden sogenannte „Kindel“ schon an der Pflanze (z.B. Brutblatt) oder erst beim Zerschneiden und in die Erde setzen von diesem (z.B. Wunderblatt). Hierfür wird das Blatt in Stücke von ca. 2-3 cm geschnitten - nach Möglichkeit mit Blattaussenkante - und an der Schnittfläche in die Erde gesetzt.

Wurzelstecklinge
Wurzelstecklinge

Bei Pflanzen mit gutem Wurzelwachstum (z.B. Minze oder Jiaogulan) können Wurzelstecklinge (Rhizomstecklinge) genommen werden. Dafür muss der Wurzelballen etwas ausgegraben und ein Stück Wurzel mit ca. zwei Knoten abgeschnitten werden. Dieser sollte beim einpflanzen auch wieder komplett unter der Erde sein, daraus treibt der Steckling dann aus.

Steckhölzer
Steckhölzer

Verholzte Pflanzenteile von Bäumen und Sträuchern (z.B. Balsampappel) werden zu Steckhölzern geschnitten. Dies sind meist unbelaubte ca. 5 cm lange Stücke aus der Mitte des Triebes mit mehreren Austriebspunkten (Augen).

 
Fermentieren – wie geht das? Von Isa Engelmann
(Katalog 2015, Seite 141)

mit einem Nudelholz. Danach werden die Blätter mit Wasser bespritzt und fest in ein Geschirrhandtuch eingerollt, in eine Plastikgefriertüte gelegt und verschlossen. Die Tüte wird für 3-5 Tage an einem warmen Ort bei ca. 30°C aufbewahrt und einmal täglich etwas geknetet und gedrückt, um die Feuchtigkeit besser zu verteilen. Nach dem Fermentations- bzw. Gärungsprozess sollte die Blattmasse gleichmäßig braun und etwas saftig sein. Die Blattmasse wird nun ausgebreitet an einem luftigen, schattigen Ort oder im Backofen bei max. 50°C getrocknet. Danach sind die getrockneten Blätter gebrauchsfertig - zum Süßen nach Geschmack zusammen im Aufguss mit anderem Tee oder als Süßungsmittel in der Küche. Die Blätter können luftdicht in einem Glas oder einer Dose gelagert werden.

 
Fermentieren
Isa Engelmann, Heilpflanzenexpertin
Ich möchte einen Kräutergarten von Bernd-U. Eggers
(Katalog 2015, Seite 224 / 225)
Ich möchte einen Kräutergarten
Ich möchte einen Kräutergarten! Aber ...
  • ... ohne Garten oder mit nur wenig Platz!
  • ... kann ich Kräuter zusammen pflanzen?
  • ... ich hab da noch alte Steine, was mach ich damit?
  • ... kann ich Kräuter auch im Topf kultivieren?
  • ... muss ich düngen?
  • ... welche Erde brauche ich?
Meine Auswahl von Pflanzen für eine Kräuterspirale:
1. Mediterrane Zone, mager, trockeni

Durchlässig, kalkreich. Eine Drainage aus Bauschutt ist ideal und sorgt für einen guten Wasserabzug.

  • Griechischer Bergtee (Sideritis syriaca)
  • Bergbohnenkraut, hoch (Satureja montana)
  • Bergbohnenkraut, zitroniges (Satureija montana ssp. Citriodora)
  • Duftraute (Artemisia santonica)
  • Katzengamander (Teucrium marum)
  • Knoblauch-Gamander (Teucrium scordium)
2. Normalzone, humos, halbsonnig

Etwas Komposterde.

  • Agastache „Korean Zest“ (Agastache rugosa)
  • Anis-Ysop (Agastache foeniculum)
  • Toronjil Morado (Agastache mexicana)
  • Römischer Ampfer, grün (Rumex scutatus)
  • Austernpflanze (Mertensia maritima)
  • Bärwurz (Meum athamanticum)
  • Kampferkraut (Tanacetum balsamita)
  • Marienblatt (Tanacetum balsamita)
  • Currystrauch (Helichrysum italicum)
  • Currystrauch „Dartington“ (Helichrysum italicum)
  • Italienischer Currystrauch (Helichrysum italicum ssp.angustifolium)
  • Eberraute (Artemisia abrotanum)
  • Kampfereberraute (Artemisia alba)
  • Chinesischer Gewürzstrauch (Elsholtzia stauntonii)
  • Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus cv.)
  • Französischer Estragon (Artemisia dracunculus v.sativa)
  • Meerfenchel (Crithmum maritimum)
  • Gaudich (Laurentia fluviatilis)
  • Gaudich, blau blühend ( Laurentia fluviatilis)
3. Feuchtzone, humusreich, sonnig

Der Boden wird mit Lehm und Kompost angereichert.

  • Salz-Alant (Inula crithmoides)
  • Römischer Ampfer, silber (Rumex scutatus ssp.)
  • Sauerampfer „Profusion“ (Rumex acetosa „Profusion“)
  • Strandaster (Aster tripolium)
  • Baldrian (Valeriana officinalis)
  • Beinwell, Wilder Comfrey (Symphytum officinale)
  • Russischer Comfrey, Bocking NO.14 (Symphytum x uplandicum)
  • Eibisch (Althaea officinalis)
  • Vietnamesischer Wasserfenchel (Oenanthe stolonifera)
  • Knoblauch-Gamander (Teucrium scordium)
4. Wasserzone mit Sumpfbereichi
  • Bachbunge (Veronica beccabunga)
  • Vietnamesischer Wasserfenchel (Oenanthe stolonifera)
  • Kalmus, europäischer / Deutscher Ingwer (Acorus calamus)  
  • Kalmus, amerikanischer (Acorus c. Americanus)
 
Die Kräuterpflanzung von Daniel Rühlemann
(Katalog 2015, Seite 269)
Die Kräuterpflanzung

es so viele Sorten waren, die leicht verwechselbar sind, haben wir zusätzlich noch einen Lageplan gemalt. Dadurch wissen wir welche Nelke wo steht, auch wenn mal Sticker abhanden kommen.

Das Wässern und die Pflanztiefe

Als nächstes heben wir ein genügend großes Loch aus mit einer Handschaufel. Meistens reicht diese für Kräuter und Stauden, und wenn der Boden eher mager ist, gebe ich gerne auch noch eine handvoll organischen Streudünger in das Pflanzloch.


Ganz wichtig: Bitte immer so tief pflanzen, wie die Pflanze im Topf stand! (Es gibt nur wenige Ausnahmen von dieser Regel) Nach dem Andrücken forme ich einen kleinen Gießrand und gieße einmal kräftig an, bei leichten Böden auch nach kurzer Zeit noch ein zweites Mal. In den meisten Fällen reicht dieses einmalige Angießen aus. Gießen Sie aber auf jeden Fall immer an, selbst wenn ein Wolkenbruch bevorsteht! Wenn lange Trockenperioden folgen oder die Pflanzung im Sommer stattfindet, könnten die Pflanzen welken. Dann nach Bedarf noch mehrmals, selten, aber kräftig nachgießen.


Beim Angießen dürfen Sie verschwenderisch sein: Eine volle 10 Liter Gießkanne reicht nur für 3-4 Pflanzen in Staudentopfgröße!


Und jetzt heißt es warten und immer mal wieder schauen. Welken die Blätter noch? Haben meine Schnecken die Pflanzen schon entdeckt? Fangen die Spitzen schon an zu leuchten? Das ist ein gutes Zeichen!


Unsere Pflanzen jedenfalls sind alle gut angewachsen.

 
Erste Hilfe: Gesunde Pflanzen, wie erreiche ich das? Von Brigitte Gollnik
(Katalog 2013, Seite 23)

wir es müssen, sondern aus Überzeugung, weil wir es wollen! Dies bedeutet, dass wir viel mit Nützlingen arbeiten, die die Schädlinge in Schach halten, aber eben nicht gänzlich vernichten, so dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Räuber und Beute entsteht. Über die Anwendung von Nützlingen beim Privatkunden scheiden sich die Geister. Bei unserer Vielfalt macht der Einsatz auf jeden Fall Sinn, inwieweit dies auch für die private Nutzung gilt, ist eine Überzeugungs- und auch Geldfrage. Unsere Pflanzenschutzmittel sind alle im biologischen Anbau zugelassen und dezimieren die Schädlinge auf Basis von natürlichen Stoffen. Hinzu kommt, dass wir auch vermehrt mit Pflanzenstärkungsmitteln arbeiten, die bei einigen Kulturen immer wieder auftretende Schwächen von vornherein unterstützend begleiten.

Zu guter letzt sind da noch die ganzen Pilzkrankheiten zu nennen, die den Pflanzen zu schaffen machen, als da wären Mehltau (echt und falsch), Botrytis (Grauschimmel), Blattfleckenkrankheiten, Rostpilze etc. Im biologischen Gartenbau gibt es dafür kaum Mittel, aber die besten Voraussetzungen in punkto Standort, Bewässerung, Raum für die Pflanze und Luftbewegung schaffen gute Voraussetzungen für eine gesunde Pflanze. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit die Pflanze von innen zu stärken. Dies ist ganz einfach selbst gemacht mit z.B. Brennnessel – oder Ackerschachtelhalmbrühen, im Handel sind dazu einige Mittel z.B. Gesteinsmehl, Pechnelkenextrakt, Kieselsäure oder Algen zu kaufen.

 

Ein Gedanke zum Schluss : Beobachten Sie Ihre Pflanzen aufmerksam, so erkennen Sie Veränderungen sofort und können schnell reagieren. Und die Pflanzen mit natürlichen Stoffen zu behandeln ist doch irgendwie sympathisch, oder?

Vermehrung von Nina Meyer
(Katalog 2013, Seite 71)
Vermehrung

... oder: „Woher kommen eigentlich die ganzen kleinen Pflänzchen?“ „Und klappt das auch zuhause?“

Dazu kann ich immer nur wieder sagen: Probieren Sie`s aus! Das macht Spaß und ist gar nicht so schwer wie man immer denkt. Es gibt zwei Arten Pflanzen zu vermehren. Zum einen über die Aussaat (generative Vermehrung) und zum anderen über Stecklinge oder Teilung (vegetative Vermehrung).

Bei der Aussaat wird unterschieden zwischen Direktsaat im Beet oder Voranzucht in Saatschalen/Töpfen. Allgemein gilt: Saatgut mit soviel Erde bedecken wie es dick ist. Ausser zum Beispiel bei Lichtkeimern, aber diese sind eigentlich die Ausnahme. Es gibt auch spezielle Kaltkeimer (im Katalog mit „S!“ gekennzeichnet) oder Saatgut, das nur bei sehr warmen Temperaturen keimt. Wir vermerken solche Tipps auf unseren Saatguttütchen. Wenn man sich mal nicht ganz sicher ist wie man verfahren sollte, kann man das Saatgut aufteilen und verschiedene Arten ausprobieren. Zum Beispiel auch bei selbst geerntetem Saatgut. Bei einer Direktsaat muss man nach der Keimung meist nicht mehr viel machen, ausser eventuell ausdünnen. Bei einer Voranzucht sollte ab einer gewissen Größe der Sämlinge pikiert (vereinzelt) werden. Bei allen Aussaaten sollten dieselbigen immer gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten werden.

Die Stecklingsvermehrung ist sehr vielfältig. Die häufigste ist die über Kopfstecklinge. Das heißt die Köpfe, also die Triebspitzen der Pflanze mit ca. 2-3 Blattpaaren ohne Blütenansatz werden als Steckling genommen. In ein Wasserglas stellen oder noch besser gleich in feuchte Anzuchterde stecken und unter eine durchsichtige Plastiktüte stellen. Die meisten Stecklinge sollten erstmal warm und halbschattig stehen. Es gibt auch Teil-, Blatt-, Wurzel- oder grundständige Stecklinge oder Wurzelteilung. Aber dies wäre jetzt zu viel Fachgesimpel, wenn man alles im einzelnen erklären würde. Oft zeigt eine Pflanze es meist selbst auf welche Art man sie vermehren kann. Man muss sie sich nur mal richtig anschauen. Einfach mal ausprobieren macht, wie gesagt sehr viel Spaß. Zu sehen wie neue kleine Pflänzchen entstehen und wachsen.

 
Betüddeln von Brigitte Gollnik
(Katalog 2013, Seite 73)
Betüddeln

Gedanken zur Pflege der Pflanzen

Sie haben ihr „Traumkraut“ erhalten und wissen sicher schon was Sie von ihrer Pflanze erwarten: Soll sie gut duften, leckere Blätter, Blüten, Früchte hervorbringen oder einfach nur hübsch aussehen? Am besten natürlich alles und am liebsten sofort, aber zunächst einmal gönnen Sie ihr ein paar Tage des Ankommens.
Dazu packen Sie sorgsam das Paket aus und stellen die Pflanze eher schattig auf. Trockene Töpfe bitte sofort wässern, feuchte einfach erst mal in Ruhe lassen. Tägliche Kontrollen sind natürlich erforderlich.

Nach ein paar Tagen der Ruhe haben die Pflanzen sich eingewöhnt und können an ihren Bestimmungsort. Dies kann ein größerer Topf, ein dekorativer Kübel oder ein Balkonkasten sein ebenso wie eine schöne Stelle im Garten, je nach Wuchs und Winterhärte. Grundsätzlich können alle Kräuter auch auf dem Balkon oder der Terrasse gehalten werden, dazu sollte man jedoch den Bedürfnissen der Pflanze entsprechen und lieber kompakt wachsende Pflanzen wählen, stark wachsende Kräuter und Duftpflanzen fühlen sich in einem Beet wohler. Gepflanzt werden kann während des ganzen Jahres in der frostfreien Zeit, daher ist unser Pflanzen-Versand von März bis Oktober tätig.

Wenn der Standort nun gut gewählt und die Pflanze wohl genährt ist, benötigt sie noch ein paar Pflegemaßnahmen, damit sie sich zur vollen Pracht entwickeln kann. Dazu gehören ein regelmäßiges Entfernen kranker Blätter und Triebe sowie ein gelegentlicher oder einmaliger Rückschnitt je nach Pflanze und Zeit. Jede Ernte ist im Prinzip schon ein kleiner Rückschnitt und lässt die Pflanze buschiger werden, bei kleinen Sträuchern wie z.B. Lavendel oder Salbei ist ein Frühjahrsschnitt notwendig (ca. April) damit die Pflanze sich verzweigt und einen guten Aufbau erhält. Es kann hier zwar auch noch nach der Blüte geschnitten werden, aber bitte nicht mehr später als Ende August, da stimmen sich viele Pflanzen schon auf den Herbst und Winter ein und gerade Immergrüne reagieren auf den Schnitt ihres „Wintermantels“ sehr empfindlich und erfrieren oder vertrocknen eher.
Die beste Zeit zum Schneiden der meisten krautigen Pflanzen ist ebenso das Frühjahr. Auch wenn das verwelkte Laub und die verdorrten Blütenstängel im Winter unschön aussehen, bilden sie dennoch einen gewissen Winterschutz und dienen oftmals als Überwinterungsplatz für Nützlinge.
Laubabwerfende Gehölze können im ersten und zweiten Standjahr einen Formschnitt erhalten, bevorzugt im Sommer an einem eher kühlen und feuchten Tag. Manche Pflanzen erheben sich schon im ersten Jahr zu stattlicher Größe, einige brauchen ihre Zeit sich zu entfalten. Gönnen Sie ihnen diese, jede Pflanze hat ihre eigene Qualität um im eigenen Rhythmus zu zeigen was in ihr steckt. Da ist gärtnerische Geduld gefragt !!!

 
Wohnraum der Pflanzen von Angelika Schröter
(Katalog 2013, Seite 79)
Wohnraum

Kulturbericht Standort

Da Pflanzen sich nicht direkt fortbewegen können, ist es ihnen nicht möglich ihren Standort selbst auszusuchen oder zu verlassen. Sie stehen an ihrem Platz, doch keineswegs starr. Zu einem bestimmten Maß gewöhnen sie sich an ihre Umgebung und passen sich an. Die Pflanze wird es zeigen, wenn es nicht der richtige Standort ist und oft bewirkt die Veränderung einzelner Bedingungen schon Verbesserung. Bei einem Standortwechsel benötigt sie allerdings wieder etwas Zeit sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Nur etwas Aufmerksamkeit bedarf es, um die Zeichen, ob sie sich wohl fühlt oder nicht, zu erkennen. Jedoch um das Überleben zu sichern, muss es selten der perfekte Standort sein.
Pflanzen wachsen nicht an speziellen Orten, weil es ihnen nur dort gefällt. Sie wachsen dort, weil sie es können. Manche Pflanzen konnten sich im Laufe der Zeit an extreme Gegebenheiten morphologisch und physiologisch anpassen und andere eben nicht. Das heißt nicht, nur weil die Aloe gut im sandigen Boden wächst, dass sie nur dort wächst. In der Rühlemannsgärtnerei wird mit wenigen Ausnahmen - mit Erfolg - in nur ein einziges, selbst entwickeltes Substrat getopft. Die Herkunft, der Ort an dem Pflanzen natürlicherweise wachsen, kann Aufschluss über die Standortbedingungen geben, bei welchen die Pflanzen auf jeden Fall gedeihen.

Boden, Erde, Substrat ist die Grundlage, welche den Pflanzen Stabilität gibt und Quelle von Nährstoffen und Wasser ist. Er sollte mehr oder minder gut durchlässig (drainiert) sein, da die wenigsten Pflanzen unseres Sortimentes ständig im Wasser stehen können. Z.B. ist bei den mediterranen Kräutern ein guter Wasserablauf wichtig, besonders während der Winterzeit. Ob saurer oder kalkhaltiger Boden, die meisten Pflanzen gedeihen in leicht saurem Boden. Diesen pH-Wert (leicht unter 7) bieten handelsübliche Substrate. Angaben zu speziellen Ansprüchen finden Sie im Katalog oder Onlineshop in den Pflanzenbeschreibungen.

Sonnenstrahlen (Licht) sind notwendig um Photosynthese zu betreiben, Energie zu erzeugen, also schlicht weg um zu leben. Wie viel jede einzelne Pflanze benötigt bzw. ihr ausreicht, ist unterschiedlich und im Katalog zu jeder Pflanze angegeben. Die Lichtintensität wird nicht allein durch die Himmelsrichtung bestimmt. Es ist der Schattenwurf von Bäumen oder Häusern, Mauern etc. zu beachten und auch im Zimmer nimmt die Lichtmenge stark ab, je weiter die Pflanzen vom Fenster weg gestellt werden.

 
Läuse & Co. von Brigitte Gollnik
(Katalog 2013, Seite 85 und 189)

Hilfe! Auf meiner Pflanze sitzt ein Tier!

Zunächst gilt es zu klären ob und um welchen Schädling es sich überhaupt handelt. Ist die Diagnose gestellt, stehen uns weitere Maßnahmen zur Verfügung.

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Dazu nun kurze Beschreibungen der häufig vorkommenden Schädlinge und die verursachten Schadbilder

Blattläuse haben im Mai/Juni ihre Hauptvermehrungszeit, sind jedoch das ganze Jahr über anzutreffen. Es sind in grün, schwarz, gelb oder orange vorkommende ca. 2 mm große Tierchen, die vor allem junge Triebe und Knospen befallen und dort den Pflanzensaft aussaugen und dadurch die Pflanze schädigen. Erkennbar sind Deformierungen und verkrüppelter Wuchs. Oft leben die Läuse in Symbiose mit Ameisen, da diese die süßen Ausscheidungen der Läuse verzehren. Eine einfache Methode sie los zu werden, ist das kräftige Abduschen der Pflanzen (dabei die Blattunterseiten nicht vergessen). Reicht diese Maßnahme nicht aus, kann zu biologischen Mitteln auf Schmierseifen = Kaliseifenbasis (angesetzt als Lösung von 20ml auf 1 l) gewechselt werden. Dazu sollte die Pflanze auch blattunterseits tropfnass gespritzt werden. Eine einmalige Anwendung reicht jedoch meist nicht aus, das Mittel sollte 3 -4 Mal in den nächsten 2 Wochen angewendet werden um einen Erfolg verbuchen zu können.

Weiße Fliegen oder Mottenschildläuse gehören ebenfalls zu den saugenden Insekten, die Bekämpfung ist hier etwas langwieriger, da die ca. 2mm großen weißlich gepudert aussehenden Tierchen (wie eine kleine Motte) beflügelt und daher sehr mobil sind. Der Schaden kann durch die unter den Blättern von zumeist weichlaubigen Pflanzen rasch anwachsen, da der Entwicklungszyklus bei höheren Temperaturen schnell vonstatten geht. Bei der Bekämpfung hilft hier ein Aufstellen/Aufhängen von Gelbtafeln zum Abfangen der fliegenden Schädlinge. Der Einsatz von z.B. Spruzit (ebenfalls mehrmalig anzuwenden) hilft die nachschlüpfenden Tierchen zu dezimieren.

Wollläuse (auch Schmierläuse) zählen ebenso zu den saugenden Insekten und ernähren sich vom Pflanzensaft. Es sind dies 2-5 mm lange, eher rundlich wirkende Tierchen, die weiß sind und dem Aussehen nach einer Kellerassel gleichen. In fortgeschrittenem Stadium sitzen sie als weiße Wattekügelchen am liebsten in den Blattachseln der Pflanze. Die Bekämpfung ist sehr aufwändig. Sie befallen bevorzugt wärmebedürftige Pflanzen und das Dezimieren ist ein dauerhafter Akt, der beständiges Kontrollieren und Aktion verlangt. Angefangen mit dem Verwenden neuer Erde über in Alkohol getränkte Wattestäbchen, die gut in die Blattachseln der Pflanze passen um die dort vorwiegend sitzenden Tierchen zu entfernen, bis hin zur Anwendung von biologisch wirkenden Mitteln, die die erwachsenen Tiere abtöten, sollte alles miteinander kombiniert werden um Erfolg zu haben. Da sie durch ihre Wachsausscheidungen relativ geschützt sind, können ölhaltige Mittel helfen diesen Panzer zu durchdringen. Dies ist jedoch fast nur bei hartlaubigen Pflanzen möglich, da ansonsten die Pflanze zu stark in Mitleidenschaft gezogen wird.

Spinnmilben oder Rote Spinne sind sehr schwierig zu bekämpfen. Es sind winzig kleine Spinnentiere, die max.0,5mm groß werden, daher kaum bis gar nicht mit bloßem Auge sichtbar sind. Zumeist sind sie rot (daher der Name), aber sie kommen artenabhängig auch in anderen Farben vor. Sie besiedeln am liebsten die Blattunterseiten junger Blätter und auch Triebspitzen und saugen den Saft aus dem Zellgewebe, die Blätter erscheinen dann silbrig – schimmernd zunächst nur punktuell, bei starkem Befall wird das ganze Blatt „leergesaugt“, die Blätter werden gelb und sehen aus wie mit einem Gespinst überzogen. Als vorbeugende Maßnahme ist ein häufiges Sprühen mit Wasser in den Sommermonaten möglich, im Winter kann eine Wasserschale auf die Heizung gestellt helfen, die Luftfeuchte zu erhöhen um dem Schädling die Ausbreitungsbedingungen zu erschweren. Bei hartnäckigen Fällen sollte man die Pflanze gründlichst abduschen mit einem möglichst harten Wasserstrahl, alternativ einem starken Sommerregen aussetzen. Ansonsten ist hier das Anwenden biologischer Mittel z.B. Spruzit wirksam wenn es über einen Zeitraum von mind. 6 Wochen bei 2 x wöchentlicher Anwendung ausgebracht wird. Da bei der Ausbringung nur die ausgewachsenen Exemplare getroffen werden sollte die Behandlungsdauer so lang weiter betrieben werden um die nachschlüpfenden Eier so lange zu bekämpfen, bis auch das letzte Ei erwischt ist.

Thrips (oder Fransenflügler), zumeist versteckt auf der Unterseite der Blätter lebend ist ebenfalls ein ernstzunehmender Schädling, der gerne an so ziemlich allen Kulturen vorkommt. Das Tierchen ist 1-3mm groß. Das Schadbild ist dem der Spinnmilben mit silbrig durchscheinenden Blättern recht ähnlich, allerdings kann man die Tierchen mit bloßem Auge erkennen. Ein gründliches Abduschen der Pflanze ist hier auch das erste Mittel der Wahl. Danach sollte ca. 3 Wochen lang 2 x wöchentlich behandelt werden mit z.B. Spruzit um den Zyklus zu durchbrechen und alle nachfolgenden Tierchen zu beseitigen.

Raupen oder Schnecken sind oftmals Grund für das Verschwinden einer ganzen oder gar mehreren Pflanzen innerhalb kürzester Zeit. Zunächst ist hier zu klären um was es sich handelt. Schnecken fressen zumeist das Innere des Blattes in Form von einem zumeist runden Lochfraß und hinterlassen die berühmten Schleimspuren. Raupen hingegen fressen vom Rand her die Blätter an, es bleibt oft nur das Blattgerippe stehen. Das Auffinden von schwarzen Kotspuren ist ein Indiz für Raupenbefall. Gegen Schnecken kann man z.B. mit Ferramol Schneckenkorn arbeiten, bei Raupen wäre ein Absammeln in den Abendstunden zumeist ausreichend, da sich die Raupenpopulation im Garten durch Nützlinge auf ein gesundes Maß reduziert.

 
Ist ausdauernd gleich winterhart? Von Brigitte Gollnik
(Katalog 2013, Seite 121)
Ist ausdauernd gleich winterhart?

Gedanken zur Lebensdauer einer Pflanze

Ist eine ausdauernde Pflanze denn nicht auch winterhart? Diese Frage wird immer wieder gestellt und die Kenntnis darüber erstreckt sich von absoluter Ahnungslosigkeit bis hin zu der festen Überzeugung, dass eine ausdauernde Pflanze ganz selbstverständlich ewig leben muss. Und zwar egal unter welchen Umständen. Punkt. Um eins vorweg zu nehmen: Grundsätzlich währt kein Leben ewig und unser Dasein hier ist auf einen bestimmten Lebenszyklus beschränkt; dies trifft auf alle Lebewesen zu, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze.

Eine winterharte Pflanze ist ausdauernd, da sie einen (und sogar viele) deutsche Winter übersteht. Jedoch ist nicht gleichzeitig jede ausdauernde Pflanze winterhart. Gute Beispiele hierzu sind fast alle Pflanzen, die aus warmen Klimazonen kommen, die zwar ausdauernd = mehrjährig sind, aber deren Temperaturansprüche wesentlich höher liegen als unsere Frost gewohnten Pflanzen aus Europa. In diesen warmen Regionen ist Frost ein Fremdwort und bringt alle Lebewesen allein beim Gedanken daran zum Bibbern.

Nun aber der Reihenfolge nach zur Lebensdauer einer Pflanze: Es gibt einjährige (annuelle) Pflanzen, bei uns mit einem A gekennzeichnet, die innerhalb eines Jahres wachsen und blühen, die „überwintern“ eventuell als Saatgut im Garten. Dies gilt ebenso für zweijährige (bienne) Pflanzen, bei uns mit der Kennzeichnung Bi. Im Normalfall wachsen diese im ersten Jahr und bilden im zweiten Jahr die Blüte. Gutes Beispiel: Fingerhut. Wenn die Pflanzen an Ort und Stelle zur Blüte und Samenreife kommen, kann es gar sein, dass sie sich mehrjährig dort ansiedeln. Ansonsten einfach Saatgut ernten und bei günstigen Bedingungen erneut aussäen.

Als nächstes gibt es Stauden (perenne) Pflanzen, bei uns gekennzeichnet mit P, die ausdauernd sind, dazu ziehen die oberirdischen Blätter im Winter ein und sterben ab, im Frühjahr treibt die Pflanze jedoch ganz zuverlässig erneut aus wie z.B. Giersch, Hexenkraut, Lerchensporn... Eine Ausnahme bilden hier die wintergrünen Stauden, bei denen man selbst unter dem Schnee noch grünes Laub finden kann. Beispiel: Sibirischer Winterportulak oder Günsel.

Ebenso mit P gekennzeichnet sind jedoch auch unsere ausdauernden Pflanzen aus wärmeren Klimazonen (wie schon oben erwähnt ), die uns mehrere Jahre erfreuen können und gerne in unserem deutschen Sommer draußen stehen dürfen, aber sobald das böse Wort Frost naht, schleunigst ins Haus geräumt werden müssen, da sie sonst bestenfalls unglücklich aussehen, schlimmstenfalls eingehen würden. Hierbei muss jedoch noch unterschieden werden in warme Überwinterungsplätze (mehr als 15°C), z.B. Chilis, einige Basilikumarten, oder Aloe. Kühle Überwinterung bei 5-12°C wie z.B. bei Citrus, Duftgeranien oder Fruchtsalbei. Und die kühle Überwinterung bei laublosen Pflanzen, die dann auch mit wenig bis keinem Licht auskommen, z.B. Ingwer.

So genannte halbfrostfeste Arten, bei uns mit HHP gekennzeichnet, halten einen leichten Frost bis -5°C aus, aber nur wenn sie schon das ganze Jahr über im Freien gestanden haben und daher genügend abgehärtet sind. Besser ist es jedoch diese Pflanzen in Kübeln oder Kästen zu halten und sie frostfrei und hell zu überwintern. Eine Ausnahme bilden hier die mediterranen Halbsträucher wie Lavendel, Salbei oder Rosmarin, denn sie sind ausgepflanzt oftmals winterhart, wenn der Standort einen guten

Wasserabzug gewährleistet, sie somit nicht vernässen können und bei Frost vor der starken Sonneneinstrahlung geschützt sind (z.B. durch eine Vliesabdeckung). Zuletzt sind noch Sträucher und Bäume zu nennen, Laub abwerfend oder auch immergrün, die im Regelfall einem deutschen Winter trotzen können, somit ausdauernd = winterhart sind, bei uns mit der Kennzeichnung HP versehen aber genaue Angaben bis wie viel Minusgrade sie denn „aushalten“ sind im Grunde sinnlos, da es noch viele andere Faktoren gibt, die die Überlebenschancen der Pflanzen im Winter steigern oder auch hemmen können.
Verträgt sie in günstigen Lagen einen harten Frost bedeutet es nicht automatisch, dass sich jede solche Pflanze immer und überall auch so verhält. Denn woher weiß man, dass dieser gute Standort der Pflanze genauso gut gefällt wie uns?

Zu diesen Faktoren gehören z.B. das Alter und die Vitalität der Pflanze, der Standort (Bodenbeschaffenheit und Wasserabzug bzw. -haltevermögen), Schnee als Last, der zum Schneebruch führt aber auch als Schutz vor Kälte im Wurzelbereich dienen kann...

Abschließend möchte ich sagen, dass es zwar allgemeingültige Aussagen und Erfahrungswerte wie zuvor beschrieben gibt, aber jede Pflanze letztendlich ein Individuum ist. Es ist daher ein Zusammenspiel von vielen Puzzleteilchen, die der Pflanze ein langes Leben beschert !

 
Kräuterfütterung (Dünger) von Silke Mauruschat
(Katalog 2013, Seite 149)
... oder: „Wieviel Dünger braucht meine Pflanze?“
Kräuterfütterung

Damit es den Kräuter gut geht, brauchen sie Futter: Mediterrane sind eher genügsam. Schnell- und Starkwüchsige wie z. B. Liebstöckel, Meerrettich, Kapuzinerkresse, Borretsch und Beinwell mögen es etwas üppiger.

Die Düngung kann in organischer Form mit Naturdünger oder mineralisch mit sogenanntem Kunstdünger erfolgen. Mineralische Dünger gibt es mit Sofort- und Langzeitwirkung. Positiver für ein aktives Bodenleben und einen gesunden Boden ist allerdings die organische Düngung.

Im Garten ausgepflanzte Kräuter, düngt man am einfachsten im Frühjahr und evtl. noch einmal im Frühsommer mit einem organischen Volldünger (z. B. von Oscorna oder von Neudorff). Auch Hornmehl, Hornspäne, Kompost oder selbst hergestellte Pflanzenjauchen (z. B. aus Brennesseln) sind gut geeignet.

Besonders Lavendel benötigt für optimales Gedeihen Kalk, falls der Gartenboden nicht von Natur aus schon kalkhaltig ist.

Die beste Lösung für Pflanzen in Balkonkästen oder Kübeln sind organischer oder mineralischer Streudünger, Düngestäbchen oder Langzeit-Düngekegel.

Als Zimmerpflanzen gepflegte Kräuter werden beim Gießen mit Flüssigdünger für Kräuter oder Grünpflanzen gefüttert. In der Wachstumszeit von März bis September einmal in der Woche; im Winter reicht einmal alle 1-2 Monate.

Wer es noch einfacher möchte, greift auch hier zu Düngestäbchen für Grünpflanzen. Bei der Dosierung der Dünger halten Sie sich an die Empfehlung des jeweiligen Düngerherstellers.

 
Süffelmonster oder Durstkünstler (Wasser) von Silke Mauruschat
(Katalog 2013, Seite 161)
... oder: "Wieviel Wasser braucht meine Pflanze?"
Süffelmonster oder Durstkünstler

Im Garten sind Kräuter an dem für sie optimalen Standort ausgepflanzt so richtig pflegeleicht. Nach dem Pflanzen werden sie einmal gut angegossen. Bis sie angewachsen sind, brauchen sie die ersten Wochen - besonders, wenn es sehr sonnig bzw. windig ist - noch einen guten Schuß Wasser. Das war‘s!

In Töpfen oder anderen Pflanzgefäßen gehaltene Kräuter werden nach Bedarf gegossen. Ob die Pflanze Durstkünstler, Normalverbraucher oder Süffelmonster ist, zeigen die Tropfensymbole im Katalog an (siehe Zeichenerklärung).

Der Wasserbedarf variiert auch je nach Jahreszeit, Temperatur und Standort. Im Winter brauchen die Kräuter eher weniger davon - ausser natürlich wenn sie über der aufgedrehten Heizung oder im sonnigen Südfenster brüten.

Deshalb gibt es leider kein Pauschalrezept à la „Gießen 1 x die Woche“. Statt dessen ein kritischer Blick: Stehen die Blätter stramm oder schlaffen sie schon? Dann die Erde mit dem Zeigefinger testen: staubig, medium oder ziemlich nass? Und jetzt: die Gießkanne zücken - wenn nötig.

Für besonders Gründliche: der „Hebe-Test“ bei Kräutern in handlichen Töpfen: Topf (sehr) leicht = Pflanze (sehr) durstig oder Topf schwer = Pflanze ist noch gut versorgt.

Zum Schluß die Todsünde für fast alle Pflanzen: Staunässe! Wenn 10 Minuten nach dem Gießen noch Wasser im Untersetzer oder Übertopf steht, dieses bitte ausleeren! Ansonsten droht dem Kraut ein vorzeitiges Ende durch faulendes Wurzelwerk.

 
Ernte und Verwendung von Bernd U. Eggers
(Katalog 2013, Seite 243)
... oder: "Was fang ich jetzt mit meinen Pflanzen an?"
Ernte und Verwendung

Da wir ein breit gefächertes Sortiment an Kräuter und Duftpflanzen anbieten, bekommen wir immer wieder viele Anfragen zur Verwendung unserer Pflanzen. Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten der Nutzung, ob zum Kochen, Backen, Räuchern, als Tee oder einfach nur zum Genuss des angenehmen Duftes.

Die beste Zeit Kräuter zu ernten ist kurz vor der Blüte, am Morgen nach Abtrocknen des Morgentaus. Geschnitten werden z.B. beim Salbei, bei Thymian oder anderen Pflanzen die weichen Triebe und z.B. bei Alant oder Weißem Ingwer Wurzelteile. Beim Ernten von Wurzeln sollte beachtet werden, dass ein Teil wieder eingepflanzt wird, damit die Pflanze erhalten bleibt und weiter wachsen kann. Es ist auch die Verwendung von frischen Blüten möglich, z.B. von Basilikum, Kapuzinerkresse oder Gewürztagetes.
Wenn die Kräuter nicht frisch zum Kochen oder als Tee verwendet werden, besteht die Möglichkeit der Trocknung. Dazu werden die Pflanzenteile in kleine Sträußchen gebündelt und mit einem Gummiband zusammengebunden. Das Gummiband zieht sich bei Trocknung zusammen und die Sträuße bleiben trotz Eintrocknung der Stiele fest gebunden. Ein weiteres Verfahren ist die Trocknung auf einem luftdurchläßigen Tuch oder Gitter, auch Darre genannt. An einem luftigen warmen Ort im Schatten, ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgehängt bzw. gestellt, trocknen die Kräuter sehr schnell. UV-Licht würde die Inhaltsstoffe zerstören. Eine schnellere Variante ist die Trocknung im Backofen. Die Kräuter dabei mehrere Stunden bei niedriger Temperatur und leicht geöffneter Klappe auf dem Gitterrost trocknen lassen. Durch die geöffnete Klappe entweicht die Feuchtigkeit. Wurzelteile lassen sich, in dünne Scheiben geschnitten bei dieser Variante am besten trocknen. Nach der Trocknung sollten die Kräuter in dunklen Gläsern aufbewahrt und innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden.

Bei unseren Genusspflanzen freuen wir uns über einen Austausch mit Kunden und geben gern Anregungen und Rezepte an unsere Kunden weiter. Alle Tipps sind Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten, die einzelne Mitarbeiter ausprobiert haben.

 
Kräuter-Lesefutter von Silke Mauruschat
(Katalog 2013, Seite 281)

Nachdem ich die Aufgabe übernommen hatte, einen Beitrag über Kräuter-Literatur zu schreiben, dachte ich: Mist! Was für Bücher? Seit Jahrzehnten zerfleddere ich immer wieder meine Rühlemann-Kataloge voller Lust und Vorfreude auf neue und alte Kräuterentdeckungen! Das ist mein liebstes Kräuter-Buch! Deshalb hier nur drei - sehr unterschiedliche - Leseempfehlungen:

Kräuter & Gewürze aus dem eigenen Garten
Marie-Luise Kreuter
BLV 2009
ISBN 978-3-8354-0324-6
Sehr schönes Buch für Kräuter-Einsteiger und Fortgeschrittene - besonders auch zum Verschenken! Die Autorin bringt zum Einstieg einiges über historische Kräutergärten und die Geschichte des Kräuterwissens. Dann folgen abwechslungsreiche Gestaltungs-Ideen für Kräuter in Haus und Garten, Kräuter-Anbau und -Pflege.  Sehr informativ die unzähligen Kräuter-Porträts; auch Gäste am Rande des Kräutergartens und Kräuter aus fernen Ländern werden hier behandelt.  Ernte und Konservierung sowie die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Kräutern in Küche, Hausapotheke, Wellness - mit Rezepten dazu - runden das Buch ab.

Wildkräuter, Beeren und Pilze - erkennen, sammeln und genießen
Eva-Maria und Wolfgang Dreyer
Kosmos 2005
ISBN 3-440-10148-7
Hier werden, jahreszeitlich nach Sammelzeitpunkt geordnet, die Schätze aus der Natur präsentiert. Einige Kräutlein, die ich bisher im Garten immer rausgerissen hatte, werden im Frühling erst einmal im Kochtopf oder in meinem „Wildblatt- und Blüten-Salat“ landen. Da es sich am bequemsten zuhause sammelt, will ich auch noch eine Wildkräuter-Ecke im Garten anlegen. Das Buch bietet nicht nur viele Sammeltipps, sondern auch Verwendungsmöglichkeiten und inspiriende Rezeptideen dazu.

Mit Pflanzen verbunden - Meine Erlebnisse mit Heilkräutern und Zauberpflanzen
Wolf-Dieter Storl
Heyne 2005
ISBN 978-3-453-70100-7
Ein Kräuterbuch für diejenigen, die etwas tiefer in die spirituelle Welt der Pflanzen eintauchen wollen: Der Autor schreibt über seine Erfahrungen mit Beinwell, Engelwurz, Karde und anderen aus persönlicher und kulturanthropologischer Sicht. Ich hab‘s verschlungen wie einen Krimi. Noch tiefer in diesem Sinne geht das Buch „Pflanzendevas“ von W.-D. Storl.
 
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